Klimawandel verstehen: Warum sich deutsche Forscher monatelang im Arktis-Eis einfrieren lassen

Das deutsche Alfred-Wegener-Institut ist an einer der umfangreichsten und elementarsten Polarexpeditionen der kommenden Jahre beteiligt. Das neue Forschungsschiff „Tara Polar Station“ erinnert auf den ersten Blick an ein Ufo.

Das deutsche Forschungsschiff "Tara Polar Station" startet am 19. Juli auf ihre Expedition in die Arktis
Das deutsche Forschungsschiff "Tara Polar Station" startet am 19. Juli auf ihre Expedition in die Arktis

Die deutschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wurden bereits in Bremerhaven auf alles vorbereitet.

Ein Hund ist ersmals Teil der Besatzung

Wie gewöhnlich gibt es auf dem neuen Forschungsschiff eine Köchin, eine Ärztin und einen Ingenieur, die sich um die lebensnotwendige Versorgung kümmern. Auch ein Hund begleitet erstmalig eine Expedition. Er soll im Ernstfall vor Eisbären warnen. Ein Tauchroboter hilft zudem die Messungen im Meereis durchzuführen.

Anders als bei den bisherigen Expeditionen ist das Forschungsprojekt insgesamt auf zwei Jahrzehnte ausgelegt. Neben dem deutschen Team werden vor allem in der weniger kalten Jahreszeit internationale Forscherinnen und Forscher hinzukommen.

Auch internationale Forscherinnen und Forscher kommen in der Sommersaison

Das Schiff bietet rund 400 Quadratmeter Wohn- und Arbeitsfläche und kann maximal mit 18 Personen belegt werden.

Eisbären können die Besatzung in Gefahr bringen. Ein Hund ist so trainiert, dass er Alarm schlagen kann.
Eisbären können die Besatzung in Gefahr bringen. Ein Hund ist so trainiert, dass er Alarm schlagen kann.

Es wurde speziell für den Einsatz in Packeis entwickelt. Die Polarstation soll im Eis überwintern und so eine wissenschaftliche Lücke schließen. Es fehlen insbesondere Datenmengen aus dem Inneren des Nordpolarmeers. Diese langfristigen Messreihen könnten Aufschluss darauf geben, wie sich der Klimawandel in den kommenden Jahren verhält.

Kontinuierliche Daten sollen Klimamodelle und Vorhersagen verbessern

Die Arktis erwärmt sich durch die Klimaveränderungen deutlich schneller als der Durchschnitt. Durch die kontinuierlichen Messungen über diesen langen Zeitraum können Veränderungen des arktischen Klimas exakt erfasst werden. Nicht zuletzt sollen die Daten helfen, bessere und zuverlässige Klimamodelle zu entwickeln.

So können in Zukunft die Wettervorhersagen, Extremwettereignisse und drastische Veränderungen eventuell genauer ermittelt werden.

Die Klimaveränderung sind der Arktis besonders präsent

Die Besatzung startet bereits am 19. Juli am Hafen des französischen Lorient. Die Crew wurde in Bremerhaven mit diversen Trainings und ärztlichen Tests auf die Expedition vorbereitet.

So können beispielsweise angelernte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Notfall helfen und gemeinsam mit der Ärztin schwierige Eingriffe meistern.

Eine Überwinterung im Packeis auf 400 qm ist eine Herausforderung

Ähnliche Expeditionen werden schon seit mehreren Jahrzehnten in die Antarktis unternommen.

Dort sind die Bedingungen noch ein wenig herausfordernder. Im Gegensatz zur Schiffsbesatzung gibt es in der Antarktis feste Forschungsstationen, die das Überwintern und die Bewegung im Freien vielleicht etwas angenehmer werden lassen.

Artikelreferenz

focus.de. (2026). Deutsche Forscher lassen sich mit Ufo in der Arktis einfrieren.