Ausgefallene Regenfälle: Fische, Frösche und sogar Münzen!

Von Zeit zu Zeit gibt es Nachrichten, die auf einen Regen aus Fröschen, Fischen oder anderen seltsamen Gegenständen hinweisen. Seltene Regenfälle sind eine Konstante in der Geschichte und viele von ihnen haben sogar eine wissenschaftliche Erklärung.

Jose Miguel Viñas Jose Miguel Viñas Leon Beurer 17 Nov 2019 - 05:30 UTC
Digitalbild mit einer surrealen Darstellung eines Fischregens. Zeichnung: Nicholas Chan. Quelle: Coroflot.com

Wenn jemandem außerhalb der Welt der Meteorologie gesagt wird, dass Fische und Frösche manchmal vom Himmel fallen, ist ihre erste Reaktion ungläubig und es wird für Unsinn gehalten. Die Wahrheit ist, dass die Hinweise auf die Regenfälle dieser und anderer Tiere sowie auf Gegenstände der verschiedensten Art weit zurückreichen und sehr zahlreich sind. Die Wissenschaft hat viele von ihnen - zumindest die meisten von ihnen - erklären können, obwohl es historische Hinweise auf einige dieser seltenen Regenfälle gibt, die wir nicht verstehen, hauptsächlich, weil uns genaue Daten dazu fehlen. Es sind Zeugenaussagen, die zu dieser Zeit geschrieben wurden, deren Wahrheitsgehalt jedoch am wenigsten in Frage gestellt ist

Unter den zehn Plagen Ägyptens, mit denen Gott die Ägypter laut altem Testament dafür bestrafte, dass sie sich nicht mehr dem hebräischen Volk unterwarfen und ihn von der Sklaverei befreiten, finden sich zwei extravagante Regenfälle. Die zweite Plage ist eine Invasion von Fröschen, die den Nil verlassen haben (2. Mose 8, 1-15), obwohl anzunehmen ist, dass die Geschichte nach der Beobachtung eines Regens dieser amphibischen Tiere entstanden sein könnte. Die siebte Plage ist ein verheerender Sturm, der Hagel und Feuer hinterließ (2. Mose 9, 13-35), den einige Wissenschaftler mit dem "vulkanischen Hagel" in Verbindung gebracht haben, der vermutlich vom katastrophalen Ausbruch eines Vulkans in Nordägypten verursacht worden ist.

Alte Stiche mit Tierregen. Links: Illustration aus dem 16. Jahrhundert mit einem Froschregen in Europa im Jahr 1355. © Heritage Images / Corbis. Rechts: Miniatur mit Schlangenregen, gezeichnet 1680 von Erasmus Francisci. © NOAA-Fotobibliothek

Der Bestand an seltenen Regenfällen ist sehr umfangreich, es gibt Tausende von Chroniken, die bis heute mit voll mit Hinweisen auf solche Ereignisse sind. Am verbreitetsten sind Regenfälle von Fischen und Fröschen, denen in den meisten Fällen Tornados oder Wasserhosen vorausgehen. Dabei wurden Fische und Frösche aus dem Wasser gesogen und in die Luft transportiert. Irgendwann und irgendwo fielen sie wieder auf die Erde. Es gibt auch Hinweise auf Regenfälle von Enten, Ratten, Würmern, Eidechsen, Quallen oder Schlangen mit der gleichen wissenschaftlichen Erklärung.

Was manchmal auch noch so vom Himmel fällt, sind keine kleinen Kreaturen, sondern Objekte verschiedener Art, wie große Eisblöcke (nicht immer das Ergebnis von Hagelgewittern), Äpfel, Maiskörner, Golfbälle und viele andere seltsame Dinge, wie Holzkreuze, Spinnennetze, stinkende Fleischstücke, Münzen oder Steine.

Links: Foto von Charles Fort (1874-1932) aus dem Jahr 1920. Rechts: Cover einer kürzlich erschienenen Neuauflage von "Das Buch der Verdammten" in kastilischer Sprache, in der Fort viele der seltenen Regenfälle sammelte, von denen er in seinem Leben hörte.

Eine solche Lawine seltener Regenfälle lenkte die Aufmerksamkeit auf einen Amerikaner namens Charles Fort (1874-1932), der sich systematisch und fast schon besessen damit beschäftigte über Jahre hinweg Berichte über diese merkwürdigen Ereignisse zu sammeln und chronologisch zu ordnen. Als Ergebnis seiner sorgfältigen Zusammenstellung - bis zu 60.000 handschriftliche Notizen - veröffentlichte er 1919 "Das Buch der Verdammten", in dem er viele Geschichten über seltene Regenfälle niederschrieb, die in verschiedenen Teilen der Erde auftraten.

Es ist nur ein Jahrhundert her, dass "der Prophet des Unerklärlichen" (Spitzname, mit dem Fort getauft wurde) sein Buch veröffentlichte, und während dieser Zeit wurden immer wieder viele extravagante Regenfälle in verschiedenen Ecken der Welt dokumentiert. Das Phänomen, das an einem Sommernachmittag im Jahr 1969 in einer Jugendherberge in den deutschen Alpen auftrat, ist besonders einzigartig. Die Fenster der Herberge wurden durch einen Regen alter Münzen, insbesondere Rupien, Maravedis und Piaster, buchstäblich zerstört. Das Seltsame ist, dass am nächsten Morgen an der gleichen Stelle erneut Münzen vom Himmel fielen und der Besitzer sagte, dass er trotz Regen Stimmen in fremden Sprachen hörte, die einige seiner Gäste als altgriechisch interpretierten. EinTornado, der Münzen durch die Luft wirbelt, lässt sich meteorologisch erklären, die Stimmen sind allerdings nur schwer erklärbar.

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