„Da kommt der Südwest-Turbo!" – 35 Grad möglich: Wüstentag-Gefahr direkt zum September-Start

Kaum beginnt der meteorologische Herbst, dreht die Strömung auf Südwest – und schaufelt Sommerluft heran. Im Südwesten sind bis zu 35 Grad drin. Der Spätsommer schlägt zurück.
Der Kalender sagt Herbst, das Wetter sagt: noch lange nicht. Pünktlich zum meteorologischen Herbstanfang am 1. September zieht sich das Blockadehoch über Skandinavien nach Osten zurück – und macht damit den Weg frei für eine kräftige Südwestströmung. Genau diese Konstellation ist es, die Warmluftfreunden jetzt ein Lächeln ins Gesicht zaubert.
Denn auf der Vorderseite dieser Strömung wird subtropische Luft direkt aus dem westlichen Mittelmeerraum zu uns geschaufelt. Und die hat es in sich: Im Südwesten der Republik sind zum Auftakt der neuen Woche bis zu 35 Grad drin – ein glasklarer Wüstentag, mitten im September.
Der Südwest-Turbo läuft heiß
Was da gerade passiert, ist ein echtes Lehrbuchbeispiel. Solange das Hoch über Fennoskandien mauert, bleibt kühle Luft draußen. Doch sobald es kippt, öffnet sich das Tor nach Südwesten – und die Atmosphäre nutzt jede Lücke.
Zwischen einem Tiefdruckwirbel über dem Nordatlantik und dem abziehenden Hoch spannt sich eine breite Warmluftrampe auf. Über Frankreich und der Iberischen Halbinsel lagert glühend heiße Luft, die nun nordostwärts in Bewegung kommt. Für den Oberrheingraben, das Saarland und Teile von Rheinland-Pfalz heißt das: Es wird noch einmal richtig heiß.
35 Grad? Das ist keine Übertreibung
Klingt nach viel für Anfang September – ist es auch. Doch die Wettermodelle stützen den Kurs inzwischen erstaunlich einheitlich. Der Oberrheingraben wirkt dabei wie ein Brennglas: Die Luft staut sich, sinkt ab, erwärmt sich zusätzlich.
Schon der August hatte es mit einer Abweichung von über drei Grad zum langjährigen Mittel faustdick hinter den Ohren. Der September legt jetzt nach. Wo die Sonne durchkommt, klettern die Werte spielend über die 30-Grad-Marke – und im äußersten Südwesten eben bis an die 35 Grad heran. „Die Warmluft-Rampe steht, und der Süden liegt genau in der Aufwärtsspur", bringt es Wetterexperte Dominik Jung auf den Punkt.
Nicht überall Badewetter – Vorsicht Unwetter
So verlockend die Hitze klingt, ganz ohne Haken kommt die Südwestlage nicht daher. Denn dieselbe Strömung, die die Wärme heranführt, karrt auch energiegeladene Luftmassen mit sich.
Von Westen her rücken immer wieder Schauer und teils kräftige Gewitter heran. Vor allem im Norden und später auch in der Mitte kann es ruppig werden – mit Starkregen, Sturmböen und lokal sogar Hagel. Der Spätsommer zeigt sich also von seiner zwiespältigen Seite: hier Sommerhitze, dort Unwetterküche.
Wie lange hält der Wärmeschub?
Die große Frage lautet nun: Bleibt die Wärme, oder ist der Spuk schnell vorbei? Nach dem ersten heißen Schub deutet sich an, dass eine Kaltfront von Westen die Werte wieder deutlich drückt.

Doch abgeschrieben ist der Spätsommer damit nicht. Immer wieder versucht die Warmluft, von Südwesten nachzuschieben. Es bleibt ein ständiges Tauziehen zwischen atlantischer Kühle und mediterraner Wärme – und genau das macht diese Wetterlage so spannend und schwer greifbar.
Fazit: Der Sommer sagt noch nicht Tschüss
Wer den Sommer noch nicht abhaken wollte, bekommt jetzt eine zweite Chance. Zum September-Start rollt die Wärme zurück, im Südwesten winkt sogar ein später Wüstentag mit bis zu 35 Grad.

Packen Sie also die Sonnencreme noch einmal ein – aber lassen Sie den Regenschirm griffbereit. Denn diese Südwestlage ist ein Wechselbad der Gefühle: Am einen Tag Badewetter, am nächsten Blitz und Donner. Der Spätsommer 2026 hat definitiv noch etwas vor.