Wetter-Experte schockiert: „Mitte Deutschlands säuft ab!" – 80 Liter Regen in nur 36 Stunden möglich

Eine quasistationäre Front zementiert sich quer über Deutschland. Während der Süden nur Gewitter abbekommt, droht über der Mitte ein Dauerregen-Hammer mit Mengen wie sonst im ganzen Monat.

Leute, das wird ungemütlich. Eine schleifende Luftmassengrenze hat sich quer über Deutschland gelegt, und das Tückische: Sie kommt kaum vom Fleck. Quasistationär nennt der Fachmann das. Im Klartext heißt das: Wo der Regen jetzt einsetzt, regnet es auch noch morgen – und teils noch übermorgen früh.

Das wird in den kommenden Tagen regional richtig nass in Deutschland. Einige Regionen sind besonders betroffen.
Das wird in den kommenden Tagen regional richtig nass in Deutschland. Einige Regionen sind besonders betroffen.

Eine thermisch verstärkte Querzirkulation pumpt feuchte Mittelmeerluft an die Front, die Wolken können sich richtig ausquetschen. Genau solche Wetterlagen sind es, die im Frühjahr immer wieder für die größten Hochwasser-Schlagzeilen sorgen.

Bis 80 Liter in 36 Stunden – das ganze Mai-Soll am Stück

Das europäische Wettermodell ECMWF zeigt einen schmalen Streifen über Nordhessen, dem südlichen Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen als klaren Brennpunkt. Auch der Großraum Göttingen–Kassel–Erfurt steht voll im Visier.

Hier sind in 24 bis 36 Stunden 50 bis 80 Liter pro Quadratmeter drin, in den Staulagen am Harzrand und im Thüringer Wald lokal auch über 100 Liter. „So klar herausgearbeitet sehen wir solche Dauerregen-Lagen im Mai selten", heißt es aus der Vorhersagezentrale von Meteored. „Wenn die Front nicht früher rausläuft als gerechnet, fällt da in eineinhalb Tagen, was sonst der komplette Monat bringt."

Mai-Soll am Stück – kleine Bäche werden zur Gefahr

Zur Einordnung: Das Mai-Soll liegt in diesen Regionen bei 60 bis 70 Litern. Eineinhalb Tage – ein ganzer Monat. Bäche kippen, Keller laufen voll, in Hanglagen wächst die Sturzflut-Gefahr. Auf den Autobahnen A4, A7 und A38 muss man sich auf Aquaplaning und Sichtweiten unter 50 Metern einstellen.

Wer in Sachsen-Anhalt oder Thüringen einen Keller in Hanglage hat: Lieber einmal kontrollieren, ob der Rückstau-Verschluss funktioniert.

Süden kommt diesmal billig weg – aber Vorsicht vor Gewittern

Klingt überraschend, ist meteorologisch aber logisch: Südlich der Front liegt der Warmsektor. Hier dominiert nicht der flächige Dauerregen, sondern die klassische Mai-Konvektion – sprich: einzelne, dafür teils heftige Gewitter mit Starkregen um 20 Liter pro Stunde, dazu Sturmböen Bft 8–9 und örtlich Hagel. Wer Pech hat, kriegt eine Zelle voll ab. Wer Glück hat, sieht nur ein paar Wolkenfetzen ziehen. Bayern, Baden-Württemberg, auch der Raum Nürnberg und München: Augen auf, aber kein Land unter.

Norden trocken – und dann kommt der Temperatursturz

Während es in der Mitte runterprasselt, bleibt der Norden fast trocken. Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern liegen am Rand des Hochdruckkeils, am Mittwochmorgen ist dort sogar Bodenfrost möglich. Im Dauerregen der Mitte klettert das Thermometer am Mittwoch teils nicht über 7 bis 11 Grad. Wer am Sonntag noch im T-Shirt im Garten saß, kann den Pulli rauslegen. Das ist kein Knick mehr – das ist ein Absturz um über 15 Grad in zwei Tagen.

Wochenende: nächste Runde wartet schon – Eisheilige im Anflug

Donnerstag löst sich die Front endlich auf, Freitag eine kurze Atempause. Aber: Schon Samstag ziehen aus Südwesten die nächsten Gewitter mit Starkregen rein. Wer auf stabiles Hochdruckwetter hofft – bitte Geduld mitbringen. Die Eisheiligen klopfen ab nächstem Montag an, und ob die wirklich so mild und trocken werden wie aktuell von ECMWF gerechnet, steht in den Sternen. Im Mai gilt eben: Erst gucken, dann grillen.

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