Mikroorganismen sind Feinschmecker – nicht alle zersetzen aufgetauten Kohlenstoff aus den Permafrostböden

Wissenschaftler des Alfred-Wegener-Instituts und des MARUM – Centre for Marine Environmental Sciences der Universität Bremen haben erstmals darstellen können, wie Mikroorganismen den Kohlenstoff aus Permafrostböden abbauen und wie viel am Ende in die Atmosphäre gelangt.

Die Klimaerwärmung verändert den arktischen Ozean massiv und schneller als erwartet
Die Klimaerwärmung verändert den arktischen Ozean massiv und schneller als erwartet

Durch die Klimaerwärmung werden weltweit Permafrostböden aufgetaut. Sie beherbergen aktuell circa 1300 Gigatonnen Kohlenstoff. Das Auftauen wird mit großer Sorge beobachtet. Jetzt machen aktuelle Ergebnisse einer neuen Studie doch ein wenig Hoffnung.

Weltweit sorgt der Klimawandel für aufgetauten Permafrost

Wenn die Temperaturen weiter ansteigen, das Meer wärmer wird und die Böden auftauen, gelangt der gespeicherte Kohlenstoff zunächst in den arktischen Ozean.

„Jährlich gelangen bis zu 0,02 Gigatonnen ins Meer und Prognosen zufolge könnte dieser Abfluss bis zum Jahr 2100 um 70 bis 150 Prozent ansteigen. Inwieweit davon jedoch als Treibhausgas wieder in die Atmosphäre freigesetzt wird und inwieweit es im Meeresboden gespeichert wird, war bislang weitgehend unbekannt.“, sagt Dr. Manuel Ruben, Hauptautor der Studie

Im Ozean kommen Mikroorganismen ins Spiel, die dann den Kohlenstoff freisetzen können. Die Forschungsgruppe hat sich zum Ziel gesetzt, diese Frage endlich zu lösen. Vor der kanadischen Insel haben sie sogenannte Sedimentkerne entnommen und erforscht.

Weniger Kohlenstoff gelangt in unsere Atmosphäre

Die Analyse ergab tatsächlich, dass weniger Kohlenstoff in das Ökosystem gelangt als bisher vermutet.

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Die Kerne aus der Küste der Herschel Island enthielten Ablagerungen aus einer Zeitspanne von rund 50 Jahren. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler stellten überraschend fest, dass große Mengen an organischen Kohlenstoff vor der Küste abtransportiert wurde.

Die Freisetzung in die Atmosphäre passiert nicht immer

Nur ein Bruchteil davon wurde über den Kohlenstoffkreislauf des arktischen Ozeans abgebaut.

Ein Großteil des Kohlenstoffs wird wohl einfach im Meeresboden gespeichert.

„Mikroorganismen wandeln etwa zehn Prozent des organischen Kohlenstoffs aus den Sedimenten in Gase um, die ins Wasser aufsteigen und dann in unsere Atmosphäre gelangen können.“, ergänzt Manuel Ruben.

Aktuell hat die Forschungsgruppe dafür nur eine simple Erklärung. Die Mikroorganismen haben ihre Essgewohnheiten nicht umgestellt. Die kleinen Organismen bevorzugen frischen Kohlenstoff, der beispielsweise von Algenresten stammt.

Mikroorganismen stehen eher auf frischen Kohlenstoff

Der Kohlenstoff aus den Permafrostböden wird nicht so angenommen und verbleibt im Meer.

Daraus lässt sich schließen, dass der Kohlenstoff weniger zur Menge der Treibhausgase in der Atmosphäre beiträgt und somit der Klimawandel eventuell nicht so immens durch den Kohlenstoff der Permafrostböden weiter vorangetrieben wird.

Artikelreferenz

Nature Geoscience. (2026). Limited remineralization of Arctic permafrost-derived organic carbon in nearshore marine sediments.