Pflanzenschutzmittel im Essen: So viele Rückstände sind in Deutschlands Lebensmitteln enthalten
Gute Nachrichten für Verbraucher: Die gesetzlichen Grenzwerte für Pflanzenschutzmittel werden hierzulande nur äußerst selten überschritten. Jede zweite untersuchte Probe weist keinerlei messbare Rückstände auf. Einige Produkte sind jedoch etwas mehr belastet, beispielsweise Grapefruits oder Kirschen.

Deutschlands Lebensmittel schneiden bei der Kontrolle von Pflanzenschutzmittelrückständen erneut gut ab. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat seinen nationalen Bericht für das Jahr 2024 vorgelegt und sieht einen klaren positiven Trend.
Grundlage des Berichts sind 16.423 Proben aus dem gesamten Bundesgebiet, die in der amtlichen Lebensmittelüberwachung untersucht wurden. Dabei kam heraus, dass Überschreitungen der gesetzlichen Rückstandshöchstgehalte (RHG) weiterhin selten sind. Gleichzeitig nimmt die Zahl der Produkte ohne messbare Rückstände deutlich zu.
Im Vergleich zum Vorjahr stieg der Anteil der Proben ohne quantifizierbare Rückstände um zehn Prozent. Inzwischen weist etwa jede zweite untersuchte Probe keinerlei messbare Pflanzenschutzmittel auf. Für Verbraucherinnen und Verbraucher bedeutet das eine weitere Entlastung im täglichen Einkauf.
Diese Lebensmittel sind betroffen
Welche Produkte Rückstände enthalten, hängt vor allem von zwei Faktoren ab: „Die Sorte selbst und die Herkunft des Erzeugnisses sind entscheidende Faktoren“, sagt BVL-Präsidentin Professorin Gaby-Fleur Böl. So wurden in Mais und Spargel nur in wenigen Fällen Rückstände nachgewiesen, wohingegen Grapefruits oder Kirschen deutlich häufiger messbare Werte aufwiesen.

Auch bei Lebensmitteln mit nachweisbaren Rückständen bleibt die Bilanz überwiegend positiv. In häufig konsumierten Produkten wie Tomaten, Kartoffeln oder Äpfeln wurden im Jahr 2024 kaum oder gar keine Überschreitungen der Höchstgehalte festgestellt. Auffälligere Werte traten vor allem bei Mangos, Paprika-Fruchtgewürz und Grünkohl auf.
Produkte aus Deutschland überschritten die Grenzwerte nur zu 1,0 Prozent, aus anderen EU-Staaten zu 1,5 Prozent. Erzeugnisse aus Nicht-EU-Ländern lagen mit 6,7 Prozent deutlich darüber, entwickelten sich aber ebenfalls positiv. „Im Jahr 2024 weisen Erzeugnisse aus Drittländern 1,8 Prozent weniger Überschreitungen als im Vorjahr auf“, so Böl. Die Quoten innerhalb Deutschlands und der EU blieben hingegen nahezu stabil.

Große Unterschiede zeigen sich zudem zwischen ökologischer und konventioneller Erzeugung: Während 80,1 Prozent der Bio-Proben keine quantifizierbaren Rückstände enthielten, hatten bei konventioneller Ware immerhin 45,9 Prozent keine quantifizierbaren Rückstände.
Mehrere Rückstände pro Lebensmittel
Ein weiteres Thema sind Mehrfachrückstände. Da moderne Pflanzenschutzmittel gezielt wirken und Resistenzen vermieden werden müssen, kommen häufig mehrere Wirkstoffe zum Einsatz. Entsprechend wurden bei rund einem Drittel aller Proben mehrere Substanzen gleichzeitig gefunden.
Doch auch mehrere Substanzen bedeuten nicht automatisch ein Gesundheitsrisiko. Denn Rückstände sind nur dann zulässig, wenn sie unterhalb der gesetzlich festgelegten Höchstgehalte liegen, die bewusst deutlich unterhalb der gesundheitlichen Bedenklichkeit angesetzt werden. Auch eine Überschreitung stellt nicht automatisch eine Gefahr dar.

Untersucht wurden die Proben in den Laboren der Bundesländer im Rahmen überwiegend risikoorientierter Kontrollen. Insgesamt flossen mehr als 6,3 Millionen Einzelanalysen auf 1064 Stoffe in den Bericht ein.
Quellenhinweis:
Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelamt (BVL) (2025): Nationale Berichterstattung „Pflanzenschutzmittelrückstände in Lebensmitteln“. Zusammenfassung der Ergebnisse des Jahres 2024 aus der Bundesrepublik Deutschland.