Wie beeinflusst das Coronavirus die Luftqualität in China?

Das Coronavirus breitet sich weiter aus weiter. Es ist noch nicht bekannt, wie lange die Quarantäne von fast zwanzig chinesischen Städten dauern wird, aber es sind nun einige Daten zu den Auswirkungen auf die Luftqualität bekannt.

Maider Rodríguez Maider Rodríguez Leon Beurer 15 Feb 2020 - 03:09 UTC
Coronavirus und Luftqualität
Die Maßnahmen gegen das Coronavirus haben die Luftqualität in China verbessert.

Am 7. Januar bestätigten die chinesischen Behörden, dass sie ein neues Coronavirus identifiziert hatten. Seitdem gibt es fast täglich neue Nachrichten, die sich in der ganzen Welt verbreiten. Dabei gibt es bisher rund 600 Tote und mehr als 27.000 infizierte Personen und rund zwanzig Städte in China stehen unter Quarantäne.

Ein Virus, das jedoch zweit verschiedene Seiten hat: Es hat die Luftqualität in China verbessert. Wie das? Nun, genau eine der drastischsten Maßnahmen der chinesischen Behörden war die einflussreichste: die Quarantäne. Die Tatsache, dass rund 50 Millionen Menschen, fast so viel wie die spanische Bevölkerung, ihre Städte nicht verlassen können und nicht auf dem Land-, See- oder Luftweg reisen können, hat viel mit den verbesserten NO2-Werten zu tun. Darüber hinaus fiel dieses Virus mit den Feierlichkeiten zum chinesischen Neujahr zusammen, einer Urlaubsperiode, die sich ohnehin auch positiv auf die Luftqualität des Landes auswirkt. Beides zusammen hat die Lage in Sachen Luftqualität mal eben deutlich verbessert.

Datenanalyse

In der letzten Woche haben soziale Netzwerke die Bilder eines atmosphärischen Messintruments, TROPOMI (Tropospheric Monitoring Instrument), an Bord des Sentinel-5 Precursor-Bodenbeobachtungssatelliten gezeigt. Dieses Spektrometer kann in der Atmosphäre vorhandene Gase wie Ozon, Methan, Kohlenmonoxid, Stickstoffdioxid oder Schwefeldioxid überwachen.

Die Satellitenbilder zeigen am 30. Januar sehr niedrige NO2-Konzentrationen im Vergleich zum Durchschnitt von Januar 2019. NO2 ist ein gesundheitschädliches Gas, das hauptsächlich durch industrielle Aktivitäten und den Verkehr emittiert wird. Ein deutlicher Unterschied, der sich vor allem in Wuhan, der Ursprungsstadt der Epidemie, bemerkbar macht. Die Stadt ist seit dem 23. Januar in Quarantäne und alle steht dort quasi still. Diese Lage kann jedoch auf den Rest des asiatischen Landes hochgerechnet werden.

Die Verbesserung der Luftqualität in China war daher in den letzten Wochen aufgrund des Coronavirus und der ergriffenen Maßnahmen besonders auffällig. Eine niedrige Konzentration, die nur unter Berücksichtigung der meteorologischen Parameter nicht erklärt werden konnte und damit ein positiver Nebeneffekt der gesamten Epidemie.

Wie geht´s nun weiter?

Die größte Quaratäne-Aktion in der Geschichte dauert noch an, und es gibt immer noch viele Menschen, die ihre Häuser nicht verlassen können. Die drastischen Maßnahmen erstrecken sich über Städte in ganz China, so dass in einigen von ihnen, wie z. B. Huanggang, der am zweithäufigsten vom Virus betroffenen Stadt, nur eine Person pro Familie alle zwei Tage das Haus verlassen kann, um einkaufen zu gehen. Medizinisches Personal kontrolliert die Temperatur der Bürge. Das ist eine Maßnahme, die sich auch auf nahe gelegene Städte erstreckt und sich seit letzter Woche zusehends verschärft.

Die meisten chinesischen Neujahrsfeiertage sind bereits zu Ende, obwohl das ganze eigentlich noch bis zim 8. Februar andauert. Für den Moment und solange diese strengen Maßnahmen in Kraft bleiben, wird die Luft, die das asiatische Land atmet, paradoxerweise immer sauberer. China ist das umweltschädlichste Land der Erde und ist allein für 30 Prozent der Luftschafstoffe verantwortlich!

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