Reise zum Mars: Das Risiko über das kaum jemand spricht
Der Mars fasziniert wie kein anderer Planet. Doch hinter den ambitionierten Plänen für bemannte Missionen verbirgt sich eine unbequeme Realität: Wer zum Roten Planeten aufbricht, könnte nie zurückkehren.

Seit Jahrzehnten beflügelt die Vision einer Marsbesiedlung die Menschheit. Unternehmer wie Elon Musk treiben die Idee voran, den Roten Planeten zur zweiten Heimat zu machen. Doch so verheißungsvoll diese Zukunft klingt, so gnadenlos ist die Realität: Eine Reise zum Mars ist kein Abenteuer, sondern ein Hochrisikoprojekt. Möglicherweise ohne Rückfahrkarte.
Monate im All: Ein Flug ohne Rettungsoption
Schon der Hinflug stellt Astronauten vor extreme Herausforderungen. Sechs bis neun Monate dauert die Reise und eine Möglichkeit zur Umkehr gibt es nicht. Da sich Erde und Mars ständig bewegen, gibt es nur kurze Startfenster. Wer sie nutzt, ist auf sich allein gestellt. Tritt währen des Fluges ein Notfall auf, wäre dieser kaum beherrschbar. Nachschub oder Hilfe von der Erde sind praktisch ausgeschlossen. Gleichzeitig greift die Umgebung den Körper an, da die kosmische Strahlung außerhalb des Erdmagnetfelds für einen Knochenverlust von bis zu 1,5 Prozent pro Monat sorgen kann und auch Herz und Kreislauf durch die Schwerelosigkeit in Mitleidenschaft gezogen werden. Was auf der Erde Jahre dauern würde, geschieht im All in wenigen Monaten.
Isolation extrem: Psychischer Ausnahmezustand
Neben der körperlichen Belastung ist die Isolation eine enorme Herausforderung. Enge Räume, kaum Privatsphäre und eine verzögerte Kommunikation mit der Erde prägen den Alltag. Funksignale brauchen bis zu 20 Minuten pro Strecke und machen echte Gespräche somit unmöglich. Im schlimmsten Fall kommt es zu Funkstille über Tage oder Wochen. Astronauten wären so abgeschnitten wie nie zuvor in der Geschichte der Raumfahrt.
Der Mars ist lebensfeindlich und unbarmherzig
Wer den Mars erreicht, findet keine neue Heimat, sondern eine lebensfeindliche Umgebung, bei der die Durchschnittstemperatur minus 60 Grad Celsius beträgt und Extremwerte bis minus 150 Grad realistisch sind. Zudem fehlt es an der Luft zum Atmen und die hohe Strahlenbelastung tut ihr Übriges, um den Körper zu schwächen. Überleben ist nur in abgeschotteten Stationen möglich. Jede technische Störung könnte zur Katastrophe werden.
Das größte Risiko: Der Rückflug
Der entscheidende Punkt ist jedoch die Rückkehr. Schon der Hinflug ist kompliziert – doch zurückzukommen ist noch schwieriger. Es braucht enorme Mengen Treibstoff, die entweder mitgeführt oder erst auf dem Mars produziert werden müssten. Zudem öffnet sich ein günstiges Rückflugfenster nur etwa alle 26 Monate. Genau deshalb wird in Fachkreisen offen über sogenannte "One-way-Missionen" gesprochen: Flüge zum Mars ohne geplante Rückkehr. Das weiß auch Astrophysiker Neil deGrasse Tyson, der seit Jahren zur Vorsicht mahnt. Gegenüber "Newsweek" sagte er: "Die Weltraumforschung wurde nie allein von Neugierde angetrieben." Seine Botschaft ist also klar: Die Marsmission ist kein romantisches Abenteuer, sondern ein riskantes Unterfangen mit ungewissem Ausgang.
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