Schnee-Hammer diesen Winter? Ausgerechnet hier könnten plötzlich 1 Meter Neuschnee fallen

Ein Meter Neuschnee, und zwar nicht in den Alpen, sondern mitten im Flachland. Für eine Region in Deutschland wäre das ein echter Albtraum. Welche das ist, dürfte viele überraschen.

Winterwetter in Deutschland: Könnte trotz Klimawandels ein großer Wintereinbruch bevorstehen?
Winterwetter in Deutschland: Könnte trotz Klimawandels ein großer Wintereinbruch bevorstehen?

Der Winter steht vor der Tür, und mit ihm die große Frage: Wie heftig wird es diesmal? Ein Meter Neuschnee klingt nach Zugspitze oder Allgäu. Doch ausgerechnet eine Region, an die kaum jemand denkt, hätte die schlechtesten Karten: die deutsche Ostseeküste, mitten im Flachland.

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Wir haben das Horror-Szenario einmal Tag für Tag durchgespielt. Wichtig vorweg: Das ist ein Gedankenspiel und keine Vorhersage für diesen Winter. Aber eines, das es ziemlich in sich hat.

Tag 1: Es fängt ganz harmlos an

Anfang Januar. Der Herbst war mild, die Ostsee ist für die Jahreszeit noch auffällig warm. Über Skandinavien baut sich ein kräftiges Hoch auf, der Wind dreht auf Nordost. Aus Russland strömt bitterkalte Luft heran, nachts sackt das Thermometer auf minus 12 Grad.

Am Nachmittag ziehen über der See die ersten Schauer auf. Ein paar Flocken auf Rügen und in Vorpommern, fünf Zentimeter vielleicht. Die Kinder holen die Schlitten raus, die Erwachsenen freuen sich über den Winterzauber. Niemand ahnt, was da gerade beginnt.

Tag 2: Die Ostsee wird zur Schneekanone

Jetzt läuft die Maschine richtig an. Die eisige Luft zieht über das vergleichsweise warme Wasser und saugt sich mit Feuchtigkeit voll. Es bilden sich schmale, aber extrem heftige Schneebänder, die wie an einer Schnur aufgereiht immer wieder über dieselben Orte ziehen.

Meteorologen nennen das den Lake-Effect. An den Großen Seen in den USA ist er berüchtigt, dort begräbt er regelmäßig ganze Städte unter Schnee. Am Abend liegen in Teilen Vorpommerns schon 40 Zentimeter, und ein Ende ist nicht in Sicht.

Tag 3: Die Dächer fangen an zu ächzen

Es schneit weiter, stundenlang, oft mehrere Zentimeter pro Stunde. Der Winterdienst kommt nicht mehr hinterher, Landstraßen verschwinden unter weißen Wänden. Die ersten Dörfer sind nur noch zu Fuß erreichbar, und auch das nur mit Mühe.

Eis- und Schneechaos an der deutschen Ostseeküste. Ein mögliches Szenario.
Eis- und Schneechaos an der deutschen Ostseeküste. Ein mögliches Szenario.

Dann kommt das eigentliche Problem: das Gewicht. Je nachdem, wie stark sich der Schnee setzt, lasten bald 100 bis 300 Kilo pro Quadratmeter auf den Dächern. Erste Carports und Hallen geben nach, die Feuerwehr ist im Dauereinsatz.

Tag 4: Ein Meter, und nichts geht mehr

Am Morgen ist die Marke geknackt: ein Meter Neuschnee, gemessen im Flachland. Bahnstrecken sind gesperrt, auf der A20 stecken Lkw fest, Schulen und Kitas bleiben zu. Unter der Schneelast reißen Stromleitungen, Tausende Haushalte sitzen im Kalten.

Supermärkte in der Region bekommen keine Ware mehr, Rettungsdienste kämpfen sich mit Räumfahrzeugen Meter für Meter voran. Im Rest der Republik schaut man ungläubig auf die Bilder. In Frankfurt oder Köln liegt zur gleichen Zeit keine einzige Flocke.

Droht uns das wirklich in diesem Winter?

Die ehrliche Antwort lautet: innerhalb eines einzigen Tages sicher nicht. Selbst in der Schweiz gelten 30 bis 60 Zentimeter im Flachland vom März 2006 bis heute als absoluter Rekord. Verteilt über mehrere Tage und begrenzt auf einen schmalen Küstenstreifen, ist so ein Ereignis aber nicht ausgeschlossen, nur extrem selten. Ob es ausgerechnet diesen Winter passiert, kann heute niemand seriös sagen.

Und ausgerechnet der Klimawandel macht die Sache pikant. Eine wärmere Ostsee liefert mehr Feuchtigkeit für solche Schneebänder. Fehlt nur noch die richtige Kälte zur richtigen Zeit. Wetten sollte man darauf nicht. Ausschließen aber auch nicht.