Rizinusöl: Mythen und Fakten – Was die Wissenschaft wirklich dazu sagt und worauf Sie vor der Anwendung achten sollten
Rizinusöl wird oft als Wundermittel gefeiert – für Fettabbau, Augenheilung und mehr. Wissenschaftliche Belege dafür fehlen meist. Eine Studie warnt vor übermäßigem Gebrauch und möglichen Hautreizungen. Dieser Artikel klärt Mythen auf und zeigt, worauf Sie bei der Anwendung achten sollten.

Rizinusöl gehört zu den ältesten bekannten Pflanzenölen mit medizinischer Anwendung. Seit Jahrtausenden schätzt man seine abführende Wirkung und seine Verwendung in Kosmetik und Naturheilkunde.
Trotz dieser langen Tradition kursieren zahlreiche Mythen über seine Heilkräfte – von Wundermitteln bis hin zu gefährlichen Nebenwirkungen. Doch was sagt die moderne Wissenschaft wirklich über Rizinusöl?
Was steckt im Rizinusöl?
Das Öl wird aus den Samen des Wunderbaums (Ricinus communis) gewonnen und ist ein pflanzliches Triglycerid, reich an Ricinolsäure. Diese spezielle Fettsäure verleiht dem Öl seine abführenden Eigenschaften. Wichtig zu wissen:
Abführmittel oder Wundermittel?
Die wissenschaftliche Evidenz bestätigt, dass Rizinusöl bei kurzfristiger Anwendung als Abführmittel wirken kann, indem es die Darmmuskulatur stimuliert. Dennoch ist Vorsicht geboten:
Die Wirkung setzt meist nach mehreren Stunden ein, und bei unsachgemäßer Anwendung können Nebenwirkungen wie Bauchkrämpfe, Übelkeit oder Dehydrierung auftreten.
Rizinusöl in der Haut- und Haarpflege
Viele Menschen verwenden Rizinusöl auch zur Pflege von Haut und Haaren. Hier ist die Erfahrung überwiegend positiv: Das Öl spendet Feuchtigkeit, wirkt entzündungshemmend und kann zur Wundheilung beitragen. Wissenschaftliche Studien bestätigen die hautfreundlichen Eigenschaften der Ricinolsäure und ihre antimikrobiellen Effekte, wenngleich die Datenbasis noch ausbaufähig ist.
Gefahren beim rohen Samen – Vorsicht ist geboten
Anders als das Öl sind die rohen Samen des Wunderbaums hochgiftig, da sie das Protein Ricin enthalten – eines der stärksten natürlichen Gifte.
Bereits wenige Samen können schwere Vergiftungen hervorrufen, die Magen-Darm-Beschwerden, neurologische Symptome und in schweren Fällen Organversagen verursachen.
Die Vergiftung erfordert sofortige medizinische Behandlung und ist mit einem erheblichen Risiko verbunden. Deshalb sollten Samen keinesfalls als Hausmittel verwendet werden.
Worauf Sie achten sollten
- Nur reines, handelsübliches Rizinusöl verwenden: Dieses ist geprüft und frei von Ricin.
- Anwendungsempfehlungen befolgen: Insbesondere bei innerlicher Anwendung die Dosierung genau einhalten und nicht dauerhaft verwenden.
- Im Zweifelsfall Rücksprache halten: Bei bestehenden Erkrankungen oder Unsicherheiten empfiehlt sich der ärztliche Rat.
- Keinesfalls rohe Samen konsumieren: Diese stellen eine erhebliche Gesundheitsgefahr dar.
Rizinusöl - Die Wirkungen auf Darm, Haut und Haare
— Zentrum der Gesundheit (@ZentrumGesund) May 23, 2024
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Bewusst und informiert handeln
Rizinusöl ist ein wertvolles Naturprodukt mit bewährten Anwendungsmöglichkeiten.
Die wissenschaftliche Forschung unterstützt viele traditionelle Nutzungen, warnt jedoch vor unbedachtem Gebrauch – vor allem bei der Einnahme oder beim Umgang mit den Samen.
Ein verantwortungsbewusster, aufgeklärter Umgang sorgt dafür, dass Sie von den positiven Eigenschaften profitieren können, ohne sich unnötigen Risiken auszusetzen.
Quelle
Al-Tamimi, F. A., & Hegazi, A. E. M. (2008). A Case of Castor Bean Poisoning. Sultan Qaboos University Medical Journal, 8(1), 83–87. Verfügbar unter: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3087745/ (letzter Zugriff: 03.09.2025). (letzter Zugriff: 03.09.2025).