Wettermodell sieht eine deutlich zu nasse Woche. Doch Achtung: der meiste Regen fällt nur innerhalb von 36 Stunden!

Setzt Tiefdruckkomplex Wega Deutschland unter Wasser? Das ECMWF zeigt eine deutlich zu nasse Woche. Der meiste Regen fällt geballt innerhalb von nur 36 Stunden – Unwettermengen drohen dabei aber allenfalls regional am Alpenrand.

Regen-Hammer bis Sonntag? Das ECMWF berechnet für Deutschland verbreitet Regen– doch ein Großteil davon fällt geballt innerhalb von nur rund 36 Stunden.
Regen-Hammer bis Sonntag? Das ECMWF berechnet für Deutschland verbreitet Regen– doch ein Großteil davon fällt geballt innerhalb von nur rund 36 Stunden.

Beim Blick auf die aktuelle Wochenprognose des europäischen Wettermodells ECMWF fällt Deutschland deutlich ins Auge. Für den Zeitraum vom 7. bis 14. September werden vielerorts positive Niederschlagsabweichungen berechnet.

Es fällt also mehr Regen, als zu dieser Jahreszeit im Mittel zu erwarten wäre. Doch daraus lässt sich weder eine komplett verregnete Woche noch eine flächendeckende Unwetterlage ableiten.

Entscheidend ist vielmehr, wann und in welcher Intensität der Regen fällt. Ein großer Teil der Niederschläge konzentriert sich zwar auf ein Zeitfenster von nur etwa 36 Stunden. Doch eine großflächige Unwetterlage wird sich aller Voraussicht nicht einstellen. Verantwortlich dafür ist der Tiefdruckkomplex Wega mit seiner Kaltfront, die von Nordwesten über Deutschland hinwegzieht und einen markanten Luftmassenwechsel einleitet.

Heute noch 34 Grad – gleichzeitig kommt die Kaltfront

Am Dienstag liegen über Deutschland zunächst zwei völlig unterschiedliche Wetterwelten:

Im Nordwesten hat die Kaltfront bereits dichtere Wolken und kühlere Atlantikluft gebracht. Dort werden teilweise nur 18 bis 23 Grad erreicht und gebietsweise fällt schauerartiger Regen.

Ganz anders sind die Wetter Parameter in der Südhälfte. Hier hält sich noch die sehr warme Luft, die Temperaturen steigen bei häufigem Sonnenschein auf bis zu 34 Grad.

Am späten Nachmittag und Abend nimmt allerdings das Gewitterrisiko zu. Im Südwesten können kräftige Gewitter mit Hagel, Sturmböen und lokal etwa 20 Litern Regen pro Quadratmeter innerhalb einer Stunde auftreten. Eng begrenzt sind dort auch unwetterartige Entwicklungen nicht ausgeschlossen.

Mittwoch fällt ein großer Teil des Wochenregens

In der Nacht zum Mittwoch arbeitet sich die Kaltfront weiter nach Südosten vor. Damit breitet sich auch der Regen über weitere Teile Deutschlands aus. Am Mittwoch selbst liegt der Schwerpunkt schließlich im Süden und Osten.

Dort trifft die Front noch auf eine sehr feuchte Luftmasse und die Labilität der Schichtung nimmt mit duchzug der Front rasant zu. Regen kann deshalb zeitweise kräftiger und konvektiv verstärkt ausfallen. Das bedeutet aber nicht, dass Deutschland flächendeckend Unwettermengen bevorstehen.

Besonders im Fokus steht vielmehr der Alpenrand. Dort werden innerhalb von zwölf Stunden recht einheitlich 15 bis lokal 35 Liter pro Quadratmeter berechnet.

Gleichzeitig wird die heiße Luft vollständig verdrängt. Statt bis zu 33 Grad am Dienstag werden am Mittwoch verbreitet nur noch 17 bis 22 Grad erreicht.

ECMWF Wettermodell zeigt eine nasse Wochenkarte – aber keine Regenflut für ganz Deutschland
ECMWF Wettermodell zeigt eine nasse Wochenkarte – aber keine Regenflut für ganz Deutschland

Nach 36 Stunden dreht die Wetterlage

Schon am Donnerstag beruhigt sich das Wetter deutlich. Hinter dem abziehenden Kaltlufttrog ist maritime Polarluft eingeflossen; in 850 hPa liegen die Temperaturen nur noch zwischen etwa 3 und 8 Grad. Am Boden werden 17 bis 23 Grad erreicht.

Und genau hier liegt die Besonderheit der vermeintlich „zu nassen Woche“: Nach dem konzentrierten Regenfenster nimmt der Hochdruckeinfluss zu.

Zum Wochenende baut sich voraussichtlich eine Hochdruckbrücke über Mitteleuropa auf. Längere sonnige und trockene Phasen werden wahrscheinlicher, während die Temperaturen bis Sonntag und Montag wieder auf etwa 22 bis 27 Grad steigen können.

Überdurchschnittlich nass kann die Woche damit durchaus werden – nur eben nicht, weil es eine Woche lang regnet, sondern weil ein erheblicher Teil des Niederschlags innerhalb kurzer Zeit fällt. Der wiederum glücklicherweise keine markant Unwetterlage für Deutschland bedeutet.