Wie entsteht eigentlich Ekel und was hat unser Fettgewebe damit zu tun?

Ein Forschungsteam aus Bonn und Tohoku in Japan haben neue Erkenntnisse publiziert, die eventuell erklären, wie wir Menschen Ekel und Vermeidung erlernen können. Es gibt einige Grundemotionen mit denen wir auf die Welt kommen.

Ekel ist eine starke Emotion
Ekel ist eine starke Emotion

Eine sehr starke Emotion, die uns extrem gut am Leben hält, ist der Ekel. Wenn wir etwas essen, das uns entweder nicht schmeckt oder nicht bekommt, reagieren wir schnell darauf.

Eine Grundemotion, die wir zum Überleben brauchen

In der Regel essen wir das spezielle Produkt gar nicht mehr im Leben oder probieren es nach einem sehr langen Zeitraum noch einmal. Manchmal kann der Ekel mit der Zeit vergehen. Das Forschungsteam hat das Verhalten von Fruchtfliegen genauer untersucht und sieht mögliche Parallelen bei uns Menschen. So spielt die Kommunikation zwischen den Hirnzellen und Fettzellen eine bedeutende Rolle.

In der Studie konnten die Fruchtfliegen zwischen zwei Nahrungsquellen wählen. Eine Quelle enthielt das krankmachenden Bakterium Pseudomonas entomophila. Die andere Quelle hatte keine negativen Nebenwirkungen.

Das Fettgewebe spricht mit

Auffällig wurde schnell, dass Fliegen, die noch keine schlechten Erfahrungen mit dem Erreger gemacht hatten, die schädliche Nahrung aufgrund des Geruches bevorzugten. Darüber hinaus konnte beobachtet werden, dass die Bakterien-Sensoren schlussendlich für das Vermeiden der einen Quelle verantwortlich waren.

Unsere Vorlieben sind immer von Erfahrungen geprägt
Unsere Vorlieben sind immer von Erfahrungen geprägt

Diese Sensoren sitzen besonders im Mundraum und auf der Oberfläche spezieller Nervenzellen. So werden nach Aufnahme der Nahrung nicht nur Nervenzellen in Alarmbereitschaft versetzt, sondern auch die neuronalen Verbindungen zum Fettdepot.

„In den Fettzellen veranlasst das Octopamin die Bildung eines weiteren Botenstoffs, des Dopamins. Das Dopamin wiederum wird ins Fliegengehirn transportiert und sorgt dort dauerhaft für eine verstärkte Aktivierung von Nervenzell-Netzwerken, die für Lernen wichtig sind und eine Vermeidungs-Reaktion auslösen. Die Tiere werden nun also von dem Geruch krankmachender Bakterien eher abgeschreckt." , so Grunwald Kadow, Direktorin des Instituts für Physiologie II, Universität Bonn und Universitätsklinikum Bonn

Das Forschungsteam konnte somit aufzeigen, dass die Fruchtfliegen langfristig die Nahrung mit den harmlosen Keimen auswählten. Eine Übertragung auf die möglichen Funktionsweisen beim Menschen ist deshalb möglich, da unser Hirn ähnlich funktionieren.

Die Erkenntnisse können im Bezug auf Essstörungen hilfreich sein

Beispielsweise setzt das Fettgewebe ebenfalls Botenstoffe frei, die auf unser Gehirn einwirken können und natürlich unseren Appetit beeinflussen. Zudem vermuten Forscherinnen und Forscher, dass bei Essstörungen die Interaktion zwischen Gehirn, Organen und Fettgewebe nicht mehr richtig funktioniert.

Die neuen Erkenntnisse können dazu beitragen, dass Metabolismus, Immunsystem und Gehirn im Kontext von Essstörungen besser verstanden werden können.

Quellenhinweise

Universität Bonn. (2026). Fettzellen spielen zentrale Rolle bei Vermeidungs-Lernen. News. Presse und Kommunikation.

Wang Y, De Backer J, Muria A et. al. (2026). A bidirectional brain-fat body axis for pathogen avoidance. Neuron, 2026; 0.

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