Geheimnisvoller Mars-Fleck: Deutsche Forscher klären auf
Ein dunkler Fleck auf dem Mars gibt Forschern Rätsel auf, da er seit Jahrzehnten sichtbar wächst. Jetzt haben deutsche Wissenschaftler neue Hinweise darauf, was wirklich dahintersteckt.

Was aussieht wie ein riesiger Schatten auf der Oberfläche des Mars, beschäftigt Wissenschaftler seit Jahrzehnten. Bereits 1976 entdeckte ein Orbiter erstmals eine auffällige dunkle Fläche, die sich deutlich vom rötlichen Hintergrund abhob. Neue Aufnahmen zeigen nun: Dieser Fleck ist nicht nur real, er ist auch gewachsen.
Ein Phänomen, das Jahrzehnte überdauert
Die ersten Bilder stammen von der Mission Viking, die in den 1970er-Jahren den roten Planeten dokumentierte. Schon damals fiel Forschern eine ungewöhnlich dunkle Region auf. Viele Jahre später nahm die Kamera der ESA-Sonde Mars Express exakt dieselbe Stelle erneut ins Visier. Die modernen, hochauflösenden Bilder zeigen deutlich: Die Fläche hat sich seit den ersten Aufnahmen erheblich ausgedehnt. Der Vergleich wirkt fast wie ein Zeitraffer über ein halbes Jahrhundert. Die dunkle Zone hat sich sichtbar vergrößert und die Landschaft des Mars verändert.
Kein Schatten, sondern vulkanisches Material
Was zunächst wie ein gigantischer Schatten erscheint, hat laut Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt und Europäische Weltraumorganisation eine ganz andere Ursache. Bei der dunklen Fläche handelt es sich um Ablagerungen aus vulkanischer Asche und Sand. Genauer gesagt: um dunkle Mineralien, wie sie typisch für Vulkangestein sind. Diese heben sich deutlich vom hellen, staubigen Untergrund des Mars ab. Und während die Region auf den alten Bildern noch vergleichsweise klein wirkte, ist sie heute deutlich ausgeprägter. Eine bemerkenswerte Veränderung, denn normalerweise wandelt sich die Marsoberfläche nur über sehr lange geologische Zeiträume.
Warum wächst der Fleck?
Warum sich die dunkle Zone innerhalb weniger Jahrzehnte so stark verändert hat, ist bislang nicht abschließend geklärt. Die Forscher sehen jedoch zwei plausible Erklärungen. Zum einen könnten starke Winde auf dem Mars das dunkle Material über die Oberfläche verteilt haben. Zum anderen ist es möglich, dass heller Staub, der die dunkleren Schichten früher bedeckte, im Laufe der Zeit abgetragen wurde. Dadurch tritt das dunkle Material heute stärker hervor. Allerdings gilt zu beachten, dass es keine Hinweise auf einen aktuellen Vulkanausbruch gibt. Die Ablagerungen selbst stammen vermutlich aus deutlich älterer Zeit.
Der Mars bleibt in Bewegung
Doch die neuen Erkenntnisse zeigen: Auch wenn der Mars auf den ersten Blick wie eine starre, unveränderliche Welt wirkt, ist er dynamischer als gedacht. Wind und Staubtransport können die Oberfläche auch heute noch sichtbar verändern. Der geheimnisvolle dunkle Fleck ist dafür ein eindrucksvolles Beispiel. Und ein Hinweis darauf, dass der rote Planet noch längst nicht alle seine Geheimnisse preisgegeben hat
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