Polarwirbel kippt im März: Kommt jetzt doch der späte Wintereinbruch – oder beginnt der Frühling früher als gedacht?

Ein schwächelnder Polarwirbel sorgt für Spekulationen über einen Märzwinter. Doch zwischen Frostgefahr und milden Temperaturen bleibt die Lage ungewöhnlich unsicher.
In der Atmosphäre über der Arktis zeichnet sich derzeit eine auffällige Entwicklung ab: Der Polarwirbel schwächt sich deutlich ab. Solche Prozesse sorgen regelmäßig für Schlagzeilen, denn sie können das Wetter in Europa nachhaltig beeinflussen.
Wenn der Polarwirbel gestört wird, kann kalte Polarluft leichter nach Mitteleuropa ausbrechen, wodurch selbst im März noch winterliche Wetterlagen möglich werden. Genau deshalb sprechen manche Prognosen bereits von einem möglichen späten Wintereinbruch. Doch zwischen möglichen Szenarien und tatsächlichem Wetter liegt oft ein großer Unterschied.
Warum der Polarwirbel nicht alles entscheidet
Ein schwacher Polarwirbel bedeutet nicht automatisch Winterwetter in Deutschland. Zwar kann eine Störung in der Stratosphäre die Zirkulation verändern, doch die Auswirkungen am Boden treten häufig verzögert auf oder bleiben sogar ganz aus.

Oft entstehen lediglich kurze Kältephasen statt eines dauerhaften Wintereinbruchs. Entscheidend ist letztlich die Großwetterlage über Europa, und genau hier zeigen die aktuellen Prognosen noch keine eindeutige Entwicklung. Deshalb bleibt offen, ob kalte Luft überhaupt bis nach Mitteleuropa vordringen kann.
Modelle zeigen ein Hin und Her
Die langfristigen Wettermodelle deuten derzeit vor allem auf einen wechselhaften März hin. Mildere Luftmassen könnten sich immer wieder durchsetzen, bevor erneut kühlere Phasen folgen. Möglich sind zeitweise Frostnächte oder sogar Schneeschauer, gleichzeitig erscheinen aber auch Tage mit deutlich zweistelligen Temperaturen realistisch.
Diese Gegensätze sind typisch für den Übergang vom Winter zum Frühling. Gerade nach milden Wintern kommt es häufig noch einmal zu spürbaren Rückschlägen, ohne dass sich daraus ein echter Winter ergibt.
Die Sonne wird zum entscheidenden Faktor
Selbst wenn kalte Luftmassen nach Deutschland gelangen sollten, stoßen sie inzwischen auf ganz andere Bedingungen als noch im Januar. Die Sonneneinstrahlung nimmt im März schnell zu, und dadurch erwärmt sich die Luft tagsüber deutlich stärker. Genau deshalb bleiben winterliche Episoden zu dieser Jahreszeit meist kurzlebig. Eine länger anhaltende Frostperiode wird dadurch zunehmend unwahrscheinlich, selbst wenn es zwischendurch noch einmal kalt werden sollte.
Frühling mit Unsicherheiten
Aus heutiger Sicht spricht vieles für einen langsamen Übergang in den Frühling, auch wenn dieser nicht geradlinig verlaufen dürfte. Einzelne Kälterückfälle sind weiterhin möglich, doch gleichzeitig steigt die Wahrscheinlichkeit für stabilere milde Wetterlagen. Besonders in der zweiten Märzhälfte könnten sich häufiger freundliche und mildere Phasen durchsetzen.
Wahrscheinlicher als ein Märzwinter
Die derzeit seriöseste Einschätzung lautet deshalb: Ein größerer Wintereinbruch bleibt möglich, aber deutlich wahrscheinlicher ist ein wechselhafter Übergangsmonat. Insgesamt spricht mehr dafür, dass sich der Frühling Schritt für Schritt etabliert, während winterliche Vorstöße eher kurzfristig bleiben. Gerade diese Mischung aus milden und kühlen Phasen macht den März zu einem der spannendsten Wettermonate überhaupt.