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Winterprognose: Steigen die Chancen auf Eis und Schnee?

Zuletzt haben wir über einen ersten Wintereinbruch Ende September spekuliert. Doch was könnte uns der eigentliche Winter 2021/2022 bringen? Wird es endlich mal wieder ein richtig kalter und eisiger Winter? Die Prognosen dafür sehen gar nicht schlecht aus!

Schneemassen
Gibt´s im kommenden Winter endlich mal wieder viel Schnee und Frost?

Wir haben September und gehen langsam auf den Winter zu. Ab dem 1. Dezember beginnt für uns Meteorologe ja schon der erste meteorologische Wintermonat. Das könnte in diesem Jahr sehr spannend werden. Viele hoffen nach dem eher wechselhaften und zeitweise unterkühlten Sommer auch mal wieder auf einen kühlen bis kalten Winter. Der vergangene Winter hatte zumindest ein paar kalte Ansätze gezeigt, wenn auch nur für eine Woche. Im Februar wurde es kalt und es gab sogar bis ganz runter Schnee. Sonst war der vergangene Winter auch eher sehr bescheiden. Die Prognosen machen in diesem Jahr aber etwas mehr Hoffnung.

Der kommende Winter hat durchaus Potenzial sehr spannende Wetterlagen mit Eis und Schnee zu bringen.

In der Regel setzten die meisten Winterprognosen Jahr für Jahr auf eine extrem warme Wetterlage. In diesem Jahr ist das alles etwas anders. Das US-Wettermodell der NOAA ist da in diesem Jahr besonders überraschend bzw. man könnte auch sagen, dass es für Winterfreunde sehr hoffnungsvoll aussieht. Aktuell wird mit einem völlig normal temperierten September gerechnet und das allein ist schon sehr interessant. In den vergangenen Jahren wurden immer deutlich zu warme Wintermonate berechnet. Der Dezember 2020 wurde im vergangenen Jahr sogar mit einer Abweichung von 3 Grad angesetzt. Letztlich wurde der Monat rund 2 Grad zu warm.

Überraschende Winterprognose der NOAA

Normal temperiert würde nach all den sehr warmen Wintermonaten, bei den meisten von uns als zu kühl ankommen. In den vergangenen Jahren waren die Wintermonate fast nie normal, geschweige denn zu kühl. Meist lagen wir am Ende 1 bis 2 oder sogar 3 Grad über dem langjährigen Klimamittel. Wenn die NOAA mal einen normalen Wintermonat berechnet, dann ist das also schon etwas Besonderes. Doch man sollte immer bedenken, dass das erstmal alles nur Monatstrends sind. Die können nur versuchen abzuschätzen, ob eine Jahreszeit zu warm/zu kalt oder zu nass/zu trocken werden könnte.

Prognose Dezember 2021
Das europäische Wettermodell ECMWF rechnet mit einem nur leicht zu warmen Dezember 2021.

Allerdings sind dies seriöse Wettermodelle, entwickelt von Meteorologen. Leider gibt es da auch immer wieder selbst ernannte Experten, die meinen sie könnten kommende Monate aus dem aktuellen Wetter auslesen. Das ist leider ziemlich unseriös. Die Atmosphäre ist ein chaotisches System. Da gibt es keinerlei Rückschlüsse von einem Monat auf den nächsten oder gar auf eine ganze Jahreszeit. Wer so etwas behauptet, hat fachlich von Meteorologie leider gar nichts verstanden.

Europäisches Wettermodell ECMWF verhaltener

Während das US-Wettermodell der NOAA den Dezember normal temperiert berechnet, rechnet das europäische Wettermodell mit einem leicht zu warmen Monat. Bei Januar und Februar sieht es ähnlich aus. NOAA rechnet nur mit leichten Abweichungen nach oben, die Europäer sehen diese beiden Monate zum Teil 1 bis 2 Grad über dem langjährigen Klimamittel. So oder so steht eine spannende Entwicklung ins Haus.

Dezember 2021 NOAA
Der US-Wetterdienst NOAA sieht eher durchschnittliche Temperaturen im Dezember, weder zu warm, noch zu kalt. Gefühlt wäre es für die meisten Menschen eher ein kalter Dezember.

Ein kalter Winter wäre mal wieder fällig. Die letzten richtig kalten Winterphasen sind schon eine ganze Weile her! Besonders schneereich war beispielsweise der Dezember 2010. An Heiligabend 2010 lagen in Berlin und Aachen über 30 cm Schnee. Das war Winter!