Wintereinbruch: Winter-Hammer mitten im Mai -Polarluft bringt Schnee bis 500 Meter runter!

Nach fast 26 Grad am Muttertag folgt der totale Absturz: In der Nacht auf Dienstag sinkt die Schneefallgrenze auf 500 Meter, an den Alpen drohen bis zu 22 Zentimeter Neuschnee. Echter Wintereinbruch!
Hammer-Wechsel binnen Stunden: Am Muttertag noch fast 26 Grad im Südwesten, dazu strahlender Sonnenschein – und schon greift uns die Polarluft mit voller Wucht an. Eine kräftige Tiefdruckrinne über Mitteleuropa lenkt die Kaltluft direkt aus Skandinavien zu uns runter.
Die Folge ist ein Temperatursturz wie aus dem Lehrbuch, mitten in den Eisheiligen und punktgenau zur Kalten Sophie. Ehrlich gesagt habe ich in dieser Heftigkeit zur Monatsmitte schon lange keinen Vorstoß mehr auf den Wetterkarten gesehen, das ist wirklich kein Pappenstiel.
Schneefallgrenze rauscht auf 500 Meter ab
In der Nacht auf Dienstag sinkt die Schneefallgrenze rapide ab. Nach den aktuellen Berechnungen des europäischen Wettermodells fällt bereits ab 700 Metern verbreitet Schnee auf Wiesen und Feldern.
In kräftigen Schauern kann es lokal sogar bis 500 Meter runter weiß werden – in Einzelfällen mit nassen Flocken noch ein Stück tiefer. Betroffen sind Schwarzwald, Bayerischer Wald, Erzgebirge und Thüringer Wald. Auch die Hochlagen der Eifel und des Sauerlands bekommen ihr Päckchen ab. Für Mitte Mai eine Ansage.
Selbst Taunus und Hunsrück bekommen Flocken
Was mich am meisten erstaunt: Selbst in den Mittelgebirgen West- und Mitteldeutschlands ist morgen früh nasser Schneefall nicht ausgeschlossen. Im Taunus oberhalb von 700 Metern und im Hunsrück können sich kurzzeitig weiße Schauerstreifen bilden – ein Bild, das sonst eher März-Charakter hat.
An den Alpen wird es richtig knackig: Oberhalb 1500 Meter sind bis zu 25 Zentimeter Neuschnee drin, in Staulagen punktuell sogar mehr. Ein Wert, den man im Mai eigentlich nicht mehr auf der Karte sehen will.
Bodenfrost bedroht Tomaten und Geranien
In den klaren Nächten droht in der Mitte und im Westen verbreitet Bodenfrost, regional ist auch leichter Luftfrost nicht ausgeschlossen. Wer empfindliche Tomatenpflanzen, Geranien oder Dahlien schon draußen stehen hat, muss jetzt handeln. Vlies drüber, Eimer drauf, ab in den Schuppen – sonst ist die Saison schneller gelaufen, als einem lieb ist.

Die Eisheiligen zeigen dieses Jahr wirklich ihr ganzes meteorologisches Gesicht. Ich kann mich an einen so harten Mai-Einbruch in den letzten zehn Jahren kaum erinnern.
Vatertag fällt buchstäblich ins Wasser
Eine schnelle Erholung sehe ich nicht. Die kommenden Tage bleiben wechselhaft, kühl und windig. Die Höchstwerte liegen meist nur zwischen 10 und 16, im günstigsten Fall 17 Grad. Sommerliche 20 Grad oder gar mehr? Fehlanzeige.
Auch Christi Himmelfahrt, also Vatertag am Donnerstag, wird leider kein meteorologisches Geschenk: Regen, Schauer und teils eingelagerte Gewitter machen jeden Bollerwagen-Ausflug zur Wette gegen den Himmel. Wer fest plant, sollte zumindest einen wetterfesten Plan B in der Tasche haben.
Wann wird es wieder frühlingshaft?
Erst zum Wochenende deuten die Langfristkarten von ECMWF und NOAA eine leichte Beruhigung an. Die Strömung dreht zögerlich auf Süd, die Temperaturen könnten dann wieder in Richtung 18 bis 21 Grad klettern.
Stabiles, sonniges Frühlingswetter sehe ich für die Pfingstwoche aber noch lange nicht – dafür ist die Großwetterlage einfach zu unruhig. Mein Tipp aus dem Wetterstudio: Heizung nicht zu früh runtergedreht, Jacke griffbereit. Die zweite Mai-Hälfte hat noch das eine oder andere Ass im Ärmel.
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