Alarmierend! WMO’s Global Seasonal Climate Update zeigt erneut El Niño verschärft weltweit die Gefahr von Wetterextremen
3,7 Grad über dem Normalwert! So stark könnte sich die zentrale El-Niño-Region im Pazifik laut WMO-Prognose erwärmen. Das hätte Folgen weit über den Ozean hinaus: In weiten Teilen der Welt steigt die Bedrohung von lebensgefährlicher Hitze, Dürre und Überschwemmungen

Die WMO-Pressemitteilung vom 8. Oktober 2026 enthält eine alarmierende Prognose: El Niño verstärkt sich rasant. In ihrem Global Seasonal Climate Update erwartet die Weltorganisation für Meteorologie für Oktober bis Dezember außergewöhnlich hohe Meeresoberflächentemperaturen im zentralen und östlichen tropischen Pazifik. Die möglichen Folgen reichen weit über den Ozean hinaus: mehr Hitze und verschobene Regenmuster, die Dürren und Überschwemmungen begünstigen.
Besonders brisant ist die erwartete Stärke. Laut WMO könnte sich eines der kräftigsten El-Niño-Ereignisse seit mindestens 1950 entwickeln. Seinen Höhepunkt dürfte es um Dezember erreichen.
3,7 Grad über dem Normalwert: Der Pazifik wird ungewöhnlich warm
In der sogenannten Niño-3.4-Region, einem festgelegten Gebiet im äquatorialen Pazifik, nahm die Temperaturabweichung bereits deutlich zu: von durchschnittlich 1,6 Grad im Juni auf 2,5 Grad im August 2026.
Für Oktober bis Dezember prognostiziert die WMO einen saisonalen Mittelwert von etwa 3,7 Grad über dem Normalwert.
Diese Zahlen beschreiben die Temperatur der Meeresoberfläche in dieser Region. Doch Veränderungen der Ozean-Oberflächentemperaturen wirken sich mit ehrheblichem Einfluss auf das weltweite Wettermuster aus – mit existensbedrohenden Auswirkungen auf Gesellschaften, Wirtschaft und Ökosysteme.
Gespeicherte Meereswärme verschärft die Hitzebelastung
WMO-Generalsekretärin Celeste Saulo klärt in der Pressemitteilung auf, dass El Niño dem Planeten keine neue Wärme zuführt. Das Natur-Ereignis setzt vielmehr Wärme frei, die unterhalb der Meeresoberfläche gespeichert wurde.
Die Erde erlebte laut WMO gerade den heißesten August seit Beginn der Aufzeichnungen. Gleichzeitig erreichte die globale Meeresoberflächentemperatur einen absoluten Höchststand. Auf diese extreme Ausgangslage trifft nun ein rasant stärker werdender El Niño.
Für Oktober bis Dezember erwartet die WMO deshalb in weiten Teilen der Welt mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit überdurchschnittliche Temperaturen – und eine erhöhte Gefahr extremer Hitze.

Mehr Regen hier, bedrohliche Trockenheit dort
Die Niederschlagsprognose zeigt deutliche regionale Gegensätze. Besonders ausgeprägt ist das Signal für mehr Regen im zentralen und östlichen äquatorialen Pazifik östlich der Datumsgrenze.
Auch am Horn von Afrika, im Südosten Südamerikas sowie in Teilen Zentralasiens und an den Küsten Ostasiens sind überdurchschnittliche Niederschläge wahrscheinlicher. Weitere Signale betreffen den Norden der Arabischen Halbinsel und Teile Nordamerikas südlich des 45. Breitengrades.
Demgegenüber drohen auf dem indischen Subkontinent, im südlichen Mittelamerika, in Teilen der Karibik und im Nordwesten Südamerikas trockenere Bedingungen. Während manche Regionen ein erhöhtes Überschwemmungsrisiko erwartet, wächst anderswo die Gefahr schwerer Dürren.
El Niño will continue to intensify ahead of its forecast peak in December. Sea-surface temperatures in central & eastern tropical Pacific are set to increase to record levels. Above-average temperatures globally & shift in rainfall patterns are likely.
— World Meteorological Organization (@WMO) October 8, 2026
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Nahezu 100 Prozent gesichert: El Niño hälts sich bis Februar
Die Wahrscheinlichkeit, dass El Niño bis Februar 2027 anhält, liegt laut WMO bei nahezu 100 Prozent. Dahinter steht die gemeinsame Einschätzung von 13 nationalen und internationalen Vorhersagezentren.
Die WMO und ihre Mitglieder unterstützen deshalb Entscheidungsträger und humanitäre Organisationen mit laufenden Aktualisierungen. Die saisonalen Prognosen sollen Vorsorge ermöglichen. Sie zeigen erhöhte Risiken, ersetzen aber keine lokalen Wettervorhersagen. Wo gefährliche Extreme tatsächlich auftreten, muss anhand regionaler Entwicklungen und aktueller Warnungen beurteilt werden.
Artikelreferenz
Weltorganisation für Meteorologie (WMO), Pressemitteilung. (8. Oktober 2026). „Sea-surface temperatures reflect strengthening El Niño“. Global Seasonal Climate Update für Oktober bis Dezember 2026.