"Jetzt gibt es kein zurück mehr" Experte sicher: Modelle kippen, Dauerfrost ab Mittwoch, Russenhoch schockfrostet uns

Über Nacht drehen Prognosen auf Winteralarm. Mehrere Modelle zeigen Ostkälte, Dauerfrost und massive Risiken. Experten warnen vor einer ungewöhnlich harten Wetterphase mit Folgen für Alltag, Energie und Infrastruktur.

Was sich innerhalb weniger Stunden in den Wetterprognosen vollzogen hat, ist außergewöhnlich. Nahezu alle führenden Wettermodelle sind gleichzeitig auf ein deutlich kälteres Szenario gekippt. Besonders auffällig ist die Geschlossenheit der Signale: Ab Mitte der Woche wird in ersten Regionen Dauerfrost berechnet, der sich in den Folgetagen ausweiten könnte.

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Solche abrupten Richtungswechsel sind selten und deuten auf eine grundlegende Umstellung der Großwetterlage hin. Meteorologen sprechen von einem belastbaren Trend, auch wenn Details noch variieren. Entscheidend ist weniger ein einzelner Kälteeinbruch als vielmehr die mögliche Dauer der kalten Phase, die den Charakter der Wetterlage bestimmt.

Der Osten übernimmt die Regie

Im Zentrum der Entwicklung steht die Kälte aus Osten. Über Russland baut sich ein kräftiges Hochdruckgebiet auf, das sich schrittweise nach Westen ausdehnt. Dieses Russenhoch blockiert die milderen atlantischen Luftmassen und lenkt trockene, kontinentale Polarluft nach Mitteleuropa.

Für Deutschland bedeutet das einen markanten Temperatursturz, oft begleitet von klarem Himmel und starken nächtlichen Auskühlungen. Gerade diese Kombination macht Ostlagen im Winter besonders effektiv, selbst ohne große Schneemengen. Die Luft kommt direkt aus dem eurasischen Kältepool.

Dauerfrost schon ab Mittwoch?

Einige Modelle rechnen bereits ab Mittwoch mit ganztägig negativen Temperaturen in Teilen Deutschlands. Zunächst betroffen wären der Osten und Südosten, später auch zentrale Regionen. Tagsüber könnten die Werte bei null bis minus zehn Grad liegen, nachts lokal deutlich darunter.

Ein extremer Kältewirbel liegt über Osteuropa und der bewegt sich ab nächster Woche in unsere Richtung. Dann wird es spannend!
Ein extremer Kältewirbel liegt über Osteuropa und der bewegt sich ab nächster Woche in unsere Richtung. Dann wird es spannend!

Sollte sich das Hoch weiter festigen, wären auch strenge Fröste unter minus 15 Grad möglich. Bemerkenswert ist, dass diese Prognosen nicht mehr nur Ausreißer einzelner Läufe sind, sondern in vielen Ensemble-Berechnungen gestützt werden.

Ein Februar unter Dauerstress

Sollte sich das Szenario bestätigen, droht ein außergewöhnlich kalter Februar. Wochenprognosen zeigen durchgehend Temperaturen unter dem Mittel der Jahre 1991 bis 2020. Das hätte spürbare Folgen: hoher Energiebedarf, Belastungen für Strom- und Gasnetze, Probleme im Verkehr sowie Frostschäden an Leitungen und Infrastruktur. Auch ohne viel Schnee kann anhaltende Kälte erhebliche Auswirkungen haben. Besonders kritisch sind längere Phasen ohne Tauwetter, in denen sich der Frost immer weiter in den Boden frisst.

Warum Schnee kaum eine Rolle spielt

Entgegen verbreiteter Erwartungen ist Schnee kein Muss für extreme Kälte. Kontinentale Ostluft ist oft sehr trocken. Klare Nächte, schwacher Wind und Hochdruckwetter führen zu maximaler Ausstrahlung. Genau das begünstigt starke Minustemperaturen, selbst bei graubraunem Winterwetter.

Die neusten Daten des ECMWF-Modells von Freitag (16. Januar) zeigen ab der letzten Januarwoche Dauerfrost in Deutschland.
Die neusten Daten des ECMWF-Modells von Freitag (16. Januar) zeigen ab der letzten Januarwoche Dauerfrost in Deutschland.

Viele historische Kälteperioden in Deutschland verliefen mit erstaunlich wenig Schnee. Das macht die Lage trügerisch, weil die Kälte unterschätzt wird, während die Auswirkungen dennoch massiv sind.

Unsicherheit bleibt, Entwarnung nicht

Trotz der starken Signale gilt: Wochenprognosen sind keine Gewissheit. Kleine Verschiebungen des Hochdruckzentrums können über Frost oder Milderung entscheiden. Dennoch ist die aktuelle Lage ernst zu nehmen, da sich mehrere kritische Faktoren gleichzeitig bündeln. Ein schneller Wetterumschwung erscheint derzeit unwahrscheinlich. Viel spricht dafür, dass uns eine angespannte und meteorologisch brisante Phase bevorsteht. Die kommenden Tage werden zeigen, ob Deutschland tatsächlich in einen längeren Eiskeller rutscht.