"Ich hab so einen Sommer noch nicht erlebt": Schon wieder Tornado-Gefahr, Hagel und Orkanböen im Anmarsch

Kaum ist die letzte Hitzewelle vorbei, rollt schon die nächste heftige Unwetterlage heran. Tornados, Hagelschlag, schwere Sturmböen – der Schadenssommer 2026 legt jetzt noch einen drauf.

Ich muss ganz ehrlich sagen: Ich schaue seit Wochen jeden Morgen auf die Modelle und frage mich, was da eigentlich noch alles auf uns zurollt. Kaum haben wir die letzte Hitzewelle hinter uns, kaum wird über den bisher heißesten Sommer der Messgeschichte gesprochen, da schiebt sich schon die nächste brenzlige Unwetterlage an uns heran.

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Und mittendrin stehen wieder Warnungen vor Tornados, vor Hagelschlag und vor schweren Sturmböen. Das ist kein normaler Sommer mehr. Das ist ein Sommer, der Rekorde reihenweise pulverisiert.

Ein Schadenssommer wie aus dem Bilderbuch

Kurze Rückblende: 41,8 Grad im Juni – neuer deutscher Allzeitrekord. Dann die zweite Hitzewelle Ende Juli, die dritte Mitte August, und dazwischen kaum ein Tropfen richtiger Landregen. An über 240 Stationen in Deutschland wurden bereits Rekorde für die meisten Hitzetage einer Saison eingestellt, in Rheinfelden sogar sagenhafte 54.

Staubtrockene Böden, Flüsse mit Niedrigwasser, Waldbrände von Brandenburg bis in die Pfalz, weggekippte Fischbestände – die Schadensbilanz ist jetzt schon dreistellig, und wir sind noch längst nicht durch. Genau in diese Kulisse knallt nun die nächste heftige Wetterlage.

Ab Donnerstag kippt das Wetter komplett

Dienstag und Mittwoch geht es zunächst noch mal richtig hoch. Im Markgräfler Land werden 30 Grad erreicht, am Donnerstag im Süden sogar 31 Grad. Doch schon in der Nacht zum Freitag schiebt sich von Westen ein gewittriges Regenband herein – und das hat es faustdick hinter den Ohren.

Ab Donnerstagabend drohen teils heftige Gewitter und Unwetter.
Ab Donnerstagabend drohen teils heftige Gewitter und Unwetter.

Lokal sind schwere Gewitter möglich, mit Hagel, Starkregen und schweren Sturmböen. Am Freitag zieht die ganze Chose langsam nordostwärts weiter, und eine Unwetterentwicklung schließe ich ausdrücklich nicht aus.

Warum die Gewitter jetzt so heftig werden

Das Rezept ist bekannt und trotzdem jedes Mal unangenehm: schwül-heiße Luft aus Süd bis Südwest, dazu hohe Energiewerte in der Atmosphäre und dann eine Kaltfront, die von Westen dagegen drückt. Genau in diesem Zusammenprall entstehen die richtig widerlichen Zellen.

Wenn dann noch die Windscherung passt – und danach sieht es in den Modellen aus – können sich rotierende Gewitter bilden. Und aus rotierenden Gewittern entstehen bei uns in Mitteleuropa immer wieder Tornados. Meistens kurzlebig, meistens lokal, aber ganz sicher nicht harmlos.

Diese Regionen müssen besonders aufpassen

Die erste Front trifft schon Dienstag den Südwesten und arbeitet sich langsam Richtung Mitte vor. Donnerstag steht dann vor allem die Mitte und der Süden im Fokus, mit teils kräftigen Schauern und Gewittern und im Norden dazu einem frischen bis stürmischen Ostwind.

Am Freitag verlagert sich der Schwerpunkt weiter nach Osten und Nordosten. Am Alpenrand kann sich der Regen sogar festsetzen und stundenlang herunterprasseln – Stichwort Sturzfluten in engen Tälern. Auch das haben wir dieses Jahr leider schon zu oft gesehen.

Meine ehrliche Einschätzung

Ich weiß, ich klinge wie eine kaputte Schallplatte, aber bitte: Nehmen Sie diese Lage ernst. Der Sommer 2026 hat gezeigt, wozu die Atmosphäre inzwischen fähig ist, und die kommenden Tage passen leider ins Bild. Verstauen Sie loses Zeug im Garten, parken Sie das Auto nicht unter dem alten Ahorn, und behalten Sie die Warnungen in den nächsten Tagen unbedingt im Blick.

Besonders im Westen und Süden wird es in den nächsten Tagen immer wieder recht nass werden.
Besonders im Westen und Süden wird es in den nächsten Tagen immer wieder recht nass werden.

Und noch etwas: Ich glaube nicht, dass wir mit dieser Woche durch sind. Solange die Böden so trocken sind und die umliegenden Meere so warm, bleibt das Unwetterrisiko hoch – bis weit in den Spätsommer und Frühherbst hinein.