In deutschen Städten war die Hitzebelastung sehr unterschiedlich und abhängig von der Nationalität
Forscherinnen und Forscher des Karlsruher Institut für Technologie haben eine neue Studie veröffentlicht. Schnell haben sie zwischen der extremen Hitzebelastung und der Bevölkerungsstruktur in Deutschland einen klaren Zusammenhang nachgewiesen.

Die Forschenden haben deutschlandweit Daten aus den Hitzeperioden aus den Sommermonaten der letzten Jahre 2021 bis 2023 ausgewertet.
Nicht überall in der Stadt war die Hitze gleich intensiv
Sie haben sich gefragt, ob eine starke Hitzebelastung mit soziodemografischen Daten wie Alter, Staatsangehörigkeit, Mietspiegel einhergeht. Schnell wurde deutlich, dass in 84,2 Prozent der analysierten Städte eine deutliche Zunahme an Hitzebelastung zu verzeichnen war, wenn der Anteil der deutschen Bevölkerung sank.
Nachts kühlte es nicht überall ab
Besonders nachts ist die Luft in den Gebieten deutlich wärmer und auch die Dächer der Häuser kühlten weniger ab.

Der Mietspiegel hingegen liefert nach aktuellen Erkenntnissen keinen Hinweis auf mehr oder weniger Wärmebelastung.
Wenig Einkommensdaten machten eine Einordnung schwerer
Jedoch konnte die Forschungsgruppe auf keine hochaufgelösten Einkommensdaten zugreifen. So lässt sich in Deutschland nicht beurteilen, ob die beobachteten Unterschiede auf sozioökonomische Ungleichheiten zurückzuführen sind.
Nicht zuletzt konnten die Forscherinnen und Forscher nachweisen, dass es klare Unterschiede in den deutschen Städten gibt.
Je nach Bebauung und Versiegelung konnten klare Wärmeinseln bestimmt werden.
Im ländlichen Raum sind die Temperaturschwankungen geringer
So sind die unterschiedlichen Temperaturen besonders in Städten stark zu spüren. Im Vergleich zum suburbanen und ländlichen Raum konnte die Hitzebelastung in den Städten auch stark variieren.
Die neuen Erkenntnisse der Forschungsgruppe können deutsche Städte nun dabei unterstützen hitzegeplagte Gebiete zu identifizieren und Maßnahmen zur Hitzevorsorge gezielter und nachhaltiger umzusetzen.
Weitere Projekte sollen genauere Antworten liefern
Weitere Forschungsvorhaben sollen einen Blick auf die ökonomischen Unterschiede ermöglichen. Auch im Hinblick auf die Umweltgerechtigkeit in der Stadtplanung möchten die Forscherinnen und Forschern neuen Studien anbringen.
Artikelreferenz
Jayati Chawla et al. (2026). Comparing land surface temperature and air temperature for assessing socio-demographic inequalities in urban heat exposure: evidence from Germany.Environ. Res. Lett. 21 154033.
Karlsruher Institut für Technologie. (2026). Hitzeexposition in Städten unterscheidet sich zwischen Bevölkerungsgruppen.