Wetterforscher warnt: Kommt im April doch nochmal der Winter zurück nach Deutschland?

Der Frühling läuft – aber die Modelle zeigen Bewegung. Kalte Luft steht bereit. Wie realistisch ist ein später Wintereinbruch wirklich?
Wenn man sich die aktuelle Lage anschaut, merkt man schnell: Das System ist noch längst nicht „eingeschwungen“. Nach dem ungewöhnlich ruhigen und milden März ist jetzt wieder deutlich mehr Dynamik drin. Der Jetstream ist in Bewegung, zieht Wellen, verlagert sich – und genau das öffnet immer wieder die Tür für unterschiedliche Luftmassen.
Mal kommt mildere Atlantikluft rein, dann wieder ein Schwall kälterer Luft aus dem Norden. Das ist nichts Ungewöhnliches für April, aber in diesem Jahr wirkt es besonders ausgeprägt. Man sieht richtig, wie die Modelle noch ringen, welche Richtung sich durchsetzt.
Woher diese 30% eigentlich kommen
Die 30 Prozent Wahrscheinlichkeit, die aktuell im Raum stehen, sind kein Bauchgefühl, sondern kommen aus den Ensemble-Rechnungen. Wenn man sich die einzelnen Läufe anschaut, gibt es zwei klare „Lager“: Die einen bleiben auf mildem Kurs, die anderen lassen kalte Luft aus Norden oder Nordosten nach Mitteleuropa vorstoßen. Und genau aus dieser Mischung ergibt sich dieser Wert. Wichtig ist: Das ist keine feste Prognose, sondern eher eine Art Momentaufnahme der Möglichkeiten. Die Atmosphäre ist in so einer Phase schlicht noch nicht entschieden.
Was dann tatsächlich passieren würde
Falls sich die kältere Variante durchsetzt, reden wir nicht über einen Winter wie im Januar. Es wäre eher ein klassischer Kälterückfall, wie man ihn im April immer mal wieder sieht. Temperaturen tagsüber vielleicht nur noch knapp über null bis maximal einstellige Werte, dazu Schauer. Und wenn die Luft kalt genug ist, kann da auch mal Schnee oder Graupel dabei sein – selbst im Flachland. Nachts wird es dann schnell kritisch, weil Frost dazukommt. Gerade jetzt, wo vieles schon blüht, ist das natürlich ein Thema.
Warum das Ganze meist nicht lange hält
Was man aber nicht vergessen darf: Diese Lagen sind in der Regel ziemlich kurzlebig. Wir haben es hier mit einer sehr beweglichen Zirkulation zu tun, oft mit durchziehenden Trögen. Das heißt übersetzt: Die Kaltluft kommt, bleibt vielleicht zwei, drei Tage – und wird dann schon wieder von milderer Luft verdrängt. Genau dieses Auf und Ab ist typisch für den April. Man bekommt keinen stabilen Zustand, sondern eher ein ständiges Nachjustieren.
Der entscheidende Faktor: die Sonne
Ein Punkt, der oft unterschätzt wird, ist die Sonneneinstrahlung. Anfang April hat die schon ordentlich Kraft. Selbst wenn es schneit, reicht die Energie tagsüber meist aus, um das Ganze schnell wieder zu relativieren. Der Boden ist nach dem milden März zusätzlich noch vergleichsweise warm. Bedeutet: Schnee kann fallen, klar – aber dass er liegen bleibt, ist in vielen Regionen eher die Ausnahme.

Unterm Strich: Aufmerksamkeit ja, Panik nein
Diese 30 Prozent sollte man ernst nehmen, keine Frage. Es zeigt, dass die Lage offen ist und dass ein Kälterückfall absolut im Bereich des Möglichen liegt. Aber genauso klar ist: In der Mehrheit der Fälle setzt sich trotzdem die mildere Variante durch. Für uns heißt das letztlich: Der Frühling bleibt, aber er läuft noch nicht ganz rund. Und genau das ist eigentlich ziemlich typisch für diese Jahreszeit.
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