Neue Erkenntnis aus Dänemark: Feuchtgebiete sollten nicht überflutet werden

Um den größten Effekt für das Klima zu erreichen, reicht es aus, den Grundwasserspiegel und die Bodenoberfläche stabil zu halten. Die neue Studie der Universität Kopenhagen macht klar, dass eine Flutung schädlich ist.

Feuchtgebiete können ganz unterschiedlich sein
Feuchtgebiete können ganz unterschiedlich sein

Entgegen der Erwartungen können Feuchtgebiete durch eine Flutung mit Wasser belastet werden.

Eine Flutung befördert mehr klimaschädliche Gase

Das Forschungsteam der Universität stützt seine Erkenntnisse aus den Messungen und Analysen des Gebiets Maglemosen. Dieses Feuchtgebiet liegt etwas 20 Kilometer nördlich von Kopenhagen und gilt als typisches dänisches Feuchtgebiet mit Torfboden.

Seit mehr als hundert Jahren wird es nur noch für Forschung genutzt und größtenteils sich selbst überlassen.

Feuchtgebiete machen etwa sechs Prozent der Landfläche aus. Jedoch enthalten sie etwa 30 Prozent des terrestrischen organischen Kohlenstoffvorrats.

Weniger CO2 Emissionen sind für die Klimabilanz wichtig

Somit sind die CO2-Emissionen aus Feuchtgebieten für die globale Klimabilanz von zentraler Bedeutung. In Dänemark ist aktuell geplant, 140.000 Hektar tief liegende Flächen wie Moore und Wiesen zu überfluten.

„Unsere Forschung zeigt jedoch, dass dies keine gute Idee ist. Indem der Wasserstand leicht unterhalb des Bodenniveaus gehalten wird, kann das entstehende Methan teilweise in das weniger schädliche Treibhausgas CO2 umgewandelt werden, bevor es freigesetzt wird, wodurch die Methanemissionen begrenzt werden“, sagt Professor Bo Elberling

Diese spezielle Überflutung der Gebiete verlangsamt dann die Zersetzung der organischen Stoffe. So werden zudem optimale Bedingungen geschaffen, dass sich Methan bildet und somit dem Klima weiter Schaden zufügt. Methan ist bis zu 30 mal schädlicher als Kohlenstoffdioxid.

Die Feuchgebiete sind natürliche Lebensräume

Ebenfalls haben dänische Forscherinnen und Forscher wichtige Mikroorganismen entdeckt, die in den Feuchtgebieten nicht ganz nutzlos sind, sondern vielmehr zu einem Gleichgewicht beitragen.

Maglemosen ist 20 KM von Kopenhagen entfernt
Maglemosen ist 20 KM von Kopenhagen entfernt

Über 140000 Arten leben in dem feuchten Boden. Einige dieser Mikroorganismen, die in den oberen Bodenschichten leben, sind der Grund, warum die Überflutung tief liegender Böden keine gute Idee ist.

Mikroben können das Entweichen von Methan fördern

Hier können nämlich methanoxidierende Mikroben mit ihrer Arbeit beginnen. Sie können durch eine Flutung dann Methan an die Oberfläche bringen, das tiefer im sehr feuchten Boden von anderen Mikroorganismen produziert wird.

Die Umwandlung von Methan findet jedoch nur statt, wenn Sauerstoff im Boden vorhanden ist. Wenn die oberen Bodenschichten überflutet werden, werden sie schnell sauerstofffrei, und die Umwandlung von Methan kommt zum Stillstand.

Quellenhinweise

University of Copenhagen. (2026). Wetlands do not need to be flooded to provide the greatest climate benefit. All News. News.

Zhao, B., Zhang, W., Wang, P. et al. (2026). Optimized wetland rewetting strategies can control methane, carbon dioxide, and oxygen responses to water table fluctuations. Commun Earth Environ 7, 109.