Leben Bakterien, Viren, Pilze und Algen einfach mit dem Plastik im Meer?
Die Plastikverschmutzung schreitet immer weiter voran. Mikroplastik und Nanoplastik können wir mittlerweile fast überall ausmachen. Einige Mikroben scheinen das Plastik im Meer gar nicht so sehr zu stören.

Eine Vergleichsstudie hat sich erstmalig intensiver in den Müllstrudeln der Meere rumgetrieben.
Der Plastikmüll in den Meeren verändert die Ökosysteme
Ein Forschungsteam des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) und des GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel haben sich intensiver mit den Mikroben beschäftigt, die in der sogenannten Plastisphäre leben können. In unseren Meeren sind mittlerweile Unmengen an Plastik verteilt.
Sei es noch in groben Anteilen wie Überreste von Plastikflaschen, Gummistiefel oder Kisten oder in den kleinsten Teilen als Nanopartikel im Meer. In Strudeln sammelt sich mittlerweile immer mehr Müll. Diese sogenannten „Garbage Patches“ sind Teil der Forschungsexkursion im Jahr 2019 geworden.
Müllstrudeln bilden extreme Bedingungen für lebende Organismen
Etwa zeitgleich untersuchten Forschungsteam den nordpazifischen Müllstrudel zwischen Singapur und Kanada sowie den nordatlantischen Müllstrudel südwestlich der Azoren.
Daher erfassten die Forschungsteams erstmalig ganz besondere Daten. Die Teams sammelten Makroplastik von der Meeresoberfläche und extrahierten die DNA der Plastisphäre. Sie schauten sich deren Metagenome und deren Aufbau genauer an.

Zudem verglichen sie Strukturen und Funktionen der mikrobiellen Metagenome in Pazifik und Atlantik sowie gegenüber dem klassischen Plankton.
Durch die Analyse wurde klar, dass sich die bakteriellen Metagenome der Plastisphäre deutlich von natürlichen Lebensgemeinschaften unterschieden. Die Analyse umfasste rund 380 wichtige funktionelle Gene.
Pilze, Bakterien und andere Mikroben passen sich tatsächlich an
Durch die Forschungen im Atlantik und Pazifik konnten das Team feststellen, dass die Organismen und Mikroben tatsächlich auch mit dem Plastik leben können.
Sie können sich an die neuen und schwierigen Lebensbedingungen anpassen und in den nährstoffarmen Müllstrudeln zurechtkommen.
Quellenhinweise
Helmholtz Zentrum für Umweltforschung. (2026). Wie Mikroben in der Plastisphäre überleben. Pressemitteilung. Presse und Medien.
Stefan Lips, Mechthild Schmitt-Jansen, Erik Borchert. (2026). Metagenomic analyses of the plastisphere reveal a common functional potential across the world’s oceans. Environmental Pollution, 395, 127830
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