Mega Wintereinbruch in Deutschland oder einfach nur nasskaltes Schmuddelwetter?

Der Winter pirscht sich heran. Mittlerweile fallen sogar schon Flocken bis in tiefe Lagen. Hier und da wird bereits vom Dauerwinter gesprochen, es werden Vergleiche zum Dezember 2010 gezogen. Ist das berechtigt? Bekommt Deutschland wirklich wochenlang Eis, Frost und Schnee?

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Bekommt Deutschland einen heftigen Wintereinbruch. Zumindest phantasieren darüber einige, wenig seriöse Wetterexperten seit über einer Woche.

Bei so manchem "Wetterexperten" jagt derzeit eine Schlagzeile die nächste. Immer geht es um das aktuelle frühwinterliche Wetter. Schon seit einer Woche hört man Begriffe wie Dauerwinter, Nordlage und wilde Vergleiche mit dem Dezember 2010. Doch ist das alles überhaupt berechtigt? Einige scheinen beim Anblick der kalten lila Farben auf der Wetterkarte ein klein wenig die Orientierung zu verlieren. Bisher findet der Winter für die meisten Menschen nur in den Wettermodellen statt.

Aktuell bleibt der Schnee erst oberhalb 400 bis 500 m liegen, im Westen sogar erst ab 800 bis 900 m. In den Wetterkarten sieht es nun so aus, als würde ganz Deutschland bis zum 1. Advent unter einer dicken Schneedecke liegen. Doch bei diesen Prognosen ist Vorsicht geboten. Die Wettermodelle übertreiben gerne bei den Schneemengen. Der Erdboden ist noch sehr warm. Da hat es der Schnee schwer, in den tiefen Lagen liegenzubleiben. Das wird noch eine ganze Weile so bleiben, denn Dauerfrost bis in tiefe Lagen ist nicht in Sicht.

Kein Vergleich mit Dezember 2010

Ein Winter-Wonderland ist für die meisten Deutschen bis zum 1. Advent nicht zu erwarten. Der Schnee fällt dort, wo es zu dieser Jahreszeit auch nicht wirklich ungewöhnlich ist, und zwar in den höheren Lagen der Mittelgebirge und in den Alpen. Dauerfrost und eine dicke Schneedecke bis in tiefe Lagen ist in den nächsten 3 bis 5 Tagen nicht zu erwarten. Daher sind alle Vergleiche mit dem Dezember 2010 völlig abwegig. Damals wurde es bereits in den letzten Novembertagen bitterkalt, nachts kam es zu Werten unter minus 10 bis zu minus 20 Grad. Das ist in den kommenden Tagen nicht in Sicht.

Auch tagsüber wird es bis zum 1. Advent keinen Frost und damit keinen Dauerfrost geben. Das war im Dezember 2010 alles völlig anders. Für die meisten Regionen gibt es in den nächsten Tagen nasskaltes Schmuddelwetter. Da kann man sich bestenfalls eine Erkältung einfangen, aber keine frostigen und dick verschneiten Winterlandschaften.

Nach dem 1. Advent möglicherweise wieder deutlich milder?

Die ersten Wettertrends deuten ohnehin schon wieder auf eine deutliche Milderung nach dem 1. Advent hin. Rasch würden demnach wieder 5 bis 10 Grad erreicht werden. Eine längere Einwinterung für Deutschland stand nie zur Debatte und ist derzeit in den Wettermodellen auch nicht festzustellen.

Wir bekommen für die Jahreszeit völlig typischen Berglandwinter. Das ist nun wirklich nichts Ungewöhnliches. Weit und breit ist keine Wintereinkehr in den tiefen Lagen von Deutschland zu sehen. Daher macht es aktuell auch keinen Sinn, die milden Dezemberprognosen jetzt schon infrage zu stellen. Vor einigen Monaten sagten die Langfristwettermodelle der Dezember könnte 1 bis 2 Grad wärmer als üblich ausfallen. Diese Sache ist noch lange nicht vom Tisch!