Intensive Landwirtschaft als Hauptgrund für das Vogelsterben in Europa?

Die Vogelpopulation nimmt in Europa seit Jahren immer weiter ab. Forscher haben nun festgestellt, dass der Rückgang der Vögel in Europa mittlerweile bei 25 Prozent liegt. Ein Hauptgrund dafür sei die intensive Landwirtschaft.

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Intensive Landwirtschaft und der Klimwandel sind der Hauptgrund für den Rückgang der Vogelpopulation.

Pestizide und Düngemittel haben schädliche Auswirkungen auf die Vogelpopulation in Europa. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie. Viele Vogelarten sind daher deutlich dezimiert worden und teilweise komplett aus der Natur verschwunden. Hier braucht es nach den Angaben der Forscher dringend eine stärkere Regulierung für den Einsatz von Pestiziden und Düngemittel. Der Rückgang um 25 Prozent in den vergangenen 40 Jahren ist sehr beachtlich und muss dringend ausgebremst werden.

Eine weitere Ursache für den Rückgang ist neben der Landwirtschaft der Klimawandel. Immer mehr Lebensraum der Vögel fällt weg, verändert sich. Nicht alle Vogelarten schaffen es sich anzupassen bzw. schaffen es nicht sich schnell genug anzupassen. "Die Ergebnisse lassen keinen Zweifel daran, dass es sich nicht um ein lokales Problem handelt, sondern dass die schädlichen Auswirkungen von Großkulturen, Düngemitteln und Pestiziden in ganz Europa verbreitet sind. Wir müssen die Regulierung der landwirtschaftlichen Praktiken beschleunigen und nachhaltigere Modelle umsetzen", sagt Stanislas Rigal, Forscher an der Universität Montpellier und Hauptautor der Studie.


Regulierung von Pestiziden und Düngemittel notwendig

In der Studie wurden 170 häufige Vogelarten untersucht, die über einen Zeitraum von 37 Jahren an mehr als 20.000 Orten in 28 europäischen Ländern beobachtet wurden. Der Studie zufolge hat die Intensivierung der Landwirtschaft zu einem verstärkten Einsatz von Dünge- und Schädlingsbekämpfungsmitteln geführt, die den Boden von Pflanzen, Insekten und anderen wirbellosen Tieren befreien, die für viele Vögel eine wichtige Nahrungsquelle darstellen, "insbesondere während der Brutzeit, wenn die Küken viel Eiweiß benötigen", so Lluís Brotons, CSIC-Forscher am CREAF und Mitautor der Studie.

Hauptursachen für das Vogelsterben sind die intensive Landwirtschaft und der Klimawandel. Der Einsatz schädlicher Düngemittel uns Pestizide muss reduziert werden.

Diese Produkte verunreinigen auch die Samen, und wenn die Vögel sie aufnehmen, reichern sich die giftigen Substanzen in ihrem Körper an und können sogar zum Tod führen. Im Rahmen der Untersuchung wurde auch die Rolle des Klimawandels, der Verstädterung und der Veränderungen in der Waldlandschaft für den Rückgang der Art analysiert. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass der Klimawandel nach der Intensivierung der Landwirtschaft die zweite Ursache für den Rückgang ist,

Urbanisierung macht der Vogelpopulation ebenfalls zu schaffen

Der dritte Grund ist die Urbanisierung. Immer mehr Grünfläche verschwindet und muss Gebäuden oder Parkplätzen weichen. Damit nimmt man den Vögeln ihren Lebensraum. Der Platz wird insgesamt kleiner. Auch die Gebäude an sich stellen eine Gefahr für die Vögel dar. Nicht selten fliegen Vögel gegen Fensterscheiben und sterben dabei. All das trügt dazu bei, dass sich die Population weiter verkleinern wird.

Auch hier ist dringend Handlungsbedarf geboten. Sonst laufen wir Gefahr, in den nächsten 20 bis 30 Jahren den Bestand der Vogelpopulation in Europa weiter drastisch zu reduzieren.

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