Sankt Martin: Muss die Laterne in die Tüte? Wo Regenfronten den Umzügen in die Quere kommen und die Kälte beißt

Nasskaltes Wetter am Sankt Martinszug! Schon erlebt? Kinder weinen, die Finger sind klamm und eisig kalt, die selbstgebastelte Laterne weicht im Regen auf und der Weckmann wird zum Matschbrötchen. Droht rund um Sankt Martin wieder solch ein Wetterfrust?

Noch bleibt der Regen auf Abstand – reicht das trockene Zeitfenster am Dienstagabend für die Martinszüge, bevor der Atlantik nachlegt?
Noch bleibt der Regen auf Abstand – reicht das trockene Zeitfenster am Dienstagabend für die Martinszüge, bevor der Atlantik nachlegt?

Jetzt ist es so weit: Die ersten Sankt-Martins-Umzüge haben begonnen. Vielerorts ziehen Kinder bereits vor dem eigentlichen Martinstag am 11. November mit ihren Laternen durch die Straßen. Noch hält Hoch KLAUS die meisten Regengebiete fern – doch ausgerechnet rund um das Martinsfest gerät die Wetterblockade ins Wanken.

Wie unterschiedlich die Termine liegen, zeigt Düsseldorf: Dort verteilen sich nach der veröffentlichten Übersicht mehr als 50 Martinszüge auf den Zeitraum vom 3. bis zum 19. November. Der große Altstadtzug startet am Dienstag, 10. November, um 17 Uhr. Für Familien zählt deshalb das Wetter an ihrem jeweiligen Umzugstag – und das verändert sich im Laufe der nächsten Woche deutlich.

KLAUS hält die Laternen zunächst trocken

Bis zum Wochenende bleibt hoher Luftdruck bestimmend. Nach örtlichem Nebel scheint häufig die Sonne. Doch mit Sonnenuntergang beginnt die Abkühlung: Unter klarem Himmel gibt der Boden Wärme ab, die Luft darüber wird kälter. In Tälern bilden sich örtlich Nebel und später leichter Frost.

Sonne am Nachmittag bedeutet deshalb keine warmen Hände beim Laternenzug. Handschuhe sind besonders bei längeren Wegen und anschließendem Warten am Martinsfeuer willkommen. Vielerorts gibt es danach Stutenkerle oder Weckmänner – hoffentlich mit trockenen Fingern und ohne aufgeweichtes Papiergebäck.

In der Höhe beginnt der Wetterwechsel

KLAUS bekommt Konkurrenz – zunächst mehrere Kilometer über unseren Köpfen. Zum Ende des Wochenendes schiebt sich ein Tiefdruck-Wirbel in der Höhe Richtung Nordsee. Die bisherige Hochdruckstütze wird nach Osten gedrängt und die die Wetterblockade fängt an zu bröcklen. Damit öffnet sich von Südwesten ein Weg für feuchtere Atlantikluft bis nach Deutschland.

Die Laternen leuchten, doch die Finger werden kalt: Schon am Dienstagnachmittag zeigt ECMWF vielerorts nur einstellige Temperaturen – wie frisch wird es erst beim Umzug?
Die Laternen leuchten, doch die Finger werden kalt: Schon am Dienstagnachmittag zeigt ECMWF vielerorts nur einstellige Temperaturen – wie frisch wird es erst beim Umzug?

Nachschub liefert ein weiters Atlantiktief vor Portugal. Es lenkt ungewöhnlich milde Luft Richtung Mitteleuropa und das potential für Regenwolken über Deutschland ist gegeben.

Und so funktioniert's: Die wärmer Luft trifft auf die noch vorhandene kühle Luft, fließt über sie hinweg und kühlt währenddessen ab, Wasserdampf bildet Wolkentröpfchen – aus der Wolkendecke fällt schließlich Regen.

Doch der Durchmarsch stockt: Neuer Hochdruckeinfluss in der Höhe hält zeitweise dagegen. So bleibt mancher Laternenzug noch trocken, während andernorts bereits die Plastik-Regenhüllen gebraucht werden.

Dienstag: Noch ein trockenes Fenster

Die ECMWF-Berechnung für Dienstag, 10. November, 19 Uhr lässt große Teile Deutschlands zunächst ohne nennenswerten Regen. Größere Niederschlagsgebiete liegen weiter südwestlich über Frankreich und dem westlichen Alpenraum. Auch für Düsseldorf zeichnet sich damit zunächst ein trockenes Zeitfenster ab.

Die Temperaturkarte für 16 Uhr zeigt bereits vielerorts einstellige kalte schon winterähnliche Werte: etwa sieben Grad im Rhein-Main-Gebiet, sechs Grad bei Dresden und acht Grad im Raum München. Während der Umzüge wird es örtlich kühler.

Am Martinstag rückt der Regen landeinwärts

Am Mittwoch, 11. November, erreicht nach der ECMWF-Berechnung morgens Regen den äußersten Westen. Mittags liegen Niederschlagsfelder über Teilen West- und Mitteldeutschlands. Der Nordosten bleibt zunächst häufiger ausgespart.

Regen vor allem im äußersten Südwesten und am Alpenrand – große Teile Deutschlands bleiben bis Dienstagabend dagegen nahezu trocken!
Regen vor allem im äußersten Südwesten und am Alpenrand – große Teile Deutschlands bleiben bis Dienstagabend dagegen nahezu trocken!

Für die Nachmittagsstunden werden vielerorts ungefähr fünf bis zehn Grad berechnet, im Südwesten örtlich mehr. Wo Regen und Wind zusammentreffen, bekommt der Laternenabend eine unangenehm nasskalte Note. Die genaue Regenverteilung zur Startzeit der Umzüge bleibt noch offen.

Auch nach dem 11. November ziehen Laternen weiter

Am Donnerstagmorgen, 12. November, zeigt das Modell ein breiteres Regenband über Teilen der Mitte und des Ostens. Weiter westlich folgen trockenere Abschnitte. In der Nacht zum Freitag bleiben einzelne Niederschläge im Westen und Regen am Alpenrand.

Für später angesetzte Martinszüge verschieben sich damit die Regenschwerpunkte. Ob die Laterne eine Regenhülle braucht, entscheidet der jeweilige Abend – nicht allein das Datum des Martinstags.

Artikelreferenz

Düsseldorf Medienportal. (02.11.2026). Sankt Martin reitet wieder durch die Stadt.