Wetterforscher spricht von "Jetstream-Schock" 250 km/h über Deutschland fegen den Winter hinweg!

Über Deutschland tobt in zehn Kilometern Höhe der Jetstream – und entscheidet mit bis zu 250 km/h, ob wir Winter oder Frühling bekommen.
Im Mittelpunkt dieser spektakulären Wetterlage steht der Jetstream. Dieses schmale, aber extrem kräftige Starkwindband zieht in rund zehn Kilometern Höhe um die Nordhalbkugel. Aktuell rauscht er mit bis zu 250 km/h direkt über Deutschland hinweg.
Was dort oben passiert, spüren wir hier unten unmittelbar. Denn der Jetstream ist der große Taktgeber unserer Atmosphäre. Verschiebt er sich nur leicht nach Norden oder Süden, geraten Hoch- und Tiefdruckgebiete völlig neu in Bewegung. Genau diese Verschiebung sorgt jetzt für eine Wetterwende um 180 Grad.
Warum der Jetstream alles steuert
Der Jetstream entsteht durch starke Temperaturgegensätze zwischen eiskalter Polarluft und deutlich wärmerer Luft aus südlicheren Breiten. Je größer dieser Unterschied, desto stärker weht das Windband. Normalerweise verläuft es relativ geradlinig von West nach Ost und bringt uns typisches wechselhaftes Atlantikwetter.

Doch wenn sich der Jetstream wellenförmig verformt, spricht man von einer mäandrierenden Strömung. Dann können sich Warmluftvorstöße weit nach Norden schieben, während Kaltluft nach Süden ausbricht. Seine aktuelle Lage über Mitteleuropa ist der Schlüssel zu den ungewöhnlich milden Temperaturen.
Wie der Jetstream den Winter verdrängt
In der jetzigen Konstellation wirkt der Jetstream wie ein gigantisches Förderband. Auf seiner Südseite strömt milde Luft aus dem Südwesten nach Deutschland. Gleichzeitig wird die Kaltluft auf die Nord- und Ostseite der Strömung gedrückt. Das bedeutet konkret: Die Winterluft wird nach Osteuropa verdrängt, während bei uns frühlingshafte Luftmassen dominieren.
Dieser Mechanismus läuft unsichtbar, aber mit enormer Dynamik ab. Innerhalb weniger Tage kippt die gesamte Großwetterlage. Statt Dauerfrost und Schnee erleben wir plötzlich Tauwetter und zweistellige Plusgrade.
Temperaturen wie im April
Die Auswirkungen sind deutlich messbar. Am Mittwoch und Donnerstag werden verbreitet 15 bis knapp 20 Grad erwartet, im Südwesten sogar 21 oder 22 Grad. Solche Werte sind für diese Jahreszeit ausgesprochen ungewöhnlich. Normalerweise treten sie eher Mitte bis Ende April auf.
Der Jetstream liefert damit nicht nur milde Luft, sondern sorgt für eine Temperaturabweichung von mehreren Grad über dem klimatologischen Mittel. Für viele fühlt sich das an wie der erste echte Frühlingstag – nur dass der Kalender noch klar Winter sagt.
Warum kleine Verschiebungen große Folgen haben
Das Entscheidende ist: Der Jetstream muss sich gar nicht dramatisch verändern. Schon eine Verschiebung um wenige Hundert Kilometer kann reichen, um Hoch- und Tiefdruckgebiete anders zu lenken. Dadurch entstehen völlig neue Druckverteilungen über Europa. Ob wir frieren oder schwitzen, hängt oft direkt von seiner Position ab. Diese Sensibilität macht das atmosphärische System so spannend – und manchmal auch so überraschend.
Der Jetstream als Spielmacher der Atmosphäre
Am Ende zeigt diese Wetterlage eindrucksvoll, wer wirklich das Sagen hat. Nicht einzelne Tiefs oder Hochs stehen im Mittelpunkt, sondern der Jetstream als übergeordneter Spielmacher. Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 250 km/h bestimmt er die Leitplanken unserer Wetterentwicklung. Aktuell bedeutet das: Frühling statt Frost, Tauwetter statt Schneefall. Und solange der Jetstream in dieser Position verharrt, bleibt der Winter bei uns chancenlos.