Warnwürdige Wetterlage mit Starkregen und Sturm: Achtung vor Gewittern, die die Lage intensiv verschärfen

Sturmfeld direkt über Deutschland! VILJAs Kaltfront lässt es örtlich krachen: Die Modelle zeigen Starkregen, einzelne kräftige Gewitter und Böenspitzen um 100 km/h. Besonders brisant: die zusätzliche Windverstärkung durch einzelne Gewitter.

Wo kommt besonders viel Wasser zusammen? Die Karte zeigt die vom GFS-Modell berechneten, bis zum späten Samstagnachmittag aufsummierten Regenmengen. Welche Regionen trifft VILJAs Regen besonders?
Wo kommt besonders viel Wasser zusammen? Die Karte zeigt die vom GFS-Modell berechneten, bis zum späten Samstagnachmittag aufsummierten Regenmengen. Welche Regionen trifft VILJAs Regen besonders?

VILJA macht diesen Freitag ungemütlich. Nicht nur am Meer: Das zugehörige Windfeld greift weit ins Landesinnere aus. Dazu zieht ein längliches Regengebiet mit kräftigen Niederschlägen ostwärts. Wer heute draußen arbeitet, unterwegs ist oder eine Veranstaltung plant, sollte die örtlichen Warnungen verfolgen.

Weit weg vom Meer heißt heute nicht außerhalb der Gefahrenzone. Die Berechnungen zeigen Windstöße von 50 bis 75 km/h, örtlich um 90 km/h – auch quer durch das Binnenland bis nach Franken und ins nördliche Baden-Württemberg.

Besonders kräftig fällt der Wind auf der Südseite von VILJAs Zugbahn aus. Für den höchsten Berg des Harzes reicht die Vorhersage sogar bis Windstärke elf, also satte Orkanstärke. Für euch heißt das: Balkon und Terrasse rechtzeitig kontrollieren und alles befestigen, was der Wind erfassen kann und Spaziergänge in Waldgebieten unterlassen!

An der Kaltfront kommt die zusätzliche Gefahr

Einzelne Gewitter reichen heute aus, um den ohnehin kräftigen Wind örtlich deutlich zu verschärfen. Für den Nachmittag zeigen die Wettermodelle entsprechende Signale an VILJAs heranziehender Kaltfront.

Zwar fehlt der Luft die Energie für eine verbreitete Gewitterentwicklung. Über unseren Köpfen wartet jedoch eine extrem schnelle Luftströmung: Der Wind nimmt mit der Höhe erheblich zu. Dieser Unterschied begünstigt gut strukturierte Gewitter, sobald sich einzelne Zellen bilden.

Brisant wird es, wenn deren Abwinde die schnelle Luft aus höheren Schichten bis zum Boden bringen: Für solche Entwicklungen weisen die Berechnungen örtlich Spitzen um 100 km/h aus; auch Hagel gehört zu den erwartbaren Begleiterscheinungen.

Für euch entscheidend: Wenige Gewitter bedeuten nicht automatisch wenig Gefahr. Wo sie tatsächlich entstehen und besonders kräftig ausfallen, lässt sich aus den Modellläufen vorab nicht punktgenau bestimmen.

Viel Feuchtigkeit in der Luft und große Regenmengen

Tief VILJA lässt es ordentlich prasseln. Die Modelle berechnen 35 bis 42 Millimeter niederschlagbares Wasser in der Atmosphäre – so viel Wasser steckt als Dampf oder Feuchteresevoir in der gesamten Luftsäule.

  • Vor der Kaltfront liegt bereits warme, feuchte Luft subtropischen Ursprungs.
  • Von Nordwesten rückt nun kühlere Meeresluft nach. Sie ist dichter, schiebt sich unter die vorhandene Warmluft und zwingt diese zum Aufsteigen.
  • Dabei dehnt sich die warme Luft aus und kühlt ab.
  • Wasserdampf kondensiert zu Wolkentröpfchen; wachsen daraus ausreichend große Niederschlagsteilchen, fällt Regen.

20 bis 35 Liter Regen auf jeden Quadratmeter innerhalb von sechs Stunden: Diese Mengen zeigen die Berechnungen für einen schmalen Korridor durch Deutschlands Norden. Für einzelne Orte in Niedersachsens nördlichen Landesteilen nennt der Warnlagebericht sogar bis zu 50 Liter als wenig wahrscheinliche Maximalsumme – das entspricht Unwetterniveau.

Während dort Regen fällt, hält sich Richtung Alpen die subtropische Warmluft unter Hochdruckeinfluss. Für die sonnigen Gebiete heißt das heute 27 bis 33 Grad. Hitze und Sturm stehen heute also gleichzeitig auf der Wetterkarte.

VILJAs Wind erfasst auch das Binnenland: Die ECMWF-Karte zeigt das berechnete Windfeld für heute Nachmittag. Wo zieht es besonders kräftig durch – und welche Rolle spielen dabei Gewitter?
VILJAs Wind erfasst auch das Binnenland: Die ECMWF-Karte zeigt das berechnete Windfeld für heute Nachmittag. Wo zieht es besonders kräftig durch – und welche Rolle spielen dabei Gewitter?

Samstag noch unruhig, Sonntag deutlich freundlicher

Die Wetterberuhigung kommt am Wochenende nicht überall gleichzeitig an. Während der Wind vielerorts schon am Freitagabend nachlässt, wandert der Regen weiter Richtung Bayern. Für die Nacht zeigen die Berechnungen fünf bis 15, punktuell 20 Liter pro Quadratmeter.

Bis Samstagvormittag nennt die Vorhersage dort außerdem ein geringes Risiko kurzer Gewitter mit etwa 60 km/h schnellen Böen und 15 Litern Regen innerhalb einer Stunde.

Wer am Samstag draußen etwas vorhat, braucht besonders am Alpenrand noch Geduld: Dort zieht sich der Regen stellenweise bis zum Abend hin. Auch an Deutschlands nördlichem Rand bleibt die Atmosphäre unruhig. Schauer und einzelne Gewitter bringen örtlich Graupel; direkt am Meer stehen weiterhin Sturmböen in der Vorhersage.

Selbst im hessischen Bergland sind zu Beispiel noch einzelne Windstöße bis 60 km/h angekündigt.

In weiten Teilen Deutschlands setzt sich dagegen zunehmend freundliches Wetter durch. Die Temperaturprognose reicht meist von 18 bis 23 Grad, in Süddeutschland von 23 bis 28 Grad.

Nach einer teils nebligen Nacht bietet der Sonntag vielerorts deutlich bessere Bedingungen für Ausflüge: viel Sonne, überwiegend trockenes Wetter und Höchstwerte zwischen 19 Grad an der See und örtlich 30 Grad im Südweste

Nächste Woche wieder Hitze, Gewitter und Regengefahr

Am Montag dreht der Sommer noch einmal auf: Im südwestlichen Rheintal steigen die Temperaturen auf bis zu 33 Grad. Wer den heißen Wochenstart draußen genießt, sollte allerdings auch den Himmel beobachten. In Baden-Württemberg und Bayern drohen örtlich Gewitter mit Hagel, kräftigen Regengüssen und stürmischen Windstößen.

Weiter entfernt von der Hitze bleibt es ebenfalls unruhig: Auch rund um die deutsche Nordseeküste besteht ein Risiko einzelner kräftiger Gewitter mit stürmischen Böen.

Für Dienstag und Mittwoch lautet die entscheidende Frage dann: Wie lange bleibt der Regen über denselben Orten hängen? In den Alpen und imVorland deuten die Berechnungen auf ausdauernde Niederschläge hin.

Dazu bleibt der Wind ein zentrales 'Wochen-Wetter-Thema': Besonders an der Nordsee bei Wind vom Wasser her und auf exponierten Gipfeln drohen stürmische Böen bis Sturmböen; einzelne besonders windoffene Ostseeabschnitte gehören ebenfalls zum Risikogebiet.