Klimawandel schrumpft Himalaya-Schnee auf ein Rekordminimum – Forscher warnen vor Folgen für Milliarden Menschen
Alarm im Dach der Welt! Der Himalaya verliert so viel Schnee wie nie zuvor. Millionen Flüsse versiegen, Milliarden Menschen droht Wassermangel – Experten schlagen jetzt Alarm.

Der Himalaya zeigt sich in diesem Winter ungewöhnlich karg. Statt meterhoher Schneedecken liegen viele Gebirgshänge frei – Felsen und Geröll sind sichtbar. Meteorologen berichten, dass die letzten fünf Winter deutlich weniger Schnee brachten als das langjährige Mittel von 1980 bis 2020.
Besonders betroffen sind Höhen zwischen 3.000 und 6.000 Metern, wo Wissenschaftler inzwischen von „Schneetrocknis“ sprechen.
Rekordwert der Schneebeständigkeit
Laut dem HKH Snow Update 2025 sank die Schneebeständigkeit im Hindu-Kush-Himalaya fast 24 Prozent unter den Normalwert – der niedrigste Stand seit 23 Jahren.
Vier der letzten fünf Winter zeigten unterdurchschnittliche Schneepersistenz, die angibt, wie lange Schnee nach dem Fallen auf dem Boden liegen bleibt.
Besonders alarmierend ist der Rückgang in einzelnen Flussbecken:
Mekong (-51,9 %), Salween (-48,3 %), Brahmaputra (-27,9 %) und Ganges (-24,1 %) verzeichnen dramatische Einbußen. Selbst traditionell schneereiche Becken wie Indus (-16 %) oder Amu Darya (-18,8 %) leiden weiter.
Ursachen des Schneemangels
Mehrere Faktoren führen zu den massiven Defiziten: Die Temperaturen steigen, Schnee schmilzt schneller, und tiefer gelegene Regionen sehen zunehmend Regen statt Schnee.
Meteorologen berichten, dass diese Wetterlagen aktuell oft „zu schwach“ sind, um ausreichend Schnee zu erzeugen.

Bedrohung für Flüsse, Landwirtschaft und Energie
Die Schneeschmelze liefert etwa ein Viertel des jährlichen Abflusses von zwölf großen Flüssen, darunter Indus, Ganges und Brahmaputra. Fällt weniger Schnee, sinken die Pegel im Frühjahr und Sommer.
Dies gefährdet nicht nur die Wasserversorgung für Millionen Menschen, sondern auch die Landwirtschaft und die Energieproduktion:
Gletscherschmelze und reduzierte Schneedecken wirken sich direkt auf Bewässerungssysteme und Hydropower-Anlagen wie das Drei-Schluchten-Dammprojekt am Yangtze aus. Auch der fehlende Schmelzaufschub in der Mekong-Region bedroht Ernten und lokale Ökosysteme.
Neue Risiken für Natur und Bevölkerung
Weniger Schnee und schmelzende Gletscher destabilisieren die Gebirge: Lawinen, Erdrutsche, Felsstürze und plötzliche Gletschersee-Ausbrüche nehmen zu.Trockene Winter erhöhen zudem die Gefahr von Waldbränden.
In diesem Jahr haben selbst die traditionell schneereichen Basins wie Brahmaputra und Indus außergewöhnlich niedrige Persistenzwerte (die Dauer der Schneebedeckung im Vergleich zum Normalwert) verzeichnet, was die Frühjahrsversorgung noch kritischer macht.
Handlungsdruck für Politik und Bevölkerung
Forschende fordern sofortige Maßnahmen: adaptive Wasserbewirtschaftung, Frühwarnsysteme, saisonale Wasserspeicher, optimierte Nutzung von Schmelzwasser und regionale Zusammenarbeit.
Die Länder der Hindu-Kush-Himalaya-Region – Afghanistan, Bangladesch, Bhutan, China (Tibet), Indien, Nepal, Pakistan und Myanmar – sollten evidenzbasierte, zukunftsorientierte Politiken entwickeln und Schneedaten in ihre nationalen Wasserstrategien integrieren.
Zudem wird ein verbessertes Monitoring der Schneepersistenz sowie vertiefte Forschung zu regionalen Niederschlags- und Schmelzmustern empfohlen, um frühzeitig auf drohende Dürreperioden reagieren zu können. Nur durch solche Maßnahmen lässt sich die langfristige Versorgungssicherheit von Wasser, Nahrung und Energie gewährleisten.
Quelle
Muhammad, S. (2025). HKH Snow Update 2025 – Seasonal Snow Persistence in the Hindu Kush Himalaya. Kathmandu: International Centre for Integrated Mountain Development (ICIMOD).