Orkantief brettert mit über 170 km/h in Böen Richtung Europa! Deutschland endet diese Woche schon im Vollherbstmodus
Sturmböen am Mittelmeer, Sturmtief und Orkantief auf den Modellkarten: Europas Wetter dreht auf! Über dem Atlantik nähert sich ein Zyklon mit Böen von 175 km/h Europa. Deutschland schaltet auf Vollherbst: Regen, Schauer und stürmischer Herbstwind drohen.

Die Ruhe der blockierenden Hochdruck-Wetterlage ist angezählt! Am Mittelmeer bringen Tiefdruckgebiete kräftigen Regen und Sturmböen, auf der Nordsee bläst der Ost- bis Südostwind bereits kräftig. Und die nächsten Tiefs sind schon arg plakativ auf den Modellkarten ersichtlich: Ein Sturmtief und ein astreines Orkantief läuten Europas turbulente Herbstphase ein. Eine Berechnung zeigt Donnerstagabend südwestlich von Irland Spitzenböen von 175 km/h.
Hoch GERHARD hat bald nix mehr zu melden
Noch stemmt sich Hoch GERHARD über Westrussland mit mehr als 1040 Hektopascal gegen die atlantischen Wettersysteme. Doch seine Blockade bröckelt.
Über Westeuropa formiert sich eine Tiefdruckrinne, in der unterschiedliche Luftmassen zusammenprallen: feuchte Mittelmeerluft, kühlere Festlandsluft und maritime Polarluft.
Auch rund fünfeinhalb Kilometer über unseren Köpfen werden die strukturgebenden atmosphärischen Situationen völlig umgebaut. Auf 500 hPa rückt ein Höhentrog vor. Er nimmt die Reste eines zuvor abgetrennten Höhentiefs auf und pusht das vorgelagerte Frontensystem an. Hinzu kommt ein weiterer Kaltlufttropfen, der Richtung Ostsee einschlägt. Somit ist der Weg für Regengenwolken frei.
Heute 20 Grad windige Föhnwärme, morgen Regenschirm
Der Dienstag liefert noch einen bemerkenswerten Gegensatz: Im wolkenreichen Nordosten teilweise nur acht Grad, am Alpenrand örtlich knapp 20 Grad. Dort hilft Südföhn. Auf 850 hPa, ungefähr 1500 Metern Höhe, liegt die Temperatur bei 14 bis 15 Grad -ein beachtlicher 'Wärme-Booster'!
In der Nacht zum Mittwoch bricht der Föhn zusammen, während Regen den Westen und Südwesten erfasst. Am Mittwoch zieht der Regen weiter ostwärts, häufig kommen dabei fünf bis zehn Liter pro Quadratmeter innerhalb von zwölf Stunden zusammen. Bei Höchstwerten von neun bis 14 Grad ist der freundliche Herbst vielerorts abgemeldet.
Wetter-Zoom Europa
— Meteored Deutschland (@MeteoredDE) October 20, 2026
️ Viel Regen am Mittelmeer: besonders zwischen Südfrankreich und Nordwestitalien!
️ Atlantische Regenwolken erreichen allmählich Deutschland
️ Russlandhoch hält dagegen: vielerorts trocken, aber nicht überall sonnig
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Donnerstag: Der Atlantik dreht auf Herbst
Hinter der Front strömt maritime Polarluft ein. Auf 850 hPa sinken die Temperaturen auf null bis drei Grad. In rund fünfeinhalb Kilometern Höhe erreicht die Kaltluft etwa minus 25 Grad. Das bedingt Schauer und auch einzelne Gewitter. Nordsee und Berggipfel bekommen dabei stürmische Böen ab.
Gleichzeitig berechnet das ECMWF-WEtter-Modell südwestlich von Irland eine kräftige Tiefdruckentwicklung. Der Jetstream suportet die dafür günstigen Bedingungen. Die Spitzenböen von 175 km/h liegen auf der gezeigten Karte über dem Atlantik.
Freitag kommt das erste Sturmfeld
Das europäische Wettermodell lässt das Tief über Nordwestfrankreich nach Westdeutschland ziehen – anschließend dreht es nach Norden ab. Sein Windfeld erfasst zunächst den Westen, Südwesten und die Mitte. Auch im Tiefland stehen stürmische Böen, vereinzelt Sturmböen in der Berechnung. Auf exponierten Gipfellagen und später an der Nordsee fallen die Böen-Spitzen wesemtlich kräftiger aus. Regen zieht durch, die Temperaturen erreichen zwölf bis 16 Grad.

Sonntag legt das nächste Tief nach
Der aktuelle IFS-Lauf entwickelt ein weiteres Sturmtief am Ärmelkanal und beschreibt dessen Laufbahn über Deutschlands Mitte ostnordostwärts. Andere Modelle wählen nördlichere Bahnen. ICON berechnet dabei besonders heftige Küstenböen.
Die Modellkarten zeigen also Sturmstoff. Welche Regionen die stärksten Böen treffen, entscheidet die Zugbahn. Verbreiteter Regen zeichnet sich ebenfalls ab. Die bestehenden Niederschlagsdefizite verschwinden damit allerdings voraussichtlich nicht. Schnee steht zunächst nur für die Alpenhochlagen im Programm.