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Warum zittern wir, wenn wir frieren?

Eine der merkwürdigsten Reaktionen unseres Körpers ist das Zittern, wenn wir frieren. Aber warum zittern wir bei Kälte? Warum können wir diese Reaktion nicht beeinflussen?

Marc Redondo Marc Redondo Daniela Aragón 30 Jan 2018 - 17:26 UTC
Zittern wenn wir frieren
Der menschliche Körper verfügt über kuriose Mechanismen, um die Temperatur zu halten.

Es ist Winter. Obwohl wir sehr früh aufstehen müssen, können wir dank einer warmen Dusche, auf angenehme Weise, in den Tag starten. Kalt ist uns nun nicht mehr, jedoch wartet eine der ersten Herausforderungen des Tages auf uns: das warme Bad verlassen und bis ins Schlafzimmer gelangen, um uns anzuziehen. Auf Zehenspitzen und so schnell wie möglich, denn dieser Temperaturunterschied macht unserem Körper zu schaffen, und wir beginnen zu zittern.

Es liegt klar auf der Hand, dass unser Körper auf die niedrige Außentemperatur reagiert. Um herauszufinden, warum unser Körper zittert, müssen wir Schritt für Schritt vorgehen. Wo beginnt der Vorgang? Die Antwort lautet im Kopf, genauer gesagt, im Hypothalamus.

Der Hypothalamus, unser Thermostat

Im Inneren unseres Gehirns befindet sich der Hypothalamus. Er besteht aus grauer Gehirnsubstanz und ist genaugenommen eine Drüse, so klein wie eine Erbse. Trotz der geringen Größe, hat der Hypothalamus eine lebensnotwendige Funktion. Die Entscheidungen, die diese Gehirnregion trifft, halten uns am Leben.

Zu den vielen Funktionen des Hypothalamus zählt die Regulation der Nahrungsaufnahme, des Hormonspiegels, des Schlafs…und selbstverständlich auch der Körpertemperatur! Man könnte sagen, dass der Hypothalamus wie ein Thermostat funktioniert und unsere Körpertemperatur stets reguliert. Entsprechende der Situation, wird die passende Entscheidung getroffen.




Warum zittern wir, wenn wir frieren?
Unsere Haut ist mit Thermorezeptor übersät.

Befassen wir uns einmal mit der temperaturregulierenden Funktion des Hypothalamus. Wenn die Thermorezeptoren unserer Haut der Meinung sind, dass die Außentemperatur die Erhaltung unserer Körpertemperatur gefährdet, wird der Hypothalamus benachrichtigt. Nachdem die Warnung verarbeitet wurde, befiehlt der Hypothalamus den Körpermuskeln, sich wiederholt zusammenzuziehen, wir beginnen zu zittern.


Muskeln als Wärmespender

Wenn die Muskeln aktiv sind, wird Energie, in Form von Wärme, freigesetzt. Sie werden es beim Sport wohl schon selbst bemerkt haben. Sobald der Hypothalamus den Befehl, der Muskelkontraktion versendet, beginnen die Muskeln Energie zu verbrauchen, um diese in Wärme umzuwandeln.

Dieses System nützt dem Körper, wenn wir frieren, um einen starken Abfall der Außentemperatur zu kompensieren. Ferner reagiert der Körper ähnlich, wenn wir unter Fieber leiden oder Angst haben.

Zittern ist unwillkürlich und nicht kontrollierbar

Der Befehl des Hypothalamus an die Muskeln bewirkt vollkommen unwillkürliche Bewegungen. Hierbei handelt es sich keineswegs um einen Zufall. Wenn Sie bei Kälte versuchen, das Zittern zu unterdrücken, werden Sie feststellen, dass es unmöglich ist. Vielleicht schaffen Sie es für einige Sekunden, aber dann werden die Muskelkontraktionen nur noch heftiger. Somit gelingt es dem Körper, der immer sehr Weise ist, die Körpertemperatur zu erhöhen und wir können wirklich nichts tun, um dies zu verhindern.

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