Sonnige Landtagswahl in Baden-Württemberg: Zwischen Wahlkampf und Frühlingsluft – das Wetter rund um den Urnengang
Während Baden-Württemberg einen neuen Landtag wählt, zeigt sich das Wetter überraschend frühlingshaft. Milde Luft, Sonne und einzelne Schauer begleiten den Urnengang – und könnten den Gang zur Wahlurne angenehmer machen.

Wenn Baden-Württemberg am Sonntag einen neuen Landtag wählt, könnte das Wetter kaum angenehmer sein. Statt nasskalter Märzluft erwartet die Menschen im Südwesten ein ungewöhnlich milder Frühlingstag. Wer den Weg ins Wahllokal zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurücklegt, dürfte vielerorts von Sonnenschein begleitet werden.
Schon seit einigen Tagen liegt über Mitteleuropa eine für Anfang März außergewöhnlich warme Luftmasse.
Meteorologen sprechen von subtropischem Ursprung – Luft, die über den Mittelmeerraum nach Norden transportiert wird. I
n rund 1500 Metern Höhe, der sogenannten 850-Hektopascal-Schicht, werden Temperaturen um sechs Grad gemessen. Für die Jahreszeit ist das deutlich zu warm und sorgt am Boden für frühlingshafte Werte.
Hochdruck prägt den Wahlsonntag
Die Großwetterlage wird derzeit von einem kräftigen Hochdruckgebiet über Osteuropa bestimmt. Baden-Württemberg liegt an dessen Westflanke und profitiert von ruhigem Wetter. Gleichzeitig sorgt eine schwache südliche Strömung dafür, dass weiterhin milde Luft nach Süddeutschland gelangt.
Zwar können in den Morgenstunden örtlich Nebel- oder Dunstfelder auftreten, vor allem in Flusstälern oder im Umfeld der Mittelgebirge. Sobald sich diese auflösen, scheint in vielen Regionen die Sonne – wenn auch gelegentlich gefiltert durch dünne Schleierwolken (mit Saharastaub-Partikel angereichert) in großer Höhe.
Die Temperaturen steigen am Nachmittag meist auf 15 bis 20 Grad. Besonders entlang des Rheins sowie im Kraichgau und in der Kurpfalz sind lokal sogar noch etwas höhere Werte möglich. Für Anfang März sind solche Temperaturen eher ungewöhnlich.
Vereinzelte Schauer in den Bergen
Ganz stabil bleibt die Atmosphäre allerdings nicht. Über Nordeuropa zieht ein schwacher Höhentrog vorbei, der die Luft über Süddeutschland leicht instabil macht. Das bedeutet: Die warme Luft kann sich tagsüber stärker aufheizen und dadurch lokal aufsteigen.
In den Mittelgebirgen – etwa im Schwarzwald oder auf der Schwäbischen Alb – könnten sich deshalb am Nachmittag einzelne Quellwolken entwickeln. Vereinzelt sind daraus kurze Schauer möglich.
Für die meisten Orte im Land bleibt es dennoch überwiegend trocken. Der Wind spielt bei der aktuellen Wetterlage kaum eine Rolle und weht meist nur schwach.
Milde Nächte, örtlich Nebel und Frost
In der Nacht nach dem Wahlsonntag beruhigt sich die Atmosphäre wieder etwas. Unter klarem Himmel kann sich die Luft allerdings stärker abkühlen, besonders in höher gelegenen Regionen und in windgeschützten Tälern.
Dann entstehen erneut Nebelfelder, vor allem im südlichen Baden-Württemberg sowie im Bereich der Mittelgebirge. Lokal kann es dort sogar noch einmal leichten Frost geben. Insgesamt bleiben die Temperaturen aber deutlich höher als in vielen anderen Märznächten.
Wochenstart bleibt ungewöhnlich warm
Auch zum Beginn der neuen Woche setzt sich das milde Frühlingswetter zunächst fort. Baden-Württemberg bleibt am Rand einer Hochdruckzone, deren Schwerpunkt sich langsam Richtung Schwarzes Meer verlagert. Gleichzeitig wird die Luft aus südlichen Richtungen allmählich etwas feuchter.
Am Montag entwickeln sich deshalb vor allem im südwestdeutschen Bergland wieder einzelne Schauer.
Die Temperaturen bleiben dennoch auf frühlingshaftem Niveau. Vielerorts werden erneut Werte zwischen 15 und 19 Grad erreicht.

Später wieder wechselhafter
Erst zur Mitte der kommenden Woche könnte sich die Wetterlage allmählich umstellen. Dann schwächt sich das Hoch über Osteuropa ab, und über dem Atlantik nimmt der Tiefdruckeinfluss zu. In der Folge könnten wieder häufiger Wolken und zeitweise Regen nach Süddeutschland gelangen.
Mit dem Wechsel der Großwetterlage würde auch die ungewöhnlich warme Luft langsam verdrängt. Die Temperaturen dürften dann wieder näher an das heranrücken, was man im März typischerweise erwartet.
Bis dahin jedoch gilt: Wer am Wahlsonntag den Weg zur Urne antritt, kann das in vielen Teilen Baden-Württembergs bei fast schon frühlingshaftem Wetter tun.