Die NASA kündigt eine Verschiebung des Starts von Satellitennetzwerken für die Atmosphärenforschung an
Die NASA plant Missionen, deren Schwerpunkt auf dem Start von Satelliten liegt, die aus dem Weltraum atmosphärische und geologische Daten erfassen sollen. Diese Missionen stellen eine Anpassung der zuvor geplanten Initiative „Atmosphere Observing System“ dar.

Der Hype um das Ignition-Event der NASA Ende März drehte sich in erster Linie um die neu festgelegten Prioritäten und Zeitpläne für die nächste Phase der Mondmissionen. Die Ankündigungen vom 24. März zeigten vor allem eine Verlagerung des Schwerpunkts hin zu einer Mondbasis auf der Oberfläche, wobei bemannte und unbemannte Missionen in den kommenden Jahren die für ein solches Vorhaben erforderliche Infrastruktur aufbauen sollen.
Im Rahmen der Veranstaltung kündigte die NASA eine neue Informationsanfrage (RFI) für mikrowellenradiometrische Beobachtungen der Atmosphäre an. Nach Angaben der NASA sucht sie „nach kostengünstigen, kommerziell betriebenen Konzepten für Mikrowellenradiometer, die im Formationsflug mit der FALCON-Konstellation der NASA eingesetzt werden sollen.“
FALCON-Flüge zur Erforschung der Atmosphäre
Der Start der NASA-Flotte „FALCON“ (Fleet for the Atmosphere Linking Commercial Observations) ist für einen Zeitpunkt im Laufe des Jahres 2029 vorgesehen. Das Projekt soll im Rahmen des „Earth Venture“-Programms der NASA die atmosphärische Forschung unterstützen. Aus der Informationsanfrage geht hervor, dass die von der NASA entwickelte Flotte voraussichtlich durch Beiträge privater Unternehmen ergänzt wird.
Dr. Nicky Fox, stellvertretende Leiterin der Abteilung für Wissenschaftsmissionen der NASA, weist darauf hin, dass die mit Lidar- und Radargeräten ausgestattete FALCON-Flotte sich insbesondere auf die Wechselwirkungen zwischen Wolken und Aerosolen konzentrieren wird. Die Auswertung der Beobachtungsdaten wird zudem zu einem tieferen Verständnis der atmosphärischen Konvektion führen.
63 years ago today, NASA launched the Television Infra-Red Observation Satellite (TIROS-1), the worlds first successful weather satellite. ️
— NOAA Satellites (@NOAASatellites) April 1, 2023
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Die komplexe Wechselbeziehung zwischen Wolken und Aerosolen ist von Rückkopplungsmechanismen durchzogen, die einen Großteil der Klimawissenschaft untermauern. Ein präzises Verständnis auf einer detaillierteren Ebene wird für unser Verständnis der Entwicklung des Klimawandels von entscheidender Bedeutung sein. Fox merkt an, dass die gewonnenen Erkenntnisse auch für die kritische Standortwahl und die Gefahrenbewertung bei künftigen Missionen zum Mond und zum Mars von Bedeutung sein werden.
Atmosphärenbeobachtungssystem ausgetauscht
FALCON ersetzt offiziell die geplanten Ziele des Atmospheric Observing System (AOS) des Earth System Observatory (ESO). Zwar ähneln die Ziele der FALCON-Initiative denen des AOS, doch die Kosten des ursprünglichen Projekts stiegen erheblich an, was zu einer Neuausrichtung führte.
Thank you for following Artemis II. Were just getting started. Welcome to the Artemis generation. pic.twitter.com/hrbvNSwdUI
— NASA Administrator Jared Isaacman (@NASAAdmin) April 12, 2026
Die FALCON-Flotte wird aus zwei NASA-Satelliten bestehen: dem Lidar, das vom Goddard Space Flight Center und dem Langley Research Center der NASA gebaut wurde. Das Radiometer zur Wolkenmessung wird dem Jet Propulsion Laboratory (JPL) der NASA anvertraut.
Zu der Konstellation gehört auch die Niederschlagsmessmission, die gemeinsam mit der japanischen (JAXA) und der französischen (CNES) Weltraumbehörde entwickelt wird. Die Niederschlagsmessmission umfasst Radargeräte sowie Multispektralradiometer zur Messung von Wasser- und Niederschlagsraten sowie der Eigenschaften von Wolkenpartikeln.
Während sich die „Ignition“-Veranstaltung stark auf künftige Missionen zum Mond und zum Mars konzentrierte, betonte die NASA nachdrücklich, dass die Geowissenschaften weiterhin hohe Priorität genießen. FALCON wird in der nächsten Phase des Verständnisses der Atmosphäre, extremer Wetterereignisse und des Klimawandels eine entscheidende Rolle spielen.
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