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“Spiegeleier” in der Antarktis, von Cyprien Verseux

In der Antarktis wurden erstaunliche Fotos geschossen, die um die Welt gingen. Heute durfte Meteored den Autor der Bilder interviewen, den Verantwortlichen der Concordia Basis. Wahre Kunstwerke kamen zustande, als das Team im Freien zu Mittag aß und das Essen erstarrte.

Juan José Villena Juan José Villena Daniela Aragón 07 Okt 2018 - 08:41 UTC
Antarktis Fotos
Erfolgloser Versuch vor der Concordia Station Spiegeleier zu braten, von Cyprien Verseux.

In den vergangenen Tagen kursieren Bilder der Wissenschaftler der französisch-italienischen Concordia Station, die sich inmitten der Antarktis befindet, in den Sozialen Netzwerken. Auf den Fotos ist zu sehen, wie sich das Team im Freien erfolglos versucht das Mittagessen zuzubereiten. Die Eier gefrieren noch bevor Sie in die Pfanne Fallen, Spagetti versteinern, wobei die Gabel in der Luft zu schweben scheint, und die Schokoladencreme bildet spektakuläre Stalaktiten. Die Bilder gehen dank der ca. 400 Retweets um die Welt. Heute durfte Meteored Cyprien Verseux, Astrobiologe und Verantwortlicher der Concordia Station, interviewen.

„Am vergangenen Wochenende und Anfang dieser Woche, lagen sie Temperaturen um die -60°C, was nach den Wintermonaten nahezu angenehm war“, so Verseux. Bei solchen Temperaturen ist es ganz normal, dass Nahrungsmittel innerhalb weniger Sekunden erstarren, „sie fallen im Winter sogar bis unter -80°C und steigen im Sommer nur selten auf mehr als -20°C“, so der französische Astrobiologe.

Die Concordia Station wurde bereits 2005 im Polarplateau, einer der kältesten Gebiete der Welt, eingerichtet. Genau diese extreme Kälte fasziniert Verseux, „die Landschaft ist wunderschön, man sieht nur Schnee am Horizont, aber das Lichterspiel lässt ihn prächtig wirken“. Häufig färben Polarlichter den Himmel der Antarktis rot, grün und orange.

Es handelt sich um eine unwirtliche Einöde, in der weder Tiere noch Pflanzen leben. Obwohl Letzteres nicht sonderbar ist, denn auf diesem Kontinent halten sich die wilden Tiere nur einige wenige Kilometer weit in Küstennähe auf. Nur selten sieht man eine Raubmöwe, die wohl zur Migration festgestellt hat, dass es weniger zeitaufwendig ist, den Kontinent zu überfliegen, anstatt ihn zu umfliegen.

Für die 13 Mitglieder des Expeditionsteams ist der Aufenthalt in der Antarktis ein extremes Erlebnis. „Manche sind Profis, dank denen wir überleben. Unter uns ist ein Koch und ein Arzt. Andere forschen im Bereich der Astronomie, Gletscherkunde, Anpassung des Menschen an extreme Konditionen, Atmosphärischen Wissenschaft und der Geophysik“, erklärt der Wissenschaftler abschließend. Wir wünschen diesen Helden viel Glück!

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