Olympia 2026: Extremer Schneemangel in Norditalien - Meteorologe: "In Südtirol fehlen 90% der üblichen Niederschläge"

Kurz vor den Olympischen Spielen in Mailand und Cortina d'Ampezzo liegt auf der Alpensüdseite bis in die höchsten Lagen extrem wenig Schnee. Alleine in Südtirol fielen im bisherigen Winter 90 Prozent weniger Niederschläge als üblich. Besteht noch Hoffnung auf Neuschnee?

Auf der Alpensüdseite gibt es einen extremen Schneemangel (Foto Markus Köss, 22.01.26 in Südtirol nahe Sterzing)
Auf der Alpensüdseite gibt es einen extremen Schneemangel (Foto Markus Köss, 22.01.26 in Südtirol nahe Sterzing)

Statt tief verschneitem "Winterwonderland" dominieren braune Hänge und Kunstschneepisten das Bild in den Südalpen. Kurz vor Beginn der Olympischen Spiele in Mailand und Cortina d'Ampezzo (06.02.-22.02.2026) wachsen die Sorgen angesichts des fehlenden Naturschnees.

Ohne Kunstschnee würde in den meisten Skigebieten aktuell gar kein Wintersport möglich sein, doch für dessen Produktion werden enorme Mengen an Wasser und Energie benötigt. Trotzdem werden die Kunstschneeanlagen immer mehr zur Lebensversicherung für die Tourismusbranche, wenn auch die Schneekanonen bei zu milden Temperaturen oder zu wenig Wasser auch an ihre Grenzen stoßen.

Olympische Winterspiele ohne Kunstschnee kaum möglich

Das gilt auch für die Olympischen Winterspiele, die durch den fortschreitenden Klimawandel immer mehr unter Druck geraten. Eine neue internationale Studie der Universitäten Waterloo, Innsbruck und Toronto zeigt, dass Winterspiele ohne Kunstschnee nicht mehr verlässlich planbar sind bzw. in Zukunft sein werden.

Schon bei den letzten Olympischen Winterspielen in Peking gab es enorme Kritik an der starken Nutzung von Kunstschnee. Ganz ohne Beschneiung werden die Spiele aber nicht mehr vernünftig planbar sein, allerdings ist die Lage im Norden Italiens in diesem Jahr besonders ungewöhnlich.

In Südtirol beispielsweise fielen bisher nur 10 Prozent der sonst üblichen Niederschlagsmenge, der letzte große Schneefall datiert vom 25. November 2025. Seitdem herrscht in weiten Teilen der Südalpen Flaute in Sachen Schnee. Fehlende Südstaulagen und dominierender Hochdruckeinfluss sorgten zwar für jede Menge Sonnenschein, aber eben nur selten und regional mal für einige Zentimeter Neuschnee.

Zwar waren die letzten beiden Januarwochen auch auf der Alpensüdseite kalt, doch fehlte der Niederschlag und so liegt selbst in Gipfellagen nur wenig Schnee. Die Schneedecke erreicht dabei historische Tiefststände, laut dem südtiroler Landeshydrologen Roberto Dinale „einer der schneeärmsten Winter der letzten dreißig Jahre“.

Hoffnung auf Neuschnee?

Und wie geht es denn in den kommenden Tagen beim Wetter weiter? Bestehen noch Hoffnung auf größere Schneefälle bis zum Beginn der Olympischen Spiele? In der Tat deutet sich am Wochenende und in der nächsten Woche eine Wetteränderung für die Alpensüdseite an. Es wird zunehmend wechselhafter und auch Niederschläge werden erwartet.

Die Mengen werden am Wochenende wahrscheinlich noch überschaubar sein, aber besonders in der nächsten Woche deuten sich zum Mittwoch mal etwas ergiebigere Schneefälle an. Bezüglich der Mengen bestehen soweit im Voraus natürlich noch größere Unsicherheiten, zumindest besteht aber mal Hoffnung auf eine Linderung der großen Trockenheit und extremen Schneearmut auf der Alpensüdseite.