3. Alpenklimagipfel auf der Zugspitze: "Es ist ein Irrglaube, dass wir nichts tun können" - Gletscher leiden unter Hitze

Unter dem Motto „Tu es! Wie wir den Wandel durch Handeln wirksam gestalten“ hat der 3. Alpenklimagipfel auf der Zugspitze stattgefunden. Dabei diskutierten Expertinnen und Experten über konkrete Lösungen für die Zukunft des Alpenraums.

Spektakuläre Aussichten auf fast 3000m Höhe von der Zugspitze, wo der 3. Alpenklimagipfel stattfand (Foto Markus Köss, 24.06.26)
Spektakuläre Aussichten auf fast 3000m Höhe von der Zugspitze, wo der 3. Alpenklimagipfel stattfand (Foto Markus Köss, 24.06.26)

Führende Köpfe aus Wissenschaft, Wirtschaft, Tourismus, Landwirtschaft, Sport, Politik und Gesellschaft beleuchteten auf dem mittlerweile 3. Alpenklimagipfel (23.&24.06.2026), wie der Alpenraum dem wachsenden Klimadruck strategisch begegnen kann.

Wer über den Klimawandel reden will, muss ihn nicht weit suchen. Auf der Zugspitze (2962m), Deutschlands höchstem Berg, ist er längst angekommen: Die Gletscher schrumpfen auch hier in immer schneller werdender Geschwindigkeit. Der Nördliche Schneeferner schmilzt rapide, was zur Stilllegung und Abbau des letzten dortigen Skilifts geführt hat.

Gletscher leiden unter dem Klimawandel

Der Südliche Schneeferner hatte schon im Herbst 2022 seinen offiziellen Status als Gletscher verloren. Infolge des fortschreitenden Klimawandels ist der Eispanzer so dünn geworden, dass er nicht mehr fließt. Damit gibt es neben dem Nördlichen Schneeferner nur noch den Höllentalferner als zweiten Gletscher auf der Zugspitze.

Die vergangene historische Hitzewelle in Kombination mit dem schneearmen Winter werden einen weiteren Sommer mit massiven Eisverlust der Alpengletscher zur Folge haben. Auch auf dem Zugspitzplatt konnte während des Alpengipfels der schon sehr ausgeaperte Bereich, mit nur noch wenig Schnee für Ende Juni, eindrucksvoll beobachtet werden.

Eröffnet wurde der Gipfel von Tirols Umweltlandesrat René Zumtobel gemeinsam mit Ralf Roth (Advisory Board, Deutsche Sporthochschule Köln), Theo Zoller (Obmann Tiroler Zugspitz Arena) und Martin Reiter (Geschäftsführer Lebensraum Tirol Gruppe). „In Hitzeperioden wie sie aktuell gerade aufteten, wird der Klimawandel für alle spürbar. Der Alpenraum ist besonders von den klimatischen Veränderungen betroffen. Doch wir schauen nicht tatenlos zu, sondern setzen bereits seit vielen Jahren Schritte, um uns anzupassen. Tirol hat dabei mit der Tiroler Nachhaltigkeits- und Klimastrategie einen klaren Fahrplan, um auf allen Ebenen – von der Gesellschaft über den Gebäudesektor bis hin zur Energieerzeugung – treffsichere Maßnahmen umzusetzen“, so Landesrat René Zumtobel.

Auch technologische Entwicklungen standen im Fokus: Social-Impact-Investor Charly Kleissner betonte die Verantwortung bei der Nutzung von KI und Daten. In der Energiedebatte wurde die Bedeutung regionaler Versorgungssicherheit hervorgehoben. TIWAG-Vorstandssprecher Michael Kraxner verwies auf die Chancen erneuerbarer Energien im Alpenraum, insbesondere durch Wasserkraft und Speicherlösungen. Gleichzeitig wurde die Energiewende als sicherheitspolitische Aufgabe im Kontext globaler Krisen eingeordnet.

Neu in diesem Jahr: Der Alps Future Award

Erstmals wurde auf dem Alpenklimagipfel der Alps Future Award verliehen. Dieser von der Lebensraum Tirol Gruppe und dem alpenweiten Tourismusnetzwerk AlpNet initiierte Preis würdigt dabei Projekte, die den Wandel im Alpenraum aktiv gestalten. Dabei gilt das Credo: Tun schlägt Reden.

Ausgezeichnet wurde in der Kategorie "Lebensraum Tirol" das Projekt HELIOPLANT, bei dem das baumförmige Photovoltaiksystem HELIOPLANT®, entwickelt von den beiden Unternehmen „ehoch2“ und „i.n.n.“, sich durch Luftverwirbelungen dauerhaft selbst schneefrei hält und damit erstmals eine ganzjährige, zuverlässige Stromproduktion in hochalpinem Gelände ermöglicht. In der Kategorie „Tourismus“ überzeugte die Jury das "OLM Nature Escape" im Südtiroler Ahrntal. Es zählt zu den ersten nahezu energieautarken Eco-Aparthotels im gesamten Alpenraum. 1200 Photovoltaikmodule, 126 Erdwärmesonden und Wasserkraft arbeiten Hand in Hand und erzeugen gemeinsam rund 600.000 kWh Strom jährlich und damit genug, um den Betrieb nahezu vollständig aus eigener Kraft zu versorgen.

Artikelreferenz

AlpenKlimaGipfel. „Es ist ein Irrglaube, dass wir nichts tun können“ – 3. AlpenKlimaGipfel auf der Zugspitze faktenreich gestartet.