Tempo 30 fast überall? Norwegen schafft mehr Sicherheit und mehr Klimaschutz
Das Land in Nordeuropa möchte sich in Zukunft noch mehr an die Bedürfnisse von Radfahrenden und Fußgängern anpassen. Auch für den Klimaschutz kann Tempo 30 eine starke Verbesserung sein.

In Norwegen ist die Verkehrssicherheit generell schon sehr hoch. Bereits seit vielen Jahren gilt das Land als eines der verkehrsichersten Länder in Europa.
Norwegen gilt als besonders verkehrssicher
Norwegen verzeichnet seit Jahren sehr wenig Verkehrstote im Vergleich zu Deutschland. In vielen Städten gilt bereits schon eine Begrenzung auf 30 Stundenkilometer.
Die neuen Änderungen sind jedoch nicht per se für alle Dörfer oder Innenstädte verpflichtend. Dennoch müssen Kommunen von jetzt an begründen, weshalb sie ein höheres Tempo erlauben möchte. So lässt sich erstmal sagen, dass es künftig mehr 30er Zonen und deutlich weniger Raum mit Tempo 50 Begrenzungen geben wird. In Norwegen wird diese Einführung gelassen genommen.
Mehr Klimaschutz und weniger Verletzte
Im Bezug auf die Verkehrssicherheit freuen sich vor allem andere Verkehrsteilnehmer und Leute in belebten Gebieten. So gilt beispielsweise in der Hauptstadt Oslo fast vollständig Tempo 30. Ein Großteil der Innenstadt ist mittlerweile fast komplett autofrei.
Viele Studien zeigen, dass wir durch eine Geschwindigkeitsbegrenzung in Innenstädten, Dörfern und belebten Umgebungen auch in Deutschland weniger Tote und Verletzte haben. Durch die niedrige Geschwindigkeit kann deutlich besser reagiert werden, sodass sich das Unfallverhalten stark verändert.
Neue Erkenntnisse der Björn-Steiger-Stiftung
So zeigt eine neue Studie der Björn-Steiger-Stiftung, dass nicht nur die Lebensqualität durch Tempo 30 besser würde, sondern wir einfach unfallfreier gemeinsam am Straßenverkehr teilnehmen können. Zudem dauert die Fahrt mit der geringen Geschwindigkeit kaum länger.

In der Studie wurden Daten aus insgesamt 14 Städten ausgewertet, die Tempo-Limits in Innenstädten eingeführt hatten. Dazu gehörten beispielsweise Berlin, Graz, Helsinki, London und Toronto in Kanada. Laut der Ergebnisse sind beispielsweise in Graz die Anzahl der Unfälle zwei Jahre nach Einführung um 12 Prozent zurückgegangen.
Zahl der Verletzten sinkt im Schnitt deutlich
Um 43 Prozent gesunken ist sogar in der Stadt Edinburgh in Schottland die Anzahl der verunfallten Personen in den letzten drei Jahren.
Siegfried Brockmann, der Leiter der Stiftung sieht in den Erkenntnissen einen nachhaltigen Hebel für de zukünftige Stadtplanung. Die Einführung von Tempo 30-Zonen verbessere die Verkehrssicherheit, reduzierteEmissionen und Lärmbelastung und steigere gleichzeitig die Lebensqualität.
Quellenhinweise
Deutschlandfunk. (2026). Studie zu Tempo 30: Weniger Unfälle, kaum längere Fahrzeit. Björn-Steiger-Stiftung. Die Nachrichten.
Der Spiegel. (2026). Norwegen macht Tempo 30 zum Standard in Städten und Dörfern. Auto. Mobilität.