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Fällt der Winter komplett aus? Winterprognosen immer milder!

Was erwartet uns im Winter 2021/22? Die Frage beschäftigt seit Wochen die deutsche Nation und die Schlagzeilen werden immer heftiger. Polarwirbel, La Niña und Co. werden aus dem Hut gezaubert. Es soll so richtig kalt werden. Allerdings wollen seriöse Wettermodelle davon gar nichts wissen.

Mildwinter
Seriöse Wettermodelle zeigen bis Ende November kein Winterwetter. Selbst der gesamte Winter 2021/22 soll laut diversen Jahreszeitentrends zu warm ausfallen.

Täglich kommen neue verrückte Winterprognosen um die Ecke. Nun stürzen sich einige Meteorologen auf die Tage Ende November. Kurzzeitig hatte der Hauptlauf vom US-Wettermodell der NOAA sehr kalte Karten berechnet. Polare Luftmassen sollten ganz Deutschland fluten. Von Anfang an war klar und das haben wir hier auch in anderen Artikeln erklärt, dass das nur Außenseiterberechnungen sind bzw. waren. Trotzdem haben sich einige Meteorologen daran festgebissen und rufen den "Arctic Outbreak" und den massiven Wintereinbruch aus. Da wird über die große Wetterumstellung berichtet. Dabei sind diese Ausreißer längst aus den Modellberechnungen verschwunden. Weit und breit ist in Sachen Winterwetter nichts mehr zu sehen.

Das war allerdings schon von Anfang an klar. Erfahrene Meteorologen haben das sofort erkannt, denn zu keinem Zeitpunkt haben die Ensembleprognosen diese winterlichen Entwicklungen unterstützt. Sie blieben im Mittel immer auf der milden Schiene. Daran hätte jeder einigermaßen seriöse Meteorologe erkennen müssen, dass die Wahrscheinlichkeit für einen massiven Wintereinbruch sehr gering ist. Die langgristigen Wettermodelle von NOAA, dem europäischen Wetterdienst und dem deutschen Wetterdienst rechnen außerdem mit einem "zu warmen" Winter. Kein einziges seriöses Wettermodell sieht einen kalten Winter.

Was sind Ensemble-Vorhersagen?

Ihr habt vielleicht schonmal Grafiken gesehen, da sind viele Linien eingezeichnet gewesen bzw. Kurven. Diese Kurven können beispielsweise die Temperaturen in den kommenden 10 bis 14 Tagen darstellen. In der Regel berechnet ein Wettermodell einen Hauptlauf. Daneben gibt es noch viele andere Berechnungen. Bei diesen werden die Anfangsbedingungen etwas verändert, um dann zu schauen, wie sich die Wetterlage weiter entwickeln würde. Dann kommt meist ein ziemliches Durcheinander von vielen Kurven heraus. Trotzdem kann man daraus Schlüsse ziehen. Liegen die Kurven und Linien alle recht eng beisammen, dann ist die Prognose mit einer hohen Wahrscheinlichkeit versehen, dass sie so auch eintreten wird. Laufen die Kurven alle wild auseinander, dann ist die Eintreffwahrscheinlichkeit eher als gering anzusehen.

Ensemblevorhersage ENS Frankfurt am Main
Das ist eine Ensemblevorhersage für Frankfurt am Main. Sie zeigt die Entwicklung der 2-m-Temperatur. Quelle: www.wetterzentrale.de

Die hier gezeigte Ensemblevorhersage zeiht die Temperaturen bis zum 25. November für Frankfurt am Main. Die Werte in 2 Metern Höhe bleiben durchweg deutlich über 0 Grad. Da ist also kein Wintereinbruch in Sicht. Spannend ist die weiße Linie. Das ist das Mittel aus allen anderen Linien. Das Mittel liegt bis zum Ende des Trends größtenteils um oder über 8 Grad. Zwar gibt es weiter hinten einige Berechnungen, die gehen unter den Gefrierpunkt, aber das sind sogenannte Ausreißer. Mit dem Mittelwert alle Linien kann man besser beurteilen wie realistisch bzw. wahrscheinlich die Entwicklung ist. In diesem Fall erkennt das geschulte Auge: Ein Wintereinbruch ist sehr unwahrscheinlich.

Heute und am Sonntag eher grau und trüb

Kurz der Blick auf das aktuelle Wetter. Heute ist es ein sehr grauer Tag, im Westen kommt noch Regen dazu. Der zieht aber kaum nach Osten weiter. Insgesamt ein Tag um daheim zu bleiben, draußen verpasst man nicht viel. Morgen wird es dann wieder trockener, ein neues Hoch kommt. Nebel und Dunst setzen sich wieder verstärkt durch und machen der Sonne selten Platz. Das ist auch der Trend für die neue Woche.

Dauergrau und ab und zu etwas Sonnenschein. Die besten Chancen auf Sonne gibt es dabei in den Hochlagen der Mittelgebirge. Es ist wieder eine typische Inversionswetterlage. Die geht erstmal bis zum nächsten Wochenende weiter und dann? Dann sind die Unsicherheiten groß. Übrigens: Bei Dauergrau haben wir auch jetzt fast schon winterliche Temperaturen von kaum mehr als 1 oder 2 Grad.