Wetterexperte: "Modellprognosen stützen schlimmste Befürchtungen" Mächtigste Frostwelle seit Jahrzehnten droht
Neue Prognosen alarmieren Meteorologen. Extreme Ostkälte, tagelanger Dauerfrost und Nächte bis minus 20 Grad könnten Deutschland vor eine außergewöhnliche Winterprüfung stellen.

Die jüngsten Auswertungen der Wettermodelle lassen kaum noch Spielraum für Beschwichtigung. Mehrere unabhängige Prognosesysteme stützen inzwischen die schlimmsten Befürchtungen. Für Ende Januar zeichnet sich eine Kältewelle ab, die in ihrer Intensität und Dauer als außergewöhnlich eingestuft wird.
Besonders brisant ist die Länge: sieben bis zehn Tage am Stück mit durchgehend negativen Temperaturen gelten inzwischen als realistisches Szenario. Meteorologen sprechen von der mächtigsten Kältephase seit über einem Jahrzehnt, zumindest in weiten Teilen Deutschlands. Entscheidend ist nicht ein einzelner Frostpeak, sondern die anhaltende Belastung ohne nennenswerte Milderung.
Dauerfrost am Tag, strenger Frost in der Nacht
Die Temperaturprognosen sind deutlich. Tagsüber droht verbreitet Dauerfrost zwischen minus 2 und minus 10 Grad, in klaren Nächten sogar minus 10 bis minus 20 Grad. Besonders betroffen wären Ost- und Süddeutschland, doch auch andere Regionen könnten in den Einflussbereich geraten.
Solche Werte sind nicht nur statistisch bemerkenswert, sie haben auch reale Auswirkungen. Ohne Tauphasen kann sich der Frost Tag für Tag verstärken, was Straßen, Böden und Leitungen erheblich belastet. Gerade in urbanen Räumen steigt das Risiko für Infrastrukturschäden deutlich an.
Das Russenhoch als Kälte-Motor
Ursache der Entwicklung ist die kontinentale Kaltluft aus Russland. Ein starkes Hochdruckgebiet über Osteuropa lenkt eisige Luftmassen direkt nach Mitteleuropa. Dieses sogenannte Russenhoch blockiert die atlantischen Westwinde und schneidet Deutschland von milderen Luftströmen ab. Die Luft ist extrem trocken, sehr kalt und stabil geschichtet. Genau diese Konstellation gilt als besonders effizient für starke Fröste. Historisch betrachtet sind es genau solche Lagen, die die tiefsten Wintertemperaturen hervorbringen.
Warum trotz Kälte kaum Schnee fällt
So paradox es klingt: Gerade extreme Kälte geht oft mit Schneemangel einher. Kontinentalluft enthält kaum Feuchtigkeit, Niederschläge bleiben aus. Klare Nächte fördern die Ausstrahlung, wodurch die Temperaturen weiter fallen. Ohne Schneedecke fehlt zwar die reflektierende Oberfläche, doch gleichzeitig kann sich der Boden ungebremst auskühlen. Viele der kältesten Winterphasen Deutschlands verliefen erstaunlich schneearm. Das macht die Lage trügerisch, denn optisch wirkt das Wetter harmloser, als es tatsächlich ist.
Können Höhentiefs doch Schnee bringen?
Ganz ausgeschlossen sind weiße Überraschungen dennoch nicht. In kalter Höhenströmung können sich sogenannte Höhentiefs bilden, die lokal Schneeschauer oder leichte Schneefälle auslösen. Diese Ereignisse sind schwer vorherzusagen und meist regional begrenzt.
Sollte Schnee fallen, könnte er die Kälte lokal sogar noch verschärfen, da eine geschlossene Schneedecke die nächtliche Abkühlung verstärkt. Das Risiko punktueller Winterchaos-Lagen bleibt damit bestehen, auch wenn kein flächiger Schneefall zu erwarten ist.
Was bedeutet das für Deutschland?
Eine solche Kältephase stellt das Land vor erhebliche Herausforderungen. Energieverbrauch, Verkehr und Infrastruktur geraten unter Druck, insbesondere bei anhaltendem Dauerfrost. Wasserleitungen, Schienen und Straßen reagieren empfindlich auf langandauernde Minusgrade. Gleichzeitig steigt der Heizbedarf massiv. Positiv ist lediglich der fehlende großflächige Schnee, der sonst zusätzliche Probleme verursachen würde. Dennoch gilt: Diese Wetterlage ist ernst, auch ohne Schneemassen. Deutschland könnte vor einer der markantesten Winterepisoden der letzten Jahre stehen.