Turbofrühling – Vollcrash! Baden-Württemberg fällt zurück in den Winter: Nach milden Tagen jetzt Schnee, Frost & Sturm

Nach ungewöhnlich milden Tagen dreht das Wetter im Südwesten abrupt. Frost, Regen und Schnee im Schwarzwald lassen Baden-Württemberg kurzzeitig wieder wie mitten im Winter erscheinen.

Nach Tauwetter kehrt der Winter zurück: Auf dem Feldberg bringen Sturm, Wolken und Neu-Schnee winterliche Bedingungen. Ob die Lifte nochmal bei sonnigen Tagen angeschmissen werden?
Nach Tauwetter kehrt der Winter zurück: Auf dem Feldberg bringen Sturm, Wolken und Neu-Schnee winterliche Bedingungen. Ob die Lifte nochmal bei sonnigen Tagen angeschmissen werden?

Noch vor wenigen Tagen wirkte es in Baden-Württemberg vielerorts bereits erstaunlich mild. Die Luft fühlte sich frühlingshaft an, Cafés stellten erste Tische ins Freie, und Spazierwege entlang von Rhein, Neckar oder Bodensee waren ungewöhnlich gut besucht. Doch der Eindruck eines frühen Frühlings hält nicht lange.

Mit einer neuen Wetterlage dreht die Atmosphäre über Mitteleuropa wieder auf kühlere Bedingungen.

In der kommenden Nacht kühlt es deutlich ab. Die Temperaturen sinken verbreitet auf +4 bis −4 Grad. Vor allem in klaren Regionen kann sich örtlich Nebel bilden, während die kalte Luft in den Niederungen liegen bleibt.

Wind und Wolken kündigen den Umschwung an

Der Freitag beginnt vielerorts noch ruhig. Zunächst scheint häufig die Sonne, bevor im Tagesverlauf immer mehr Wolken aufziehen. Milde 18 Grad sind örtlich sogar nochmal möglich. Gleichzeitig frischt der Wind auf, besonders in den höheren Lagen des Schwarzwaldes.

Dort können bereits kräftige Böen auftreten, während es im Flachland noch vergleichsweise ruhig bleibt.

Hinter dieser Entwicklung steckt eine herannahende Front aus Nordwesten, die sich langsam Richtung Südwestdeutschland vorarbeitet. Am Nachmittag verdichten sich die Wolken zunehmend – der eigentliche Wetterwechsel steht kurz bevor.

Wenn Regen zu Schnee wird

In der Nacht zum Samstag kriecht das Niederschlagsband wie ein kalter Schleier über Baden-Württemberg. Zunächst regnet es noch überall, doch die einströmende Kaltluft verwandelt den Regen nach und nach in Schnee. Die Schneefallgrenze sinkt auf etwa 600 bis 800 Meter, und schon beginnen die Schwarzwaldgipfel, sich wieder in winterliche Weißflächen zu hüllen.

Im Flachland bleibt es nass und ungemütlich, in den Bergen rutschen Autos über Schneematsch und vereiste Straßen. Die Temperaturen pendeln nachts zwischen 8 und 2 Grad, kälter in höheren Lagen

Der Winter zeigt sich noch einmal

Der Samstag fühlt sich in Baden-Württemberg wie ein Schlag in die Magengrube an: Regen prasselt vom Himmel, Schnee peitscht in den Schwarzwaldgipfeln und die Thermometer hängen zwischen 3 und 10 Grad fest – so kalt, dass man die Heizung wieder aufdrehen muss und die Stromrechnung beim Blick auf den nächsten Monat sofort schmerzt. In den Staulagen der Mittelgebirge fallen 15 bis 20 mm Regen, in den Höhenlagen kommen noch einmal bis zu 10 cm Neuschnee dazu. Verantwortlich ist ein wütender Atlantiktrog, der die warme Frühlingsluft nach hinten drängt und kalte Meeresluft hineinpresst.

Wer gehofft hatte, den Pulli endlich in den Schrank zu legen, sieht sich getäuscht:Sturmgepeitschte Böen fegen über die Schwarzwaldgipfel, Glätte durch Schnee und Schneematsch bedroht Straßen und Gehwege, und die Kälte zwickt selbst durch die dicksten Jacken. Kurz: Wer nicht rechtzeitig die Heizung aufgedreht hat,zahlt jetzt doppelt – für Energie und für den nervlichen Stress. Der Frühling muss warten, Baden-Württemberg friert, und die Winterausrede für die Heizkostenabrechnung kommt wie gerufen.

Keine laue Frühlinsgnacht sondern Bibbern bei Schneeflocken

Auch in der Nacht zum Sonntag bleibt Baden-Württemberg in eisiger Hand des Winters. Oberhalb von 500 bis 700 Metern fällt der Niederschlag weiterhin als Schnee, während im Flachland Regen und Schneematsch Straßen und Gehwege in eine rutschige Einöde verwandeln. Die Temperaturen stürzen auf 3 bis 0 Grad, im Bergland sogar auf etwa −2 Grad.

Langsame Wetterberuhigung

Am Sonntag lässt der Niederschlag allmählich nach. Zunächst dominieren noch viele Wolken, doch im Tagesverlauf kann es besonders im Westen und Süden wieder Auflockerungen geben.

Die Temperaturen bleiben allerdings gedämpft. In den kühleren Regionen werden 5 bis 9 Grad erreicht, in milderen Landesteilen 9 bis 13 Grad. Damit bleibt es deutlich frischer als an den zuvor ungewöhnlich milden Tagen.

Doch die Atmosphäre bleibt in Bewegung. Bereits in der Nacht zum Montag ziehen erneut dichte Wolken auf. Mit ihnen kommt wieder Regen, in höheren Lagen teilweise Schnee. Die Tiefstwerte liegen meist zwischen 5 und 2 Grad, in den Hochlagen um 0 Grad.

Nur ein kurzer Wintergruß

Trotz der winterlichen Episode deutet vieles darauf hin, dass der Rückfall in die kalte Jahreszeit nur vorübergehend ist. Die derzeitige Wetterlage ist typisch für den Übergang zwischen Winter und Frühling, wenn milde und kalte Luftmassen rasch aufeinander folgen.

Für Baden-Württemberg bedeutet das vor allem eines: Der Frühling steht bereit – doch der Winter meldet sich noch einmal kurz zurück. Vor allem im Schwarzwald könnte sich die Landschaft deshalb für ein paar Tage wieder weiß zeigen.