Mai 2026: Meteorologen blicken mit wachsender Unruhe auf diesen einen Tag – das steckt dahinter

Die Atmosphäre lädt sich auf, die Langfristmodelle zeigen ein Muster, das vor zehn Jahren in eine Katastrophe mündete. Was uns der Mai wirklich bringen könnte.

Wenn ich morgens meine Karten aufrufe, sehe ich ein Muster, das mir Sorgen bereitet. Das amerikanische CFSv2-Modell rechnet für den Mai 2026 mit einer Abweichung von 1 bis 2 Grad gegenüber dem langjährigen Mittel. Das europäische ECMWF und die NASA kommen zu ähnlichen Ergebnissen.

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Warme Luft speichert pro Grad Erwärmung rund sieben Prozent mehr Wasserdampf – und dieser Wasserdampf ist der Treibstoff, aus dem Unwetter entstehen. Über Nordeuropa sitzt gerade ein Blockadehoch fest, das die normale Westwetterlage ausbremst. Ein klassisches Vorzeichen.

Zehn Jahre nach der Nacht, die alles veränderte

Am 29. Mai 2016 rollte in Braunsbach im Kreis Schwäbisch Hall eine Flutwelle von bis zu dreieinhalb Metern Höhe durch die Ortsmitte. Tief „Elvira" verwandelte kleine Bäche in reißende Ströme, 150 Kubikmeter Wasser pro Sekunde schossen durch den Orlacher Bach, mehr als 800-mal so viel wie normal. 90.000 Tonnen Geröll lagen am nächsten Morgen im Dorf, 128 Fahrzeuge waren Schrott.

Wie unwetterlastig könnte der Mai 2026 ausfallen?
Wie unwetterlastig könnte der Mai 2026 ausfallen?

Verantwortlich war eine Großwetterlage, die wir „Tief Mitteleuropa" nennen. Dasselbe Muster brachte 2002 und 2013 die Jahrhundertfluten an Elbe und Donau. Und genau solche blockierten Lagen deuten sich für den Mai 2026 erneut an.

Der Mai hat sich in wenigen Jahren gewandelt

Wer meint, das seien Einzelfälle, der irrt. 2024 erlebten wir den drittnassesten Mai seit 1881, mit Jahrhunderthochwassern in Rheinland-Pfalz und im Saarland. 2023 zerlegten Schwergewitter am 5. und 22. Mai ganze Landstriche im Süden und Westen.

2022 und 2025 waren hingegen deutlich zu warm und zu trocken. Der Monat zerfällt zunehmend in zwei Welten: frühsommerliche Hitze auf der einen Seite, polare Kaltlufteinbrüche auf der anderen. Wenn diese Luftmassen aufeinanderprallen, entstehen Superzellen – die Gewitter, die Dächer abdecken und Autos mitreißen.

Die Eisheiligen bleiben auf der Karte

Trotz der Erwärmung gebe ich keine Entwarnung für die Eisheiligen zwischen dem 11. und 15. Mai. In Süddeutschland sind sie seltener geworden, aber sie fallen nicht aus. Im Gegenteil: Gerade wenn sich vorher eine Hochdruckblase mit warmen Luftmassen aufgebaut hat, reißt der Einbruch polarer Kaltluft umso tiefere Schneisen. Nachtfröste in Tallagen bleiben 2026 wahrscheinlich. Wer frisch Tomaten gesetzt hat, sollte das ernst nehmen.

Was das für die kommenden Wochen heißt

Besonders die erste Monatshälfte bleibt hochkritisch. Wer Hochzeit, Konfirmation oder Firmenfest plant, braucht einen Plan B in der Schublade. Ab dem 20. Mai beruhigt sich die Lage voraussichtlich, dann ist der Weg frei für den Wonnemonat, wie ihn viele kennen. Aber die Energie steckt in der Luft. Sie braucht nur einen Auslöser. Und der 29. Mai 2026, auf den Tag genau zehn Jahre nach Braunsbach, wird mir persönlich ein besonders wachsames Auge abverlangen.

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