Unwetter früher erkennen – wichtiger denn je! Meteosat-14 jetzt im All und wird Wetterwarnungen entscheidend verbessern
Der neue Satellit Meteosat-14 ist jetzt im ALL und mit ihm ist Europas neues Wettersatelliten-Trio komplett. Schnellere Bilder und präzisere Messungen sollen Gewitter, Stürme und andere Unwetter künftig früher sichtbar machen, Warnungen verbessern und Menschenleben besser schützen.

Europa hat einen neuen Wetteralarm im All: Der Wettersatellit MTG-I2 ist am 27. August 2026 an Bord einer Ariane-6-Rakete vom Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guayana gestartet.
Im Einsatz trägt er den Namen Meteosat-14. Gemeinsam mit MTG-I1 und MTG-S1 bildet er das erste vollständige Trio der neuen Meteosat-Generation. Bevor er Wetterdaten liefern kann, muss der Satellit allerdings zunächst seinen geostationären Zielorbit erreichen und gründlich getestet werden.
Neue Bilder alle zweieinhalb Minuten
Der größte Fortschritt liegt in der Geschwindigkeit.
Gerade bei Gewittern zählt jede Minute:
Gewitterzellen können sich rasch verstärken, ihre Zugrichtung ändern und innerhalb kurzer Zeit Starkregen, Hagel oder schwere Sturmböen bringen. Weil der Satellit alle zweieinhalb Minuten neue Bilder liefert, können Meteorologen diese gefährlichen Entwicklungen nahezu in Echtzeit verfolgen.
Blitze verraten gefährliche Entwicklungen
Meteosat-14 ist einer von, wie obern bereits erwähnt, zwei sogenannten Imager-Satelliten. Diese nehmen in kurzen Abständen hochauflösende Bilder von Wolken und Wettersystemen auf.
Dafür arbeiten an Bord zwei zentrale Instrumente:
- Der Flexible Combined Imager beobachtet Wolken, Feuchtigkeit und weitere Merkmale der Atmosphäre.
- Der Lightning Imager erfasst aus rund 36.000 Kilometern Höhe kontinuierlich Blitze.
Nimmt die Blitzaktivität plötzlich stark zu, kann das darauf hindeuten, dass ein Gewitter gefährlicher wird. Solche Messungen helfen Wetterdiensten, die Entwicklung einzuschätzen und Warnungen rechtzeitig anzupassen.
Der dritte Satellit des Trios ist ein sogenannter Sounder und untersucht Temperatur und Luftfeuchtigkeit in verschiedenen Höhen der Atmosphäre. So erhalten Meteorologen nicht nur aktuelle Bilder, sondern auch Informationen darüber, was im Inneren einer Luftmasse geschieht und wo gefährliches Wetter entstehen kann.
Mehr Daten für bessere Prognosen
Nach Angaben des DLR (Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt) erreicht die dritte Meteosat-Generation eine hundertfach höhere Datenraten. Aber davon profitiert nicht nur das sogenannte Nowcasting, also die Vorhersage der nächsten Minuten und Stunden. Die zusätzlichen Beobachtungen fließen auch in Wettermodelle ein und können dadurch Prognosen für die kommenden drei bis sieben Tage verbessern.
Success! MTG-I2 is on its way to geostationary orbit.
— European Space Agency (@esa) August 27, 2026
After acquiring signal, the satellite has been confirmed healthy.
As the third satellite in the Meteosat Third Generation constellation, MTG-I2 will provide weather forecasters with unprecedented views of Europe and pic.twitter.com/g123oGuZHf
Deutsche Technik an Bord
Deutschland ist mit rund 30 Prozent an der Entwicklung des europäischen MTG-Programms beteiligt.
- OHB baut die Plattformen aller sechs vorgesehenen Satelliten sowie die Infrarot-Sounder für die beiden MTG-S-Satelliten.
- Airbus Defence and Space wirkt am Sentinel-4-Instrument zur Überwachung der Luftqualität mit.
- Das DLR entwickelt dafür Softwaresysteme, die aus den Messungen geophysikalische Produkte ableiten.
Ein Trio mit langfristiger Aufgabe
Die gesamte MTG-Reihe umfasst vier Imager und zwei Sounder. Sie werden schrittweise gestartet und sollen die Wetterbeobachtung aus dem geostationären Orbit (rund 36.000 Kilometer über dem Äquator, wo Satelliten immer über derselben Stelle der Erde bleiben) über Jahrzehnte sichern.
Ihre Daten helfen nicht nur Wetterdiensten. Auch Katastrophenschutz, Luftfahrt, Schifffahrt, Landwirtschaft und Energiewirtschaft sind auf schnelle und verlässliche Informationen angewiesen. Meteosat-14 ist deshalb weit mehr als ein weiterer Satellit: Er soll Warnungen früher ermöglichen und Entscheidungen sicherer machen.
Artikelreferenz
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), 27. August 2026; Europäische Weltraumorganisation (ESA). (27. August 2026 2026). Erstes Trio der Meteosat-Third-Generation-Wettersatelliten vollständig.