Der Schutz des Regenwaldes ist effektiver als Wiederaufforstung

Ein internationales Forschungsteam der Lancaster University aus Großbritannien kommt zu dem Schluss, dass nur Schutzmaßnahmen langfristig den tropischen Regenwäldern helfen können. Ökosysteme müssen vor allem vor Wetterextremen geschützt werden.

Ursprüngliche Regenwälder benötigen mehr Schutzmaßnahmen
Ursprüngliche Regenwälder benötigen mehr Schutzmaßnahmen

In Bezug auf den starken El Niño in diesem Jahr wird immer wieder klar, dass die Ökosysteme der Erde mehr Schutz brauchen. Wetterextreme setzen auch intakten Systemen immer mehr zu und richten starke Schäden an.

Tropische Regenwälder leider unter Wetterextremen

Das Wetterphänomen sorgt weltweit für Temperaturextreme, extreme Wettereignisse wie Unwetter, Dürre und Überschwemmungen. Auch die tropischen Regenwälder sind von dem Wetterphänomen betroffen und leiden massiv.

Die internationale Forschungsgruppe aus Großbritannien, Brasilien, Schweden und Australien führte eine große Vergleichsstudie durch. Sie stellten verschiedene Maßnahmen zum Schutz der Wälder und Wiederaufforstungsprojekte gegenüber.

Eine Vergleichsstudie liefert starke Erkenntnisse

Insgesamt analysierten sie mehr als drei Millionen Hektar in den Regionen Santarém und Paragominas im brasilianischen Bundesstaat Pará.

Tropische Regenwälder haben eine große Wirkung auf das weltweite Klima. Daher ist ihr Schutz besonders wichtig.
Tropische Regenwälder haben eine große Wirkung auf das weltweite Klima. Daher ist ihr Schutz besonders wichtig.

Im Detail schauten sie auf die Änderungen in den Jahren von 2010 bis 2020. Sie verglichen und untersuchten hochauflösende Satellitenbilder mit Felddaten aus 381 Untersuchungen in 38 Einzugsgebieten und auf 499 ländlichen Grundstücken. Noch hinzu nahmen sie zudem Modelle zur Kartierung von 160 Vogelarten und 426 Baumarten.

Verglichene Datenmengen stellen die Effektivität heraus

Mit all diesen Datenmengen konnten die Forscherinnen und Forscher ausmachen, welche Methode, den Gebieten mehr Artenvielfalt und Widerstandsfähigkeit gegeben hat.

Sie konnten ableiten, welche Strategien zu mehr Artenvielfalt und weniger Kohlenstofffreisetzung geführt haben. Denn Studien haben gezeigt, dass Regenwälder mit hoher Artenvielfalt klimaresilienter sind.

„Diese Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit, politische Maßnahmen zu ergreifen und Ressourcen bereitzustellen, um die Waldbrände zu verhindern und zu bekämpfen, die tropische Wälder stören und schädigen“, erläutert Professor Jos Barlow der Lancaster University und leitender Autor der Studie.

Schnell wurde deutlich, dass die Vermeidung von Zerstörung durch Brände oder Rodung die bessere Maßnahme ist, um den Wald zu erhalten.

Biologische Vielfalt von Anfang an

Die biologische Vielfalt und Funktion der Wälder ist in den ursprünglichem Ökosystem immer noch am effektivsten. Sogenannte Aufforstungsprogramme sind natürlich nicht uneffektiv und lassen Artenvielfalt ebenfalls wieder einziehen. Jedoch ist der verglichene Impact im Gesamten weniger.

So bringt ein klarer Schutz der ursprünglichen Natur im Regenwaldgebiet mehr Effektivität und somit mehr Klimaschutz.

Dennoch sind Wiederaufforstungsprojekte ein wichtiger Schlüssel, um die klimatischen Veränderungen zu begrenzen und neues Leben in gerodeten Gebieten zu ermöglichen.

Artikelreferenz

Leonardo S. Miranda et al. (2026). Protecting tropical forests is more cost-effective for biodiversity and climate than restoration. Science 393,1221-1225.