Septemberfinale mit Übergang zum Goldenen Oktober: Legt der Altweibersommer noch einmal richtig los?

Zum Monatswechsel deutet sich eine markante Wetterumstellung an. Nach einem kühleren Abschnitt könnte der Altweibersommer noch einmal kräftig aufdrehen und vielleicht sogar nochmal die letzte Hitze des Jahres bringen.

Auch der Herbst kann seine schönen und vor allem warmen Seiten haben, wie wir in der nächsten Zeit sehen werden
Auch der Herbst kann seine schönen und vor allem warmen Seiten haben, wie wir in der nächsten Zeit sehen werden

Nach einem zunächst wechselhaften und teilweise kühlen Abschnitt könnte sich das Wetter in Deutschland zum Monatswechsel deutlich verändern. Die aktuellen Modellberechnungen zeigen zunehmend Hinweise auf eine wärmere und trockenere Wetterphase ab dem letzten Septemberwochenende.

Besonders interessant ist dabei der Zeitraum vom 28. September bis in die ersten Oktobertage. Noch ist die Entwicklung nicht sicher genug für eine klassische Detailprognose. Das großräumige Signal für eine Erwärmung zeichnet sich allerdings bereits ab, wie auch am aktuellen Trend für Berlin zu sehen ist.

Vom kühlen Septemberende zurück in den Spätsommer

Zunächst muss sich die Wetterlage noch umstellen. Bis etwa Donnerstag oder Freitag kann es vor allem im Norden und in der Mitte Deutschlands wechselhaft bleiben. Auch kühlere Luftmassen können sich vorübergehend durchsetzen.

Danach steigen die Chancen auf höheren Luftdruck über Mitteleuropa. Damit könnte sich die Wetterlage zunehmend beruhigen. Sonne und deutlich wärmere bis sogar heiße Temperaturen wären dann möglich.

Wie stark die Erwärmung ausfällt, hängt allerdings entscheidend von der genauen Lage des Hochdruckgebiets ab. Besonders im Süden und Osten Deutschlands könnten sich dabei günstige Voraussetzungen für spätsommerliche Temperaturen ergeben. Im Norden ist der Einfluss atlantischer Tiefdruckgebiete tendenziell größer.

Einige aktuelle Berechnungen lassen zum Monatswechsel wieder Temperaturen im Bereich von 20 bis 25 Grad zu. Regional wären bei einer optimalen Entwicklung auch höhere Werte denkbar.

Neben verbreitet Temperaturen auf sommerlichem Niveau um 25 °C, sind regional sogar Werte an die 30 °C denkbar. Somit gäbe es noch einmal Hitzetage - wohl dann aber die letzten des Jahres
Neben verbreitet Temperaturen auf sommerlichem Niveau um 25 °C, sind regional sogar Werte an die 30 °C denkbar. Somit gäbe es noch einmal Hitzetage - wohl dann aber die letzten des Jahres

Für Ende September und den Beginn des Oktobers wäre eine solche Wärmephase durchaus bemerkenswert, aber keineswegs außergewöhnlich. Ein Altweibersommer gehört grundsätzlich zur möglichen Wetterentwicklung dieser Jahreszeit.

Was bedeutet eigentlich Altweibersommer?

Der Begriff bezeichnet eine länger anhaltende Phase mit trockenem, ruhigem und häufig ungewöhnlich mildem Wetter im Herbst. Eine feste meteorologische Definition gibt es allerdings nicht.

Entscheidend ist deshalb weniger, ob an einem einzelnen Tag 25 Grad erreicht werden. Interessanter wäre eine mehrere Tage andauernde Kombination aus Hochdruckeinfluss, viel Sonnenschein und überdurchschnittlichen Temperaturen.

Genau diese Entwicklung deutet sich in den aktuellen Modellberechnungen zumindest an. Noch ist aber offen, wie stabil die Wetterlage tatsächlich wird.

Wie sicher ist der warme Start in den Oktober?

Hier lohnt sich ein genauer Blick auf die Wettermodelle. Das Signal für eine Erwärmung ist derzeit deutlich belastbarer als die genaue Temperaturentwicklung.

Die Ensembleprognosen des europäischen Wettermodells ECMWF bestehen aus vielen unterschiedlichen Modellberechnungen. Sie zeigen damit nicht nur eine mögliche Wetterentwicklung, sondern auch die Bandbreite verschiedener Szenarien. Je weiter der Prognosezeitraum reicht, desto größer wird diese Bandbreite und die damit verbundenen Unsicherheiten.

Für den Monatswechsel bedeutet das: Eine wärmere Wetterphase zeichnet sich zunehmend ab. Ob daraus tatsächlich mehrere sonnige Tage mit 25 Grad oder mehr entstehen, ist dagegen deutlich unsicherer.

Im Zusammenspiel mit den ersten fallenden Blättern und der noch warmen Septembersonne wird es in der nächsten Zeit wohl häufiger so aussehen können
Im Zusammenspiel mit den ersten fallenden Blättern und der noch warmen Septembersonne wird es in der nächsten Zeit wohl häufiger so aussehen können

Die genaue Entwicklung zum Monatswechsel bleibt allerdings noch offen. Entscheidend wird sein, wie sich das Hochdruckgebiet in den kommenden Tagen über Mitteleuropa positioniert und wie lange es sich dort halten kann.

Sollte sich die Wetterlage tatsächlich stabilisieren, könnten die ersten Oktobertage deutlich freundlicher und wärmer ausfallen als es für diese Jahreszeit üblich wäre.

Goldener Oktober oder nur kurze Wärme?

Die entscheidende Frage wird deshalb sein, wie lange sich das Hochdruckgebiet über Mitteleuropa halten kann. Sollte sich die Wetterlage stabilisieren, könnte die warme und trockene Witterung auch nach dem Monatswechsel anhalten.

Verlagert sich das Hoch dagegen ungünstig oder setzt sich erneut eine westliche Strömung durch, kann die Wärme wesentlich schneller wieder verschwinden.

Derzeit spricht also einiges für einen versöhnlichen Septemberausklang und einen milden Start in den Oktober – eine komplette Altweibersommerwoche ist aber noch keineswegs sicher.

Die kommenden Modellläufe werden vor allem zeigen müssen, wie stabil die Hochdrucklage tatsächlich ist. Dann lässt sich auch besser abschätzen, ob der Altweibersommer nur einen kurzen Auftritt bekommt oder tatsächlich noch einmal richtig loslegt.