September auf Hochsommerbetrieb: Nach regional extremer Augustwärme jetzt wieder neuer Hitzeblock mit bis zu 32 Grad

Draußen rauscht der zum Teil stark böige Wind, Regen-Wolken verdecken die Sonne – für manche von euch fühlt sich der Sommer bereits weit entfernt an. Doch wie Roland Kaiser schon sang: „… es geht schon wieder los. Das darf doch wohl nicht wahr sein.“ Denn auch beim Wetter geht es wieder los: der nächst Hitzeblock etabliert sich. Am Freitag werden im Süden erneut bis zu 32 Grad erwartet.

Ungewöhnlich warme Luft über euren Köpfen: Die ECMWF-Karte zeigt, wie stark die Temperaturen in rund 1.500 Metern Höhe (850 hPa) vom langjährigen Vergleichswert abweichen – mit deutlichem Wärmeüberschuss über dem Süden Deutschlands.
Ungewöhnlich warme Luft über euren Köpfen: Die ECMWF-Karte zeigt, wie stark die Temperaturen in rund 1.500 Metern Höhe (850 hPa) vom langjährigen Vergleichswert abweichen – mit deutlichem Wärmeüberschuss über dem Süden Deutschlands.

Während Regengebiete über den Norden ziehen, bekommt der Süden einen kräftigen Wärmenachschub. Beides gehört zur selben Wetterlage: Zwischen Tiefdruckgebieten über Nordeuropa und hohem Luftdruck über dem Alpenraum strömt subtropische Luft heran.

Im Süden unterstützt Sonnenschein die Erwärmung, weiter nördlich bringen Tiefausläufer Wolken, Regen und kräftigen Wind.

Sommerwärme mit kräftigem Nachschub

Zwischen tiefem Luftdruck über dem nördlichen Europa und einer Hochdruckzone über dem Alpenraum gelangt subtropische Luft nach Deutschland. Schon heute erreicht der Süden 24 bis 29 Grad. Freitag verstärkt sich die Warmluftzufuhr, während Sonnenschein die Erwärmung am Boden unterstützt.

In ungefähr 1.500 Metern Höhe, auf der Druckfläche von 850 hPa, steigt die Temperatur dort von bis zu 15 auf nahe 20 Grad. Die ECMWF-Anomaliekarten verdeutlichen den Wärmeüberschuss gegenüber dem jeweiligen Vergleichswert. Im sonnigen Süden reicht das Zusammenspiel mit den wärmenden Sonnenstrahlen am Freitag für vielerorts 26 bis 32 Grad.

Vertraute Hitze, auffällige Abweichungen

Vielleicht erscheint euch ein weiterer heißer Tag inzwischen wenig bemerkenswert. Die Augustzahlen des DWD's liefern dazu einen aufschlussreichen Hintergrund zu der neuen gefühlten Normalität:

Erste Auswertungen des deutschen Messnetzes mit rund 2.000 Stationen zeigen in Ohlsbach ein Monatsmittel von 23,5 Grad – 5,7 Grad über dem Durchschnitt von 1961–1990. Der Ort in Baden-Württemberg gehört damit zu den drei wärmsten Stationen der veröffentlichten August-Rangliste und weist unter diesen den größten Wärmeüberschuss gegenüber dem langjährigen Mittel auf.

Selbst der vergleichsweise üblich kühle Kahle Asten lag 3,2 Grad über diesem Klimamittel.

Wohlgemerkt: Das sind Mittelwerte einschließlich der Nächte, keine einzelnen Hitzespitzen. Und dennoch: die große Hitze im Sommer 2026 traf hauptsächlich den Südwesten.

Warum die Hitze nicht überall ankommt

Auch jetzt verteilt sich die Wärme ungleich. Während Hochdruckeinfluss den Süden begünstigt, zieht am Freitag eine Tiefdruckwelle über Norddeutschland. Entlang ihrer Bahn bremsen dichte Wolken und Regen die Erwärmung: Dort bleiben vielerorts nur 18 bis 24 Grad.

Mit der Welle verschärfen sich zugleich die Luftdruckgegensätze. Kräftiger Wind und einzelne Sturmböen erfassen den Norden und reichen bis zur Landesmitte. Regional sind Böen um 90 km/h möglich.

Entwickeln sich Gewitter, können sie stärkeren Höhenwind nach unten transportieren; im kräftigeren Szenario drohen örtlich 100 bis 115 km/h. Wo die heftigsten Böen auftreten, hängt davon ab, welchen Weg das Tief über Norddeutschland nimmt – das berechnen die Wettermodelle noch unterschiedlich.

Die feuchte Seite des Warmluftvorstoßes

Die herangeführte Luft liefert auch reichlich Feuchtigkeit. Berechnet werden 35 bis 40 Millimeter niederschlagbares Wasser – was einem erhöhten Wert entspricht, doch der Wasserdampfgehalt der gesamten Luftsäule steht nicht für die simulierte Regenmenge.

Nicht desto trotz: wo diese Luft gehoben wird, kann kräftiger Regen entstehen. Einzelne Modellberechnungen zeigen bis 35, andere im Raum Bremen und Hamburg bis 70 Liter pro Quadratmeter innerhalb von zwölf Stunden. Die Unterschiede sind erheblich.

Starke Windscherung begünstigt zudem organisierte Gewitter, sofern sie entstehen; Hagel und ein örtliches Tornadopotenzial gehören dann zu den möglichen Begleiterscheinungen.

Die Kaltfront beendet die Wärme nur vorübergehend

Hinter der Welle zieht die Kaltfront bis Samstag nach Süden. Regen klingt dort allmählich ab, die Höchstwerte sinken auf 24 bis 28 Grad. Sonntag setzt sich vielerorts wieder Sonne durch; am Oberrhein stehen erneut bis zu 30 Grad an.

Für eure Wochenendplanung heißt das: erst die regionale Wind- und Regenlage beachten, dann die sommerlichen Aussichten. Denn der kurze Rückgang am Samstag ist vorerst keine dauerhafte Abkühlung.