Ostsee-Osterurlauber aufgepasst: Heute pustet es noch kräftig beim Osterspaziergang – doch die Atmosphäre ist im Umbruch
Die deutsche Urlaubsregion Mecklenburg-Vorpommern erlebt heute noch am Ostermontag einen stürmischen Nordwestwind. Dieser pustet an den Küsten Groß und Klein beim Strandsparziergang durch. Fahrradfahren auf den Deichen wird mit Gegenwind zum erheblichen Kraftakt. Im Tagesverlauf beruhigt sich die Lage allerdings, Hochdruck setzt sich durch, Sonne und klare Nächte folgen.

Wenn Sie heute an der Ostsee unterwegs sind, spüren Sie noch direkt die Nachwirkungen eines abziehenden Sturmtiefs über Finnland. Dieses Tief liegt zwar bereits weit nordöstlich, prägt aber weiterhin das Druckfeld über dem Ostseeraum.
Zwischen diesem Tief und einem sich rasch aufbauenden Hoch über Westeuropa entsteht noch ein deutliches Druckgefälle. Genau dieser Gradient ist der Motor des heutigen Wetters: Er treibt den kräftigen Nordwestwind an, der sich besonders an der Küste bemerkbar macht.
Was genau passiert in der Atmosphäre?
Ursache ist nicht nur der Druckunterschied am Boden, sondern auch ein starker Höhenwind in etwa 850 bis 925 Hektopascal, der durch turbulente Durchmischung bis zum Boden „heruntergemischt“ wird. Diese vertikale Kopplung sorgt dafür, dass der Wind trotz sinkender Intensität noch einmal kräftig durchgreifen kann.
Das weht dem Urlauber um die Nase
Der West- bis Nordwestwind erreicht verbreitet Böen um etwa 55 Kilometer pro Stunde, entsprechend Stärke 7 der Beaufortskala, sodass es immer wieder zu kräftigen Windstößen kommt, die sich besonders in offenen Lagen und direkt an der Küste deutlich bemerkbar machen.
In Küstennähe und auf den Inseln ist zeitweise auch mit stürmischen Phasen zu rechnen, in denen der Wind auf etwa 65 bis 80 Kilometer pro Stunde zulegt, also Stärke 8 bis 9.
Dadurch kann der Wind dort kurzzeitig sehr heftig durchgreifen und das Gehen im Freien deutlich erschweren, während etwas geschütztere Bereiche im Hinterland weniger stark betroffen sind.
Perfekt Urlaubswetter- Aussichten
Die Atmosphäre trocknet und stabilisiert sich und das Wetter der nächsten Tage wird 'urlauberfreundlich':
Die Struktur der Atmosphäre verändert sich signifikant. Von Westen her setzt sich Hochdruckeinfluss durch, was großräumig absinkende Luftbewegungen bedeutet.
Diese sogenannte Subsidenz (großräumiges Absinken von Luftmassen in der Atmosphäre) führt dazu, dass die Luft trockener und stabiler wird. Eine Absinkinversion (Temperaturschicht in der Atmosphäre, die Luftaustausch nach oben hemmt) in etwa 800 bis 850 Hektopascal wirkt wie ein Deckel:
Sie verhindert, dass sich größere Wolken in die Höhe entwickeln können. Stattdessen bleibt nur flache Quellbewölkung oder aufgelockerter Stratocumulus (tiefe, geschichtete Wolkenfelder) übrig.
Hoch Quirin lässt die Sonne scheinen
Das Hoch Qurin gewinnt weiter an Einfluss, der Druck steigt, und der Wind verliert Schritt für Schritt an Kraft. Die Luftmasse selbst bleibt zwar kühl, aber durch die Einstrahlung wirkt das Wetter zunehmend angenehmer.

Noch Windchill-Effekt aktiv , aber steigende Wohlfühlmomente gesichert
Die Temperaturen liegen im Nordosten nur im moderaten Bereich, doch der Wind lässt die gefühlte Temperatur deutlich niedriger erscheinen.
Dieser sogenannte Windchill-Effekt ist heute der entscheidende Faktor für das Kälteempfinden. Wer an der Küste unterwegs ist, sollte also trotz Sonne windfeste Kleidung einplanen.
Ruhigere Nacht und sonniger Ausblick
In der Nacht zum Dienstag beruhigt sich die Lage weiter. Der Druckgradient bricht zunehmend zusammen, der Wind lässt deutlich nach und der Himmel klart verbreitet auf.
Der Dienstag selbst präsentiert sich dann unter Hochdruckeinfluss deutlich ruhiger, trockener und vielerorts sonnig – ein klassischer Wetterumschwung vom späten Sturmfrühling in ruhiges, klares Hochdruckwetter.
Achtung: In den kommenden Nächten wird es erneut eisig
Denn es kommt zu kräftiger Auskühlung mit lokalem Frost in den Nächten.
Besonders in der Nacht zum Mittwoch sinken die Temperaturen im Binnenland auf etwa -3 Grad, während an der Küste Werte um 4 Grad erreicht werden. In der Nacht zum Donnerstag wird es nochmals kälter mit Tiefstwerten zwischen -2 und 4 Grad, verbreitet tritt Bodenfrost bis etwa -5 Grad in Bodennähe auf.
Auch in der Nacht zum Freitag bleibt es mit 0 bis 4 Grad weiterhin frostnah, in geschützten Lagen im Binnenland kann es erneut leicht unter den Gefrierpunkt gehen.
Ostsee-Wetter im Überblick (Mecklenburg-Vorpommern)
| Tag | Wetter | Temperatur (°C) | Wind |
|---|---|---|---|
| Montag (heute) | Heiter bis wolkig, trocken | 8–12, an der Küste um 8 | stark bis stürmisch, Böen 55–80 km/h, exponiert bis 95 km/h |
| Dienstag | Früh wolkig, später sonnig | 8–14, Küste 8–11 | schwach bis mäßig aus Nordwest bis Nord |
| Mittwoch | viel Sonne, trocken | 9–16, Küste um 10 | schwach aus Nordost |
| Donnerstag | Sonne und hohe Wolkenfelder | 7–16 | schwach bis mäßig aus Ost bis Südost |
| Freitag | zunehmend bewölkt, örtlich Regen möglich | 0–4 nachts, 4–12 tags | schwach bis mäßig aus Ost bis Südost |
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