Weiter Unwetter-Alarm für Baden-Württemberg: "Nach der Hitze folgen die Blitze" - Endlich Abkühlung in Sicht

Nach den Unwettern ist vor den Unwettern: In Baden-Württemberg werden erneute schwere Gewitter den von vielen ersehnten Wetterwechsel einleuten. Davor drohen aber nochmal heftige Superzellen mit Hagel, Starkregen und Sturm.

Schwere Unwetter über Baden-Württemberg leiten zum Wochenende hin einen Wetterwechsel ein
Schwere Unwetter über Baden-Württemberg leiten zum Wochenende hin einen Wetterwechsel ein

Viele Menschen dürften es als Erlösung empfinden: Nach der wochenlangen Hitze in weiten Teilen von Baden-Württemberg ist endlich ein Wetterwechsel mit Abkühlung in den "normalen Sommerbereich" in Sicht! Dieser wird allerdings erneut mit teils schweren Gewitter und Unwettern vonstatten gehen.

In den letzten Tagen sorgten schon heftige Gewitter regional für Starkregen mit Überflutungen, großem Hagel und Sturm. In Friedrichshafen hat am Mittwochnachmittag (15.07.) ein Unwetter Tische und Stühle weggefegt, große Sonnenschirme sind umgekippt.

Weiter schwere Unwetter, Superzellen möglich

Auf dem Festplatz, wo gerade die Vorbereitungen für das Seehasenfest laufen, sind Bauzäune umgefallen. Wie die Polizei dem Südwestrundfunk (SWR) sagte, sind mehrere Bäume im Raum Friedrichshafen umgestürzt. Daraufhin mussten Straßen teilweise gesperrt werden. Ein Baum fiel auf ein Wohnmobil auf einem Campingplatz in Kressbronn (Bodenseekreis). Laut Polizei wurden in keinem der Fälle Menschen verletzt.

In Reutlingen ist es schon am Mittwochmorgen zu einem schweren Hagelunwetter gekommen. Laut Polizei hatte es innerhalb von zehn Minuten so stark gehagelt, dass einige Straßen überschwemmt wurden. Vor allem in Senken kam es zu Überflutungen, die den Verkehr zum Erliegen brachten, teilte die Feuerwehr mit. Aufgrund eines Blitzschlags waren rund 6000 Menschen für etwa eine Stunde ohne Strom.

Am Donnerstag drohen zum Spätnachmittag und Abend teils schwere Gewitter und Unwetter von Frankreich her auf Baden-Württemberg überzugreifen. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt in seiner Vorabinformation vor örtlich großem Hagel um 4 cm, heftigem Starkregen um 30 Liter/qm und schweren Sturm- bis Orkanböen zwischen 100 und 130 km/h. Davor wird es nochmal verbreitet sonnig und heiß mit 30 bis 33 Grad.

Der Freitag bringt den nächsten Unwettertag im Land: Schon ab den frühen Mittagsstunden können sich vermehrt teils heftigste Gewitter bilden. Dabei sind auch wieder einzelne Superzellen möglich mit markantem Starkregen, Hagel und Orkanböen. Eine Superzelle ist eine besonders langlebige, stark organisierte Gewitterzelle mit rotierendem Aufwind (Mesocyclon), die durch starke Windscherung stabil bleibt und neben Hagel und Starkregen vereinzelt auch Tornados hervorruft. Dazu wird es schwül-warm bei 24 bis 29 Grad.

Wochenende stabiler und keine Hitze mehr

Am Samstag beruhigt sich das Wetter dann mit letzten Schauern oder Gewittern im Hochschwarzwald oder in Oberschwaben. Von Nordwesten setzt sich immer mehr die Sonne durch. Mit 21 bis 27 Grad wird es zwar noch sommerlich warm, aber nicht mehr heiß.

Zum Sonntag könnte es mit Schwerpunkt vom Hochschwarzwald bis zum Allgäu und Bodensee einzelne Schauer und Gewitter geben, sonst bleibt es zeitweise sonnig. Dazu wird es angenehm warm bei Höchsttemperaturen von 20 Grad im Bergland und um 25 Grad am Oberrhein. Auch in der nächsten Woche deutet sich in Baden-Württemberg vorerst keine Rückkehr der Hitze an.