Arktisches Meereis erreicht Tiefstandrekord
Das arktische Meereis hat nach ungewöhnlich warmen Temperaturen in zwei Schlüsselgebieten ein Rekordtief erreicht. Dies geht auf einer Studie des japanischen National Institute of Polar Research (NIPR) hervor.

Die jährliche maximale Ausdehnung der Arktis - also der Punkt im arktischen Winter, an dem die Eisbedeckung am höchsten sein sollte - fiel in diesem Jahr deutlich geringer aus als jemals zuvor.
An 13. März 2026, dem Tag der maximalen Ausdehnung bedeckte das Meereis eine Fläche von 13,76 Millionen Quadratkilometer. Damit wurde der vorherige Tiefpunkt der Eisausdehnung vom März 2025 knapp überschritten.
Der Wert des vergangenen Jahres lag bereits um sechs Prozent unter dem Durchschnitt der Jahre zwischen 1991 bis 2010.
Im Vergleich zum Wert des Jahres 2025 war die arktische Meereisfläche in diesem Jahr um 30.000 Quadratkilomee kleiner.
Warme Wassertemperaturen als Ursache
Die japanischen Forscher machen besonders warme Temperaturen im Meer vor Okhotsk in der Nähe von Russland und in der Baffin Bay vor der Nordküste Kanadas für den Schwund verantwortlich. Diese haben verhindert, dass sich das Eis in diesen Regionen nicht gebildet hat.
In einer Erklärung dazu sagt das NIPR:
Dies könne potenziell eine Kettenreaktion von Auswirkungen im gesamten globalen Klimasystem auslösen.
Das Meereis in der Arktis nimmt normalerweise während des Winters der nördlichen Hemisphäre zu, indem es zwischen Oktober und März nach außen anwächst.
Nach Erreichen des Jahresmaximums, in diesem Jahr am 13. März, schmilzt das Meereis dann zwischen April und September auf natürliche Weise, um das jährliche Minimum zu erreichen.
Das japanische Forschungsteam hat beobachtet, dass die Ausdehnung des arktischen Meereises im Winter 2025/2026 während der gesamten Saison sehr gering ausfiel.
Perspektivisches Aus für das Meereis?
Die Messungen dieses Tiefpunktes kommen inmitten einer Serie von wissenschaftlichen Warnungen, dass das sich erwärmende Klima die Meereisbildung im arktischen Ozean als Ganzes bedroht.
Frühere Studien haben ergeben, dass das erste Jahr, in dem das Meereis im Sommer vollständig verschwindet, bereits das Jahr 2027 sein könnte.
Schon in den vergangenen Jahren und anhand von 300 Computersimulationen sagten Wissenschaftler voraus, dass der erste eisfreie Tag der Arktis innerhalb von 9 bis 20 Jahren stattfinden werde. Bedenklich dabei ist die Berechnung, dass dies auch nicht durch eine sofortige Reduzierung seine Treibhausgasemissionen verändert werden könne.
Neun der 300 Simulationen deuteten darauf hin, dass der erste eisfreie Tag im Jahr 2027 auftreten könnte.

Temporäre Verlangsamung
Eine separate Studie der Universität Exeter aus dem Jahr 2025 ergab, dass die Arktis in den letzten 20 Jahren etwas langsamer geschmolzen ist, als dies zunächst angenommen wurde.
Von 1979 bis 2024 ging Eis aus der Arktis mit einer Rate von 2,9 Millionen Kubikkilometern Eis pro Jahrzehnt verloren.
Im Zeitraum 2010 bis 2024 war die Quote auf nur 0,4 Millionen Kubikkilometer pro Jahrzehnt gesunken, also siebenmal kleiner.
Nach Ansicht der Wissenschaftler ist dies nicht unbedingt eine gute Nachricht, da diese Verlangsamung als lediglich vorübergehend angesehen wird und nur 5-10 Jahre anhält.
Nach Ablauf dieser Periode käme es vermutlich zu einem deutlich schnelleren, also überdurchschnittlichen Rückgang des Meereises.
Eine gute Nachricht - aber nur eine!
Dadurch, dass das Meereis bereits auf dem Meer schwimmt, führt das weitere Abschmelzen nicht zu einem Anstieg des globalen Meeresspiegels.
Dies ist zunächst die gute Nachricht - aber auch die einzige, denn das Eis spielt eine Schlüsselrolle bei der Regulierung der Temperatur der Atmosphäre und der Ozeane.
Das NIPR dazu:
Die könne dazu führen, dass sich das Gleichgewicht der globalen Wettersysteme destabilisieren könne. Auch können sich der Meeresspiegel dadurch erhöhen, indem sich das wärmere Wasser ausdehne.
Dr. Céline Heuzé von der Universität Göteborg sagte zuvor der Daily Mail, dass die Veränderungen im Meereis das ganze Jahr über extremeres Wetter verursachen würden. Dazu Frau Dr. Heuzé:
Arktis und Antarktis. Kipppunkte der Klimaerwärmung
Die Veränderungen des arktischen und antarktischen Meereises zusammen mit Abschmelzen der Gletscher und der großen landgebundenen Eisflächen in der Arktis und Antarktis gelten als Kipppunkte der Klimaveränderungen.
Ein Beispiel dafür sind die riesigen Eisflächen Grönlands, über die Veränderungen ich bereits in einem vorherigen Artikel geschrieben habe.
Die Folge diese Veränderungen sind relativ leicht auszurechnen. Im Gegensatz zum schwimmenden Meereis führt das Abschmelzen von landgebundenem Eis zu einem Meeresspiegelanstieg.
Die Albedo-Veränderung durch dunkles Meerwasser mit niedriger Albedo erhöht die Erderwärmung. Eis- und Schneeflächen mit der abkühlenden hohen Albedo mindern dagegen die Erwärmung ab. Verschwinden Eis und Schnee kann die Sonne ungehindert „heizen“.
Dabei liegt die Lösung, zumindest mittel- und langfristig, direkt vor unseren Augen:
Leider stoßen diese permanenten Forderungen der weltweiten Wissenschaft politisch und gesellschaftlich noch auf taube Ohren.
Quellennachweis:
Studie des NIPR zu den Veränderungen des arktischen Meereises
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