Meteorologe: "Das wärmste was aktuell möglich ist" Saharastaub-Alarm: Die Saharadüse bringt uns jetzt den Frühling!

Warme Luft direkt aus der Sahara erreicht Deutschland. Mit ihr kommt Saharastaub – er färbt den Himmel, kann Partikel ablagern und beeinflusst unsere Gesundheit.

Deutschland erlebt aktuell ungewöhnlich warmes Frühlingswetter, und der Grund liegt weit im Süden: Warmluft direkt aus der Sahara strömt nach Mitteleuropa. Eine kräftige Südströmung transportiert derzeit sehr milde Luftmassen und Saharastaub bis nach Deutschland. Diese sogenannte „Saharadüse“ sorgt für Temperaturen nahe der möglichen Höchstwerte für diese Jahreszeit. Für Ende Februar sind solche Luftmassen außergewöhnlich warm und bemerkenswert früh unterwegs.

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Besonders ab Mittwoch bis mindestens Freitag wird der Zustrom von Saharastaub deutlich spürbar sein. Wettermodelle zeigen eine ausgeprägte Staubfahne aus Nordafrika, die sich quer über Europa bis nach Deutschland ausbreitet. Neben der Wärme bringt diese Strömung auch feine Sand- und Staubpartikel, die hoch in der Atmosphäre transportiert werden.

Saharastaub verändert den Himmel

Saharastaub macht sich vor allem am Himmel bemerkbar. Typisch sind milchige oder leicht trübe Sonnenauf- und -untergänge, bei denen sich die Sonne orange, rötlich oder sogar tiefrot verfärben kann. Der Staub streut das Sonnenlicht besonders stark und sorgt für ungewöhnlich intensive Farbspiele am Himmel.

Oft wirkt der Himmel gleichzeitig leicht dunstig oder grau-gelblich, obwohl eigentlich Hochdruckwetter herrscht. Die Sonne erscheint dann gedämpft und weniger grell, obwohl die Temperaturen deutlich ansteigen. Besonders bei tief stehender Sonne sind die Effekte sehr eindrucksvoll sichtbar.

Wenn der Staub herunterkommt

Ein Teil des Saharastaubs bleibt in großer Höhe, doch ein anderer Teil kann mit Regen oder Feuchtigkeit aus der Luft ausgewaschen werden. Dann lagern sich die feinen Partikel am Boden ab. Autos, Fenster oder Gartenmöbel können danach mit einer dünnen gelblich-bräunlichen Staubschicht bedeckt sein.

Eine schön ausgeprägte Saharastaubschleppe reicht von der Sahara bis nach Deutschland. Daher kommt auch unser Frühlingswetter.
Eine schön ausgeprägte Saharastaubschleppe reicht von der Sahara bis nach Deutschland. Daher kommt auch unser Frühlingswetter.

Dieser sogenannte Blutregen oder Staubregen ist völlig natürlich und tritt mehrmals im Jahr auf. Besonders nach kurzen Schauern sieht man oft feine Schlieren aus Sandpartikeln, die deutlich zeigen, dass der Staub tatsächlich aus Nordafrika stammt.

Ist Saharastaub gesundheitsschädlich?

Grundsätzlich gilt: Saharastaub ist meist nur gering gesundheitsschädlich, kann aber empfindliche Menschen belasten. Die feinen Partikel erhöhen die Feinstaubbelastung in der Luft, was vor allem für Asthmatiker oder Menschen mit Atemwegserkrankungen spürbar sein kann.

Gesunde Menschen merken davon größtenteils wenig, doch bei höheren Konzentrationen kann es zu gereizten Atemwegen oder trockenen Augen kommen. Besonders bei körperlicher Anstrengung im Freien kann die Belastung leicht ansteigen. Insgesamt bleibt Saharastaub-Episoden in Deutschland jedoch überwiegend unkritisch und vorübergehend.

Die wärmsten Luftmassen des Spätwinters

Die aktuelle Wetterlage bringt nahezu die wärmstmöglichen Luftmassen, die Ende Februar nach Deutschland gelangen können. Die Luft stammt direkt aus subtropischen Regionen und wird auf ihrem Weg nach Norden kaum abgekühlt.

Darum fühlt sich das Wetter bereits fast wie Frühling oder früher April an. Die Kombination aus Saharawärme und Staubtransport zeigt eindrucksvoll, wie stark Wetterlagen Mitteleuropa beeinflussen können. In diesem Jahr ist die Saharadüse besonders früh aktiv – und sorgt schon jetzt für echtes Frühlingsgefühl.