Wetterforscher erschrocken: „Der Schalter kippt gerade": El Niño ist zurück – und plötzlich reden alle über den Winter!

Über Monate stand alles auf La Niña. Jetzt dreht der Pazifik – und eine 97-Prozent-Prognose holt eine alte Winter-Erinnerung zurück ins Spiel. Was jetzt auf uns zukommt.

El Nino könnte im Winter 2026/2027 für einige Überraschungen sorgen.
El Nino könnte im Winter 2026/2027 für einige Überraschungen sorgen.

Monatelang war die Lage klar. La Niña, die kühle Schwester im Pazifik, hatte das Kommando – und mit ihr die Aussicht auf einen weiteren durchwachsenen Winter. Doch damit ist es vorbei. Der Ozean hat den Kurs gewechselt, und zwar deutlich schneller, als die meisten es im Frühjahr noch für möglich gehalten hätten.

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Der Schalter ist umgelegt. El Niño, das große Gegenstück, ist zurück – und diesmal offenbar mit Wucht. Was das für die kalte Jahreszeit bei uns bedeutet, sorgt in diesen Tagen für reichlich Gesprächsstoff. Denn ein ganz bestimmtes Jahr taucht in den Diskussionen immer wieder auf.

„Das ist keine Prognose mehr – das ist Messwert"

Das Besondere an der jetzigen Lage: Es geht längst nicht mehr um eine vage Vorhersage. Die zuständige Klimabehörde in den USA hat ihre Warnstufe bereits im Sommer angehoben. Die Meerestemperaturen im zentralen Pazifik liegen spürbar über dem Normalwert, vor der Küste Südamerikas sind es sogar mehr als zwei Grad zu viel.

Im Pazifik brodelt es. Die Wassertemperaturen erreichen dort Rekordwerte.
Im Pazifik brodelt es. Die Wassertemperaturen erreichen dort Rekordwerte.

Und die Fachleute rechnen fest damit, dass sich daran so schnell nichts ändert. Mit einer Wahrscheinlichkeit von rund 97 Prozent soll das Phänomen bis weit ins kommende Frühjahr durchhalten. Ein kräftiger El Niño mischt die großen Luftströmungen rund um den Globus komplett neu – und Mitteleuropa liegt mittendrin.

Der eigentliche Chef sitzt über dem Nordpol

Für unser Winterwetter entscheidend ist am Ende aber ein anderer Akteur, hoch oben in der Stratosphäre: der Polarwirbel. Solange dieser gewaltige Luftwirbel kräftig und stabil rotiert, hält er die eisige Kälte wie ein fester Deckel im hohen Norden zurück. Bei uns bleibt es dann mild, oft windig, wenig winterlich.

Doch dieser Deckel kann platzen. Kommt es mitten im Winter zu einer plötzlichen Erwärmung dort oben, bricht die arktische Luft nach Süden aus – und aus einem lauen Winter wird binnen weniger Tage eine knackige Kältewelle. Genau hier kommt El Niño ins Spiel, denn er kann solche Störungen anschieben.

Erst lasch, dann eiskalt? Das typische Muster

Wer in die Vergangenheit schaut, erkennt ein wiederkehrendes Schema. In Jahren mit El Niño startet der Winter bei uns häufig ausgesprochen mild. November und Dezember bleiben oft weich, von Westen weht milde Atlantikluft heran, an Schnee ist kaum zu denken.

Die große Bühne gehört dann meist dem Spätwinter. Erst im Januar und Februar, wenn viele schon gar nicht mehr mit Frost rechnen, kann der Polarwirbel ins Wanken geraten. Dann drohen ausgerechnet in der zweiten Winterhälfte die dicksten Überraschungen – mit Frost, Schnee und klirrenden Nächten.

Ein Winter, an den sich viele mit Wehmut erinnern

Und damit sind wir bei dem Jahr, das gerade in aller Munde ist. Auch im Winter 2009 auf 2010 hatte El Niño seine Finger im Spiel – und heraus kam ein Winter zum Verlieben. Eiskalt, tief verschneit, mit zugefrorenen Seen von der Küste bis hinunter in die Alpen.

Wochenlang lag damals der Schnee, nachts kroch das Thermometer weit unter den Gefrierpunkt, und Kinder rodelten selbst dort, wo sonst kaum eine Flocke fällt. Wer sich einen echten Winter herbeisehnt, klammert sich an genau diese Erinnerung – und hofft insgeheim, dass sich die Geschichte wiederholt.

Ein Blick, der sich lohnt – aber kein Grund zur Panik

So verlockend die Rechnung klingt, ein Selbstläufer ist sie nicht. Unter den Fachleuten wird gerade heftig gestritten, ob El Niño eine Störung des Polarwirbels eher begünstigt oder ihn im Gegenteil sogar ausbremst. Ein Joker, der noch verdeckt auf dem Tisch liegt.

Dazu kommt die nüchterne Statistik: Der vergangene Winter war bereits der fünfzehnte zu warme in Folge – wer auf strenge Kälte wettet, wettet gegen eine lange Serie. Belastbare Hinweise liefert am Ende nur der Polarwirbel selbst, und der zeigt seine Karten frühestens im Spätherbst.

Der Pazifik hat vorgelegt. Entschieden wird über dem Nordpol – und zwar erst mitten im Winter. Bleibt also nur eins: jetzt ganz genau hinschauen.